Keller-Bar schließt nach 20 Jahren 

Stechlkeller-Betreiber: "Wasserburg ist für uns kein Pflaster mehr" 

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Aus für den Keller des Stechlkellers - nach 20 Jahren Barbetrieb ist für den Betreiber Schluss. 
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Wasserburg - Die schlechten Nachrichten für das Nachtleben reißen nicht ab. Nun hat es den Stechl Keller erwischt. Nach 20 Jahren macht der Keller dicht. 

Die Bar im Herzen der Altstadt i m Keller des Restaurants Stechl Keller gehört der Vergangenheit an. Betreiber Peter Fichter spielte schon länger mit dem Gedanken, jetzt hat er den Schlussstrich für seine Bar in Wasserburg gezogen. 

Sperrstunde: "Wollen wir die jungen Leute aus Wasserburg vertreiben?"

Der Grund: Die Rahmenbedingungen für Wirte und Bar-Betreiber, die mitunter die Sperrzeit mit sich gebracht hat. "Die jungen Leute gehen heutzutage um Mitternacht weg und nur eine Stunde später müssen wir abkassieren und schließen. Das macht auf Dauer kein Wirt mit. Wasserburg ist für uns kein Pflaster mehr", erklärt Fichter kurz und knapp gegenüber wasserburg24.de. 

Das Partyvolk würde außerdem andere Städte wie Kufstein, München oder Rosenheim favorisieren, in denen es keine Sperrzeit gebe. Seit rund zwei Jahren schreibe die Bar bereits rote Zahlen, "an vielen Wochenenden haben wir gerade mal 60 Euro Umsatz gemacht". 

Änderung der Rahmenbedingungen gefordert 

Nach 20 Jahren Stechlkeller ist also Schluss. Die Mitarbeiter im Keller musste der Betreiber ausstellen. Sie haben via Instagram über die Seite "sk_nacht.leben" bereits einen Post mit den traurigen Nachrichten veröffentlicht. 

Besonders tragisch für den Betreiber: Vor Kurzem erst habe er 25.000 Euro in die Räumlichkeiten des alten Kellergewölbes investiert. Weil der Keller früher als Salzlager diente, weisen die Mauern einen so hohen Salzgehalt auf, dass die technischen Geräte und Musikanlagen regelmäßig ausgetauscht werden müssen. "Bleiben aber die Besucher aus oder wandern ganz ab, dann lohnen sich die Investitionen auf Dauer nicht."

Für Fichter führt unter den aktuellen Umständen definitiv kein Weg mehr zurück. "Freilich ist es schade, dass es so gekommen ist, aber ich kann so nicht weitermachen wenn sich die Rahmenbedingungen in punkto Nachtleben von Seiten der Stadt nicht ändern." 

Das Restaurant Stechlkeller im Erdgeschoss hat hingegen weiterhin wie gewohnt geöffnet. 

Hiobsbotschaften - Wo steht die Zukunft des Wasserburger Nachtlebens? 

Die "Disco Universum" ist nach wie vor geschlossen, die Zukunft des Weinfests steht auf der Kippe, die Konzertreihe "Nacht der blauen Wunder" findet auch nicht mehr in Wasserburg statt.

Dennoch verkomme die Innstadt "auf keinen Fall zu einer Rentnerstadt", wie Bürgermeister Michael Kölbl kürzlich betonte. Seiner Meinung nach liege es unter anderem am "Überangebot an Disco-Partys und Bierzelten im Altlandkreis", das viele junge Leute dem Wasserburger Nachtleben vorziehen. 

Ein Hoffnungsschimmer für das Wasserburger Nachtleben ist indes in der Hofstadt zu finden: Dort hat im August diesen Jahres die Bar "Merylou" eröffnet. Laut Betreiberin laufe der Betrieb im ersten Monat gut. 

mb

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