Paten für Asylbewerber gesucht

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Die Stadt Wasserburg bittet um Paten für die hinzugekommenen Asylbewerber
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Wasserburg – Die Stadt Wasserburg möchte den Menschen helfen, die hier als Asylbewerber untergebracht sind. Dafür sucht sie noch freiwillige Helfer.

Der Landkreis Rosenheim hat aktuell in 25 Gemeinden Asylbewerber untergebracht. Die Verteilung der Menschen läuft nicht gezielt sondern eher zufällig ab. Denn auch der Landkreis ist auf den freien Wohnungsmarkt angewiesen.

Sozialamtsleiterin Alexandra Weber zeigt sich zufrieden mit der Entscheidung, sich gegen Sammelunterkünfte zu wehren: „Wir möchten die Menschen integrieren, dies gelingt viel leichter in Wohnungen, um in den Ortsverbund hinein zu kommen“. Eine dezentrale Unterkunft sei wichtiger Bestandteil  der selbständigen Integration, heißt es von Alexandra Weber weiter.

Immer wieder sei sie derzeit damit beschäftigt, neue Wohnungen zu mieten, um dann Asylbewerber im Landkreisgebiet verteilen zu können. Momentan seien es 40 Objekte im Landkreis Rosenheim. Doch die Prognosen schnellen für das Jahr 2014 hoch hinauf, heißt es vom Landratsamt Rosenheim.

Auch in Wasserburg werden Wohnungen genutzt, um Asylbewerber aufzunehmen. Bereits seit einiger Zeit wohnen einige alleinstehende Männer aus Afghanistan, Pakistan, Syrien und Mali in der Innstadt.

Sie erleben den Alltag hier völlig neu.

Durch Deutschkurse und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung kommt Stück für Stück Normalität in das Leben in einem neuen Land.

Wer nimmt die Menschen an die Hand?

Auch wenn von Amtswegen alles dafür getan wird, den Asylbewerbern einen unkomplizierten Alltag zu ermöglichen, fehlt es doch an menschlicher Hilfe.

In einem Gespräch mit Pfarrerin Cordula Zellfelder, Susanne Weber von der Diakonie, Monika Rieger aus dem evangelischen Pfarramt, die als direkte Vernetzungsstelle für alle Fragen und Probleme zur Verfügung steht, Renate Mayer vom Projekt „Rio Konkret“, die schon Erfahrungen mit gezielter Integration hat, sowie Sozialamtsleiterin Alexandra Weber hat sich Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl intensiv mit dem aktuellen Thema auseinander gesetzt, um weitere Hilfe, insbesondere menschlicher Art  noch besser werden zu lassen.

Kölbl sprach sich dafür aus, dass die Asylbewerber, zumeist junge Männer, dem Sportverein beitreten können. Zudem sollten wichtige Dinge, die gebraucht werden, eventuell durch Paten verbessert werden. „Wir sind dringend auf der Suche nach Menschen, die etwas Zeit investieren mögen, und sich um die Asylbewerber der Stadt Wasserburg kümmern können“.

Dabei müsse man nicht von Unmengen an Stunden ausgehen, jede Hilfe in Form von Zeit sei willkommen, heißt es vom Rathauschef: „Wir sind eine Stadt mit 11 Prozent Ausländeranteil. Unsere Erfahrungen sind durchwegs positiv, die Wasserburger gehen sehr offen mit internationalen Neubürgern um“.

In der Relation gesehen seien es ohnehin wenige Asylbewerber, die bislang in Wasserburg untergebracht wurden.

Hier hakt auch Sozialamtsleiterin Alexandra Weber ein: „Die Verteilung der Asylbewerber läuft nicht nach einem bestimmten Schlüssel  ab. Manchmal können in kleineren Orten mehr Wohnungen gemietet werden, als in größeren. Alles Zufall und nichts Planung“. Michael Kölbl spricht davon, dass in Wasserburg eine Empfangskultur gelebt werde.

Darum könne es nur von Vorteil sein, durch Paten für die Asylbewerber  in Wasserburg die Integration der Menschen zu fördern. Wer Interesse habe, möge sich im evangelischen Pfarramt bei Monika Rieger melden. Telefon: 08071-8690.

Man sei über verschiedenste Aufgabenübernahmen dankbar: vielleicht hat jemand ein größeres Auto und kann Besorgungen mit den Neubürgern machen. Oder bei der Freizeitgestaltung behilflich. Auch ein persönlicher Rat oder Unterstützung im alltäglichen Bereich sei werde gern angenommen, sind sich alle Beteiligten einig.

Auch aus der Sicht eines Betroffenen hören die Anwesenden etwas über den neuen Alltag in Wasserburg:

Hassan ist seit genau einem Jahr hier, er hat schon gut deutsch gelernt, ist auf der Berufsschule und möchte fleißig daran arbeiten, das Umfeld weiter zu erkunden, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Seine Familie lebt in Pakistan, ab und zu hält er Kontakt zu den Angehörigen über Telefon und Internet.

Doch hier in Wasserburg ist er oftmals noch allein. Auch er freue sich über Menschen, die ihn bei vielen Kleinigkeiten, die ihm noch schwer fallen, helfen. Man merkt Hassan an, dass er gerne bereit ist, viel Neues zu lernen und sich weiter in das Wasserburger Leben einzugliedern.

Deshalb ist das Engagement von Bürgern gefragt, die sich als Pate für Asylbewerber zur Verfügung stellen. Monika Rieger gibt gerne weitere Auskünfte dazu. Die Stadt Wasserburg dankt allen für das Engagement.

Quelle: rosenheim24.de

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