Elektroautos noch nicht der Renner

Tanken die Wasserburger gerne Strom?

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Wasserburg/Landkreis - Sind Elektroautos die Zukunft in Wasserburg? Das Tanken wäre in der Innstadt schon mal kein Problem.

Im Jahr 2010 gab es in Wasserburg die erste Stromtankstelle. Mittlerweile kann jeder Elektro-Fahrzeug-Besitzer sogar mehrere Zapfstellen nutzen. Auch gerade eben wurde wieder ein neues Kästchen angebracht.

Schöner Nebeneffekt: Die Parkplätze, die speziell für E-Fahrzeuge zur Verfügung stehen, brauchen kein Parkticket.

Kostenlos parken und zugleich Stromtanken, sei eine praktische Sache, finden einige genervte Parkplatzsuchende, denn in Wasserburg ist es um die Parkplätze nicht gar so rosig bestellt.

Auch direkt in der Altstadt steht eine Säule mit Anschluss für die aufladbaren Autos. Direkt beim Bürogebäude der Stadtwerke Wasserburg seien zwei dieser speziellen Parkplätze vorhanden, heißt es von den Stadtwerken. Am Parkhaus am Kellerberg sind weitere Dosen angebracht. Auch für E-Bikes bestehen Möglichkeiten der Aufladung. Urlauber können direkt am Badria eine Campingsäule nutzen.

Ein Kilowatt kostet 24 Cent. Ökostrom wird verwendet. Mit 16 Kilowatt kommt man im Schnitt 100 Kilometer. Dann ist die Batterie jedoch auch schon wieder leer.

Stromtanken in Wasserburg

Einmal Volltanken für 4 Euro  ist möglich. Klingt zunächst wie ein Traum. Doch die Reichweite von 100 Kilometern ist nicht besonders spektakulär. Nach 100 Kilometern muss die nächste Zapfsäule erreicht sein, sonst ist die Fahrt zu Ende.

Für Kleinstrecken oder in der Stadt unterwegs lohnt sich ein Elektrofahrzeug aber durchaus. Kurzzeitig anstecken ist möglich, doch um die Batterie voll zu bekommen, brauche es schon eine ganze Nacht, so der stellvertretende technische Leiter, Fritz Neuner.

Vorreiterrolle

Ein genormter Stecker ermöglicht den Elektrofahrzeugen das einfache Tanken mit Münzgeld. Statt einem Parkticket kommt also Strom aus dem „Automaten“.

Als Stadtauto sei es ideal, sind sich auch viele Autohändler sicher. Doch recht in Mode gekommen sind diese Fahrzeuge in der Region noch nicht.

Lediglich 103 Elektrofahrzeuge sind im gesamten Landkreis Rosenheim bislang angemeldet, heißt es von der Zulassungsstelle. Für den Bereich Wasserburg nur 23.

Eine überschaubare Zahl, die natürlich die Frage aufkommen lässt, warum in Wasserburg Stromtankstellen überhaupt zur Verfügung stehen Fritz Neuner von den Stadtwerken Wasserburg erklärt auf süffisante Weise: „Wir wollten nicht warten, bis die Elektroautos kommen und erst dann reagieren, sondern schon mal etwas Zukunftsorientiertes anbieten“. Auch für den Tourismus der Stadt Wasserburg könne es nur von Vorteil sein, wenn Fahrer von Elektro-Fahrzeugen wissen, dass sie ihr Auto in Wasserburg tanken können.

Bei den Leuten mal herum gefragt, heißt es ganz klar: Man müsse sich schließlich drauf verlassen können, dass das Auto immer fahrbereit sei. Das funktioniere nach Ansicht vieler Fahrer nicht mit einem E-Fahrzeug.

Ein Biologielehrer nutzt ein Elektroauto und fühlt sich damit sehr wohl: "Ich habe den Wagen seit einem Jahr und komme gut damit zurecht. Allerdings muss ich sehr gut planen, damit ich nicht plötzlich ohne Ladung dastehe". Er habe sich aus Umweltgründen dafür entschieden, das Auto mit Strom betanken zu wollen.  

Anschaffung ein teurer Spaß?

Viele Wasserburger nutzen ihren fahrbaren Untersatz lediglich um im Stadtgebiet unterwegs zu sein. Lange Strecken stehen oftmals gar nicht an. Ein Elektroauto könnte sich also lohnen.

Auch wenn das Tanken günstig und umweltfreundlich ist, hat die Sache einen Haken: Elektroautos sind derzeit in der Anschaffung extrem teuer. Das Problem ist nicht die Karosserie, sondern die Batterie. Dieses Herzstück ist wichtig, aber preislich enorm hoch. Eine Alternative ist das Mieten der Batterie. Hier gewährleistet der Hersteller im Bedarfsfall einen Austausch.

Fußgänger überhören die Autos

Die Mitarbeiter der Stadtwerke kommen gut mit dem Elektro-Fahrzeug zurecht, vor dem Kauf wurden verschiedene Hersteller getestet. Nun habe man sich für ein Modell entschieden, das auf den ersten Blick wie ein „normales“ Auto aussieht.

Die Ausstattung ist die gleiche, nur am Cockpit ist logischerweise eine andere Anzeige vorhanden. Auch bei der Probefahrt während des Interviews scheint alles gleich zu sein.

Zumindest fast gleich: Beim rückwärts ausparken muss man scheinbar noch besser auf Fußgänger achten. Das Fahrzeug ist selbst in Fahrt sehr leise. Fußgänger übersehen  oft, dass das Auto in Betrieb ist. Daraufhin hat ein Hersteller einen Signalton in das Auto installiert, damit ein Geräusch zu hören ist, der zeigt, dass hier tatsächlich gefahren wird.

Für die Stadtwerke Wasserburg ist mit den Stromtankstellen kein Gewinn zu machen.

Pro Monat werde für nicht einmal 50 Euro an den drei Säulen getankt. Doch es ist ein Zukunftsprojekt.

Wasserburg sei schon mal gerüstet, zeigt sich auch Werksleiter Gerhard Selig optimistisch: „Es ist ein Service für die Bürger“. Nun müssten sich nur noch mehr Bürger für diesen neuartigen Tankstil interessieren.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Mittermair

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