Streuner unterhielt 16 Jahre lang die Wasserburger

Kater Burschi aus der Hofstatt: Freigeist auf vier Pfoten schmust jetzt im Katzenhimmel

Kater Burschi in Wasserburg
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16 Jahre lang trieb sich der streunende Kater Burschi in der Wasserburger Altstadt rund um die Hofstatt herum. Sarah wohnt am Heisererplatz und war nicht die einzige, der die Samtpfote ans Herz gewachsen ist in den vergangenen Jahren.

Wasserburg - Er war ein Original in der Altstadt, bekannt und beliebt als schnurrender und schmusender Zeitgenosse. Burschi verbrachte seine besten Jahre als Streuner rund um die Hofstatt. Nun ist der zutrauliche Kater im Katzenhimmel. Ein tierischer „Nachruf“ auf eine ganz besondere Samtpfote.

„Der Burschi, den vermissen wir alle jetzt schon. Er war einfach immer da, ob man gerade das Haus verließ oder heimkam, Burschi hat uns maunzend und schnurrend begrüßt“, erzählt Sarah im Gespräch mit wasserburg24.de. Sie ist mit ihrem Freund Jamie vor zwei Jahren an den Heisererplatz gezogen. Dort ist ihr der Kater zum ersten Mal aufgefallen. Er streunte von der Hofstatt über den Heisererplatz bis zur Realschule in der Unteren Innstraße. „Er wurde von bestimmt fünf, sechs Familien versorgt und gefüttert, hatte mehrere Schlafplätze, an denen er sich zurückziehen konnte. Der Streuner ist wohl jedem ans Herz gewachsen. Auch die Realschüler kannten ihn.“


Kater Burschi streunte rund um die Wasserburger Hofstatt.

16 glückliche Streuner-Jahre in Wasserburg: Kater Burschi ist friedlich eingeschlafen


Umso trauriger, dass nun kein Maunzer mehr ertönt rund um die Hofstatt: Denn Burschi ist mit seinen circa 16 Jahren seit ein paar Tagen im Katzenhimmel. „Für einen Streuner hatte er ohnehin ein hohes Alter erreicht. Burschi hatte wohl Nierenprobleme und wurde vor wenigen Wochen auch noch angefahren. Ein älteres Ehepaar aus der Nachbarschaft kümmerte sich um ihn und ließ ihn tierärztlich versorgen. Danach ging es ihm wieder einige Zeit besser - wir hofften alle, dass er wieder kommt - bis diese Woche die Nachricht kam, dass er friedlich eingeschlafen ist“, erklärt Sarah, die in Kontakt mit dem Ehepaar steht.

Wie der Kater zum Streuner wurde, weiß Sarah aus Erzählungen von Wasserburgern: Burschi scheint demnach wohl vor etwa 15 Jahren mit seinem ehemaligen Besitzer an den Heisererplatz gezogen zu sein. Als der Besitzer aus der Altstadt wegzog, nahm er den Kater freilich mit, doch Burschi ist immer wieder zurückgelaufen in die Altstadt. „Er hat für sich entschieden, lieber hier zu leben und von Haus zu Haus zu streunen - das war schließlich auch sein Revier“, betont Sarah und weiß: „Burschi kam immer wieder mal abhanden, einmal war er zwei Wochen lang in der Burgau, wurde dort versorgt - da war die Aufregung in der Altstadt groß. Aber auch wenn er so ein Freigeist war, er kehrte immer wieder in die Hofstatt zurück.“

Einer seiner Lieblingsplätze in der Wasserburger Altstadt: Kater Burschi thronte häufig mitten in der Hofstatt.

Burschi war der tierische Star - auch in regionalen Facebook-Gruppen rund um Wasserburg tauchten immer wieder Posts auf, auf denen Burschi zu sehen ist, wie er gemütlich in der Hofstatt ruht, sich von Gästen der Backstube streicheln lässt oder sich ein Stück vom Kuchen mopst. „Er war regelmäßig Gesprächsthema Nummer eins in der Altstadt und brachte so die Menschen zueinander. Burschi hat hier wirklich jeder gekannt und geliebt“, untermalt Sarah, die selber zwei Katzen hat und die der Tod des stadtbekannten und beliebten Katers schon mitnimmt. „Es gibt mehrere Katzen, die in der Altstadt umherstreunen - aber die sind alle nicht so zutraulich. Den Burschi kann keiner ersetzen. Er war ein Wasserburger Original.“

mb

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