Wer entsorgt hier seinen Hausmüll?

Parkplatz-Müll: Den Streckenwarten stinkt's

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Ganz schön frech: Der Parkplatz neben der Staatsstraße 2092 nahe der Abzweigung nach Neudeck verkommt mehr und mehr zum Müllplatz.
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Wasserburg - Den Streckenposten des Straßenbauamtes stinkt es gewaltig. An dem Parkplatz neben der Staatsstraße wird Hausmüll entsorgt. Eigentlich ist der Mülleimer für Reisemüll vorgesehen.

Immer wieder das Gleiche! Die Verantwortlichen der Straßenmeisterei Ebersberg, die für den Unterhalt der Staatsstraßen im Bereich Wasserburg zuständig sind, zeigen sich empört. "Am Parkplatz neben der Staatsstraße 2092, zwischen Babensham und Wasserburg, kurz vor der Einmündung in Richtung Neudeck, finden die Streckenwarte stets unerlaubt abgestellten Hausmüll vor, den es auf Kosten des Steuerzahlers zu entsorgen gilt. "Wir müssen drei Mal die Woche die Mülltonne hier leeren und sind erschüttert, wie dreist hier manche Menschen sind", heißt es von Frank Plate von der zuständigen Straßenmeisterei aus Ebersberg.

Wer spart sich hier denn persönliche Müllgebühren? Sogar Katzenstreu wird abgeladen.

Schon seit einigen Jahren komme es zu einer dramatischen Zunahme von unerlaubtem Abladen des Hausmülls, dessen Entsorgung letztendlich den Steuerzahler belaste, so Plate. "Der Anblick und der Gestank sind alles andere als erfreulich, es ist wirklich frech von denjenigen, die hier einfach den eigenen Hausmüll fremdentsorgen".

Stinkende Angelegenheit

Frank Plate von der Straßenmeisterei in Ebersberg erklärt gegenüber wasserburg24.de, dass es erschreckende Ausmaße annehme. "Sobald neben der Tonne eine Mülltüte steht, werden ohne Scheu weitere dazu gestellt", heißt es vom Straßenbauamt. Die dafür verantwortlichen Leute hätten keine Skrupel, hier neben alten Lebensmitteln, Plastikflaschen und Hygieneartikeln auch Katzenstreu abzuladen. "Es stinkt alles und verdreckt den gesamten Parkplatz, weil die Raben häufig die Müllsäcke aufpicken und so der Müll auf dem ganzen Parkplatz verteilt wird", so Plate im Gespräch. Es sei ein erheblicher Mehraufwand und der Parkplatz sehe schrecklich aus, man komme nicht mehr hinterher, den Dreck der Anderen zu beseitigen, zeigt sich Frank Plate wütend. "Es soll ein Parkplatz sein mit dem Service, hier seinen geringen Reisemüll in der abgestellten Tonne zu entsorgen und nicht, um seinen Hausmüll abzuladen".

Lösung nicht in Sicht

Was kann gegen das unerlaubte Entsorgen von Hausmüll am Parkplatz getan werden? Auf Nachfrage erklärt Plate, dass es hier keine Lösung gebe, um das Bewusstsein der Menschen zu fördern. "Erfahrungen haben gezeigt, dass auch mit einer zweiten Mülltonne das Problem der Hausmüllbeseitigung nicht eingedämmt werden kann". Je größer die Kapazität sei, desto größer auch die Mengen an Müll, die hier abgeladen würden, berichtet der Straßenmeister. "Die erheblichen Kosten sind erschreckend, schließlich wird es vom Budget abgezweigt, das durch Steuergelder finanziert wird. Der scheußliche Anblick ist ebenfalls äußerst grenzwertig", zeigen sich die Verantwortlichen der Straßenmeisterei enttäuscht. "Wir können aber auch nicht zusätzlich nochmal eine Mülltonne hier platzieren, weil das dann noch mehr überhand nehmen würde. Je mehr Kapazität, desto mehr Müll wird erfahrungsgemäß hergeschafft", so Frank Plate gegenüber wasserburg24.de.

Zunehmendes Problem

Grundsätzlich wirken Parkplätze in der Region als einladende Müllabladefläche. Horst Zantner vom Straßenbauamt Rosenheim erklärt auf Nachfrage, dass es verbreitet zu unerlaubtem Abladen von Haus- und Sperrmüll komme. "Wir haben sogar schon Parkplätze schließen müssen, weil der Müll überhand genommen hatte" berichtet Zantner. So sei es beispielsweise an der B12 besonders aufgefallen, dass sogar Gewerbetreibende an den Parkplätzen ihren Müll entsorgt hätten, sogar Sondermüll sei abgeladen worden, die Entsorgungskosten seien immens gewesen, die Schließung von Parkplätzen somit notwendige Konsequenz, heißt es aus dem Straßenbauamt.

Der ehemalige Straßenmeisterei-Bezirk Wasserburg mit rund 80 Kilometern wurde vor einigen Jahren der Straßenmeisterei Ebersberg mit zugeteilt. Zehn Rosenheimer Gemeinden, die noch im Wasserburger Bereich mit dabei sind, liegen ebenfalls im Zuständigkeitsbereich der Straßenmeisterei Ebersberg. Kommunen weiter südlich gehören zur Straßenmeisterei Rosenheim.

Mit den unerlaubten Entsorgungen von Haus-, Sperr, Sonder- und Arbeitsmüll entstehen in der Region verbreitet Mehraufwand und vor allem zusätzliche Kosten für die Entsorgung durch die Straßenmeistereien. Die Streckenwarte hoffen auf Einsicht bei den Mülltouristen.

Quelle: rosenheim24.de

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