Die ersten drei Plätze aus dem Gestaltungswettbewerb

NS-Denkmal am Heisererplatz: Welches Werk hätten Sie gewählt?

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Der erste Platz (links) des Gestaltungswettbewerbs. Hätten Sie sich für ein anderes Kunstwerk entschieden? 
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Wasserburg - 60 Stelen sollen künftig den Heisererplatz in der Altstadt schmücken. Hintergrund war ein Gestaltungswettbewerb für ein Denkmal für die 'Wasserburger Opfer' des Nationalsozialismus. Stadtarchivar Matthias Haupt stellt im Rathaus die ersten drei Plätze genauer vor: 

Platz 3 

Heiko Hünnerkopf entwarf das Kunstwerk mit dem Namen "Die Entfallenen". Sein Konzept war, die vergessenen NS-Opfer aus Wasserburg sichtbar zu machen. Sein Anspruch: Das Denkmal solle allen gerecht werden - nicht nur den Toten sondern auch jenen Opfern, denen in der NS-Zeit psychisches und physisches Leid zugefügt worden war. 

Der Künstler hat eine Art Raum erschaffen, eine enge begrenzte Situation, die an die damaligen Gaskammern erinnern sollten, die die Opfer unter Hitlers Regime als Letztes zu Gesicht bekommen haben. Die verspiegelte Innenwand stellt beim Betreten eine Unendlichkeits-Spiegelung dar - hier sind auch die Namen der Opfer verewigt. 

Platz 3

Platz 2

Der zweite Platz im Gestaltungswettbewerb ging an Carla Mausch. Die Künstlerin konstruierte die Namen der Opfer als Negative an einer herausgebrochenen Stahlwand. Das Denkmal stellt die Zeitformen Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart dar und kann von den Bürgern durchschritten werden. Dadurch wird es erlebbar für die Menschen, die den Steinkreis betreten. 

Wie Stadtarchiv-Leiter Matthias Haupt, der den Gestaltungswettbewerb von Beginn an begleitete, erklärt, habe man sich schwer getan bei den ersten beiden Plätzen. Da der Platz 2 aber zu sehr an die beiden schon bestehenden Kriegerdenkmäler am Heisererplatz erinnere, ging der Platz 1 letztlich an die Künstler aus Stuttgart. 

Platz 2

Platz 1

Dagmar Korintenberg und Wolf Kipper, zwei Künstler aus Stuttgart, wurden für den ersten Platz prämiert. 60 Stelen von bis zu 2,40 Meter Höhe werden nun künftig den Wasserburger Heisererplatz zieren.  

In unterschiedlichen Höhen verdichten sich diese in loser Anordnung und beschreiben so einen ovalen Raum. Zentral platzierte Sitzgelegenheiten im Inneren bieten Möglichkeit zum Verweilen, zur stillen Einkehr und sich eingehender zu den Opfergruppen und Geschehnissen zu informieren. 

Auf der nach innen gerichteten, breiten Seite der Stelen werden die Namen und Daten der "Euthanasie"-Opfer sowie einführende Informationstexte angebracht. Auf der dem Park zugewandten, schmalen Seite der Trapezform ist die Oberfläche spiegelpoliert. Diese reflektiert fragmentarisch die Umgebung. Beim Näherkommen des Besuchers mischt sich zudem ein Ausschnitt seines Spiegelbilds in die Ansicht. Eingerahmt wird diese Spiegelfläche von den dunklen Seiten des sich öffnenden Trapezes. 

Laut Haupt habe man sich für dieses Werk entschieden, da es "Kunstwerk, Denkmal und Gedenkort zugleich" sei und als filigranes und leichtes Zeitdokument angesehen werden könne.

Platz 1

Nach der Ansicht der Jury repräsentieren die 60 Stelen die Opfergruppen am besten. Wenn Sie mitentscheiden hätten dürfen - welcher der drei Finalisten wäre Ihr Favorit gewesen? 

mb

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