Strecke Ebersberg - Wasserburg Bahnhof: Der Stand der Elektrifizierung

Fahren 2026 die ersten S-Bahn-Züge von München nach Reitmehring?

Eine S-Bahn, die am Reitmehringer Bahnhof hält? Aus dem Traum könnte in naher Zukunft Wirklichkeit werden. 
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Eine S-Bahn, die am Reitmehringer Bahnhof hält? Aus dem Traum könnte in naher Zukunft Wirklichkeit werden. 

Wasserburg - Vom Bahnhof Reitmehring durchgehend mit der S-Bahn in die Landeshauptstadt: Ein lang ersehnter Wunsch vieler Pendler, der langsam Gestalt annimmt: Das Verkehrsministerium weiß Näheres zum derzeitigen Stand der Elektrifizierung des Filzenexpresses.

Das Elektrifizierungsprojekt Ebersberg - Wasserburg Bahnhof befinde sich derzeit in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Das teilt ein Sprecher des Verkehrsministeriums auf Nachfrage von wasserburg24.de zum aktuellen Stand mit. Es werde durch das zuständige Eisenbahninfrastrukturunternehmen, der DB Regionetz Infrastruktur GmbH - Südostbayernbahn (SOB), vorangetrieben.


„An den Abschluss der Entwurfsplanung schließt sich unmittelbar die Genehmigungsplanung an, die auch das Planfeststellungsverfahren und die Begleitung durch die SOB umfasst. Nach Vorliegen eines Planfeststellungsbeschlusses und rechtsgültigem Baurecht erfolgen die Ausführungsplanung, die Vergabe der Bauleistungen sowie der eigentliche Bau“, heißt es aus dem Ministerium.

Zeitplan und Kosten:


Derzeit befinde sich das Projekt in der Planungsphase: „Ein belastbarer genauerer Zeitplan kann erst benannt werden, nachdem die Genehmigungsplanung abgeschlossen und rechtskräftiges Baurecht erlangt worden ist. Ziel ist jedoch, dass spätestens ab Ende 2026 die ersten durchgängigen elektrischen Züge von München nach Wasserburg verkehren.“

Die genauen Kosten des Ausbaus der 18 Kilometer langen Strecke lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beziffern. Laut einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016 belaufen sie sich etwa auf 22 Millionen Euro. Wirklich belastbare Aussagen zu den voraussichtlichen Kosten werden sich dem Verkehrsministeriums-Sprecher zufolge jedoch erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens machen lassen.

Ein-Stunden-Takt vorgesehen

Mit Aufnahme des elektrischen Betriebs ist zunächst ein stündliches Zugangebot vorgesehen, betont der Sprecher des Verkehrsministeriums: „Eine Taktverdichtung wird im Rahmen der laufenden Untersuchungen zum Programm ‚Bahnausbau Region München‘ vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr als längerfristige Entwicklungsperspektive geprüft. Hierzu wären über die Streckenelektrifizierung hinaus weitere Infrastrukturausbauten erforderlich.“

Dass die Altstadtbahn inzwischen endgültig Geschichte ist - eine Wiederinbetriebnahme wurde Anfang November von höchster Instanz abgelehnt - tangiere die Planungen nicht: Das Elektrifizierungsprojekt Ebersberg - Wasserburg Bahnhof sei schon immer unabhängig von der Wasserburger Altstadtbahn gewesen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig zum finalen Stillstand habe daher keine Auswirkungen.  

Hintergrund: Das Drei-Phasen-Programm

Die Infrastrukturmaßnahmen, die 2017 Teil des Drei-Phasen-Programms für den Bahnausbau in der Region München waren, werden nach wie vor mit Hochdruck vorangetrieben, die Fortschritte sind je nach Projekt und voraussichtlichem Maßnahmenumfang unterschiedlich. Einige der Maßnahmen konnten zwischenzeitlich bereits umgesetzt und in Betrieb genommen werden.

Diese Maßnahmen sowie weitere finden sich im Programm „Bahnausbau Region München“ wieder, das der Freistaat Bayern für den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs in der stark wachsenden Metropolregion aufgestellt hat. Es bildet die Grundlage für eine zukunftsweisende Entwicklung der Schieneninfrastruktur. Zentrales Element dieses Programms ist die zweite Stammstrecke. In dem mit der Deutschen Bahn abgestimmten Ausbauprogramm sind alle Maßnahmen, die vor, mit und nach Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke in Betrieb gehen sollen, gebündelt.

Derzeit umfasst das Programm 28 Maßnahmen, die sich in der konkreten Planung beziehungsweise bereits in der Umsetzung befinden. Eine dieser Maßnahmen ist die Elektrifizierung Ebersberg - Wasserburg Bahnhof. Daneben gibt es derzeit noch weitere 42 Maßnahmen, die zunächst auf ihre verkehrliche Wirkung und bautechnische Machbarkeit zu prüfen sind, bevor entschieden werden kann, ob sie konkreter Bestandteil des Programms werden.

mb

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