Stadtkämmerer erläutert Möglichkeiten zur Umsetzung *Mit Voting*

Mitfahrbankerl geplant: Wird das Projekt in Wasserburg angenommen? 

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Zahlt sich das geplante Projekt Mitfahrbankerl in der Innstadt aus? 

Wasserburg - Hinsetzen, warten und vom nächsten Autofahrer mitgenommen werden - das ist die Idee hinter den sogenannten Mitfahrbankerl. Die Stadt Wasserburg liebäugelt mit einer Einführung - doch die Realisierung gestaltet sich nicht ganz einfach. 

Der Haupt- und Finanzausschuss beschäftigte sich in seiner März-Sitzung mit dem Thema. Einen "Anreiz fürs gemeinschaftliche Trampen schaffen" - so lautete die Intuition der Ausschussmitglieder, die auf einen Antrag der Fraktion CSU/WBl reagierten. 


Problematische Standortsuche im Stadtgebiet

"Die Einrichtungen von Mitfahrstationen oder Mitfahrhaltestellen wird auf Verwaltungsebene schon längere Zeit thematisiert und diskutiert", erklärt Kämmerer Konrad Doser auf Nachfrage von wasserburg24.de. Man habe bereits zusammen mit den Bürgermeistern der Nachbarkommunen Möglichkeiten abgewogen und debattiert. Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) sei die Thematik zuletzt aufgegriffen worden. 

"Das Mitfahrbankerl geht aktuell noch mit vielen offenen Fragen einher", so Doser weiter. "Gerade die Standortsuche gestaltet sich schwierig. Möglichkeiten haben wir abgewogen für Reitmehring am Bahnhof, an der Rosenheimer oder Salzburger Straße stadtauswärts oder auch am Busbahnhof in der Altstadt. Das Problem aber: Die Bankerl müssen einsichtig sein und dürfen zugleich nicht mit mit den Bussen und deren Haltestellen im Stadtgebiet konkurrieren. Autofahrer müssen außerdem gefahrlos halten können - am besten neben der Fahrbahn." 


Am Ende der Debatte stand fest: Eine Patentlösung gebe es für das Vorhaben nicht. Die Stadt solle aber auf jeden Fall einen Versuch starten. Nachdem jedoch viele Fragen zum Mitfahrbankerl noch beantwortet werden müssen, will die Verwaltung nun Vorschläge für Standorte von Seiten der Stadtratsfraktionen abwarten und weitere Möglichkeiten prüfen. "Die grundsätzliche Überlegung der Umsetzung ist vorhanden, muss aber noch reifen", so der Kämmerer abschließend. 

Ein Blick in die Nachbargemeinde Haag: 

Die Einrichtung von Mitfahrstationen ist derzeit in ganz Deutschland ein großes Thema. Bundesweit existieren zahlreiche Initiativen und es wurden bereits unzählige entsprechende Haltestellen eingerichtet. 

In Haag hat der Verein "Agenda21- Haager Land" insgesamt fünf Mitfahrbankerl getestet. Kann das in Wasserburg auch funktionieren? 

Auch in der Nachbargemeinde Haag im Landkreis Mühldorf gibt es seit Anfang 2018 die Möglichkeit, an Mitfahrbankerl auf haltende Autofahrer zu warten. Die Resonanz nach gut einem Jahr: Gleich Null. "Das ist sehr schade, aber wir haben einsehen müssen, dass sich auf die Bankerl einfach niemand setzt - und wenn doch, dann nur zum Ausrasten und nicht weil man mitgenommen werden möchte", resümiert Heide Schmidt-Schuh, Vorsitzende des Vereins "Agenda21- Haager Land", der die insgesamt fünf Bankerl in der Marktgemeinde federführend organisiert hat. 

Das Haager Mitfahrbankerl richtet sich vorwiegend an ältere Mitbürger, unter dem Motto: "Oma und Opa to go". Kinder unter 18 Jahren dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mitgenommen werden, erklärt Schmidt-Schuh. Weil nun Wasserburg ebenfalls ein Bankerl-Konzept ausarbeitet, sei der Verein am Überlegen, ob man in Kooperation mit der Innstadt bezüglich der Mitfahrbankerl treten möchte. Doch das ist ist tatsächlich noch Zukunftsmusik, wie Schmidt-Schuh betont. 

Ihre Meinung zu der Idee: 

mb

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