Ermittlungsgruppe "Kanister" fahndet auf Hochtouren 

ISK-Chef zu brutalem Anschlag: "In meinen Augen ein Mordversuch" 

Dr. Theodor Danzl, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, ist schockiert über die Brutalität des Brandanschlags auf einen Pfleger in der Nacht auf Sonntag, 17. November. 
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Dr. Theodor Danzl, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, ist schockiert über die Brutalität des Brandanschlags auf einen Pfleger in der Nacht auf Sonntag, 17. November. 

Wasserburg - Der Schock nach dem Brandanschlag auf einen Pfleger sitzt tief. Dr. Theodor Danzl, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, kann die Fassungslosigkeit über die Brutalität nicht in Worte fassen, wie er gegenüber der Redaktion betont. Der Täter ist derweil noch immer auf freiem Fuß. 

"Dieser Anschlag ist an Brutalität kaum zu überbieten und hat das gesamte Klinikum in Angst und Schrecken versetzt. Die Dimension des Angriffs kann man nicht verstehen", unterstreicht Dr. Danzl im Gespräch mit wasserburg24.de. 


An einen vergleichbaren Fall auf dem ISK-Gelände in Wasserburg könne er sich nicht erinnern: "Es ging wirklich um das Leben des Pflegers, in meinen Augen war das ein gezielter Mordanschlag." 

"Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht"

Der Pfleger, den der bislang unbekannte Täter in der Nacht auf Sonntag, 17. November, mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und versucht hat anzuzünden, befinde sich nach wie vor im Krankenhaus. Ihm gehe es Dr. Danzl zufolge "den Umständen entsprechend soweit ganz gut". Seine Sehfähigkeit aber sei aufgrund des Anschlags beeinträchtigt, was dem Opfer große Probleme aktuell bereite.


Dem Pfleger, der dem klingelnden Täter mitten in der Nacht die Tür der Ambulanz geöffnet habe, könne man keinen Vorwurf machen oder gar eine Teilschuld geben, betont Dr. Danzl weiter: "Haus 50 ist eine Akut-Aufnahme-Station für Schwerkranke, die 24 Stunden lang Patienten aufnimmt. Die Tür ist nicht geschlossen und es kommt öfter vor, dass Menschen gerade nachts vor der Tür stehen, weil es ihnen psychisch schlecht geht und bei uns um Aufnahme bitten. Wir versuchen die Risiken natürlich so gut es geht zu minimieren, doch eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht."

Wenn der erste Schock vorbei ist, werde man sich sicher zusammensetzen und über Verbesserungen nachdenken - ob baulich oder beispielsweise videotechnisch, untermalt der Klinik-Chef.

Feuerwehreinsatz nach Brand im Bezirkskrankenhaus Gabersee

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Alle anderen Mitarbeiter, die den Anschlag in der Nacht miterlebt haben, seien indes außer Gefahr. Dr. Danzl lobt in diesem Zusammenhang die Einsatzfähigkeit der Mitarbeiter. Die Räumlichkeiten des Hauses 50 seien nach wie vor gesperrt, "wir stehen aber Gewehr bei Fuß und wollen nach den Reinigungsarbeiten so bald wie möglich wieder aufsperren, denn aktuell sind die stationären Patienten auf die anderen Stationen verteilt, was wiederum eine Mehrbelastung darstellt." 

Ermittlungsgruppe "Kanister" fahndet mit Hochdruck 

Der Täter sei nach wie vor auf der Flucht, der Stand der Ermittlungen unverändert. Das bestätigt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Nachfrage von wasserburg24.de. 

Unterdessen habe man die Ermittlungsgruppe "Kanister" einberufen - aufgrund des auffälligen Kanisters, den der Täter mit sich trug. "Acht Kripo-Kollegen fahnden mit Hochdruck nach dem noch immer flüchtigen Täter - wir hoffen nach wie vor auf Zeugenhinweise."

Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Kriminalpolizei Rosenheim unter der Telefonnummer 08031/200-0 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen. 

mb

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