Aufruf zum Protest!

Sperrstunde: Streit geht lautstark weiter 

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Wasserburg - Die Einen wettern gegen die nächtliche Ruhestörung, die Anderen poltern, es dürfe keine Sperrstunde geben. Genau das wird bald Thema im Stadtrat sein.

Ein Aufruf zum Protest gegen eine Sperrstunde in Wasserburg bringt das Thema auf eine neue Ebene. Während sich die Stadtratsmitglieder ebenso wenig einig sind, wie die Bürger, kommen unterschiedlichste Lager zusammen, die über die Sperrzeit streiten.

Auf Facebook wurde nun zu einem Protest gegen die Sperrzeit aufgerufen. Dort heißt es:

"Lasst uns gemeinsam gegen die Sperrstunde in Wasserburg protestieren!

Wer kämpft kann zwar verlieren, aber wer nicht kämpft hat schon verloren! Lassen wir uns das bisschen Nachtleben, das wir in Wasserburg haben, nicht nehmen!" heißt es von einer Facebook-Nutzerin, die sich klar für den Protest ausspricht und die Veranstaltungseinladung auf Facebook erstellt hat.

Innerhalb kürzester Zeit hatten sich fast 200 Menschen dafür ausgesprochen, den am Samstag, den 14. November 2015 angedachten Protest vor dem Rathaus Wasserburg persönlich zu unterstützen. Anberaumt wurde er auf 13 Uhr.

Nicht bedacht wurde von den Verantwortlichen Sperrzeitgegnern, dass am gleichen Tag nur 30 Minuten vor Proteststart die Stadtgarde Wasserburg am Samstagmittag den Fasching vor dem Rathaus beginnen möchte und einen Vorgeschmack des Programms zeigen wird. "Diese Veranstaltung wurde nur PROBEWEISE mit der Uhrzeit und dem Datum erstellt", betont die Verantwortliche. Es sei noch nichts entschieden, ob der Protest tatsächlich stattfinden werde.

Immer mehr bringen sich ein

Während der Kampf gegen Ruhestörung und der gleichzeitige Kampf gegen die Sperrzeit die Stadt förmlich in zwei Lager teilt, zeigen immer mehr Menschen öffentlich ihre Meinung zu dem Thema auf. Aus unterschiedlichsten Parteien kommen Statements. So heißt es von Christian Stadler  (Stadtrat und Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen) auf Facebook: "Letztlich ist es ja so, dass Ruhestörung und Sachbeschädigung schon verboten sind. Der Witz ist, dass man nun glaubt, durch zusätzliche Regelungen, an die sich dann wieder keiner hält, irgendwas verbessern zu können", so Stadler via Facebook.

Er sehe es als wichtig an, dass  auch die Gegner einer Sperrstunde ihre Interessen formulieren dürften, bittet jedoch um Sachlichkeit. "Ich bin klar gegen eine Sperrstunde, trotzdem muss man aber auch festhalten, dass es so wie derzeit mit Ruhestörungen und Sachbeschädigungen auch nicht weitergehen kann. Mit einer kindisch-trotzigen "die Nacht gehört uns"-Attitüde und Vorschlägen, das Rathaus zu steinigen, erweist man der Sache eher keinen Dienst", ist sich Christian Stadler sicher und versucht, den hochmotivierten Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen, die auf Facebook sogar Floskeln wie "Rathaus steinigen" gepostet hatten.

Stürmlinger: "Sperrt die Stadt nicht zu!"

Auch Kulturreferentin Edith Stürmlinger sympathisiert mit den Sperrzeit-Gegnern. "Es gibt natürlich ein paar Brennpunkte, die man besonders im Blick haben muss, auch weiterhin. Aber alle gleichermaßen zu bestrafen mit einer Sperrstunde ist nicht gerecht", so Stürmlinger. "Wir brauchen die jungen Menschen hier in Wasserburg und es wäre unser Tod, wenn wir sie zum Feiern ins Umland oder in andere Städte schieben würden", betont Stürmlinger. Natürlich verstehe sie auch die Anwohner, die mit dem Lärm zu kämpfen hätten, doch sie fordere eindeutig, nicht alle Lokalitäten mit Sperrzeiten einzuschränken.

Wie geht es weiter?

Ob der Protest am kommenden Samstag stattfinden wird, was das Ordnungsamt und die Wirte dazu sagen, lesen Sie am Montag.

Quelle: rosenheim24.de

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