Sperrzeitverlängerung und die Meinungen dazu

Oliver Winter: „Die Nacht gehört uns ALLEN“

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Wasserburg – Jeder hatte seine Meinung, jeder eine andere. Die Stadtratssitzung war gut besucht. Es ging um das leidige Thema der Sperrzeitverlängerung. Die Fraktion aus CSU und Wasserburger Block hatte einen Antrag gestellt.

„Die Nacht gehört nicht nur den Ausgehwilligen, die Nacht gehört uns Allen“ betonte Oliver Winter, CSU-Stadtrat in Wasserburg. Ihm und vielen Stadtratskollegen stoßt es mächtig sauer auf, wenn Altstadt-Bewohner um ihre nächtliche Ruhe gebracht würden.

Bisherige Gespräche und Androhungen, die Sperrzeit würde verlängert, hätten nichts gebracht.

Der gleichen Meinung ist auch der Dienststellenleiter der Polizei Wasserburg.

Robert Graf brachte es auf den Punkt: Je später die Menschen vor den Lokalen oder im Stadtgebiet zu nächtlicher oder morgendlicher Stunde stünden, desto schwieriger werde es, mit ihnen auszukommen.

Er zeigte auf, dass es etliche Anzeigen und Meldungen wegen Ruhestörung im Altstadtgebiet gegeben habe in den vergangenen Monaten und Jahren. „Wir führen und führten sozusagen jede Nacht ein Sicherheitsgespräch mit den betroffenen Lokalitäten“, so Graf. 

Der Stadtrat diskutierte, dass das Thema bereits immer Thema gewesen sei und die vielen Sicherheitsgespräche und Versuche, es milde zu regeln, zu keiner Verbesserung geführt habe. Die Linke Liste Wasserburg hat innerhalb von zwei Wochenenden mehr als 800 Unterschriften gesammelt von Bürgern, die die Sperrzeitverlängerung verteufeln. Sophia Jokisch sprach von einer nicht zumutbaren Einschränkung der Weggeh-willigen jungen Erwachsenen.

„Wollen wir irgendwann dann das Ausgangsverbot beschließen“ warf sie fragend in die Runde. Auch der Protestmarsch vieler Gegner kam zur Sprache. „Ich nehme Euch alle in die Pflicht, dass Ihr zu denjenigen, die sich nicht benehmen können hingeht und sie drauf aufmerksam macht, dass wegen ihnen jetzt die Sperrzeitverlängerung kommen muss“, bemerkt Oliver Winter  mit viel Power in der Stimme.

Kulturreferentin Edith Stürmlinger kam es über die Lippen, dass sie fest davon überzeugt sei, dass die Situation gar nicht so schlimm wäre wie man immer sagt. „Diese Dramatik gibt es nicht“, so Stürmlinger. Lorenz Huber warnte davor, einen Schnellschuss mit der Entcheidung über die Sperrzeitverlängerung zu wagen. Auch Norbert Buortesch wollte mit der Entscheidung über dieses Thema noch warten. Jeder soll auf seine Kosten kommen Der Stadtrat beschloss nach der hitzigen Diskussion, dass die Sperrzeitverlängerung kommen wird und die Stadt diese Verordnung nun vorbereiten soll. Ab März soll diese dann in Kraft treten. An Wochentagen dürfen die Lokalitäten im Altstadtgebiet (nur hierfür gilt diese Regelung) bis 1.30 Uhr geöffnet haben, vor Feiertagen und an den Wochenendtagen soll ab 3 Uhr morgens Schluss sein mit Feiern. Christian Stadler von den Grünen bedauert die kollektive Strafe für alle Lokale, weil es ja überwiegend immer die gleichen Standorte seien, die den anderen nun mit der Sperrzeitverlängerung Schaden brächten. Die Wirte könnten sich mit der Uhrzeit von 3 Uhr morgens durchaus arrangieren, hieß es von Bürgermeister Michael Kölbl. Er habe mit Wirten gesprochen, die ihm bestätigten, dass um diese Uhrzeit die Gäste ohnehin schon extrem alkoholisiert seien. Auf Nachfrage von wasserburg24.de bei einigen Gastronomen, hieß es: „Die Sperrzeit wird definitiv Einbußen bringen aber wir haben ja gar keine Chance, das der Stadt anzukreiden“. Anwesende Partypeople zeigten sich verständnislos und bemängelten, dass die Sperrzeitverlängerung die jungen Menschen förmlich aus der Stadt dränge. „Diese Sperrzeitverlängerung bringt bestimmt nichts, denn dann sind die lauten Gäste noch länger und mehr auf der Straße zum Lärm machen“, betonte ein aufgebrachter Stammgast einer Kneipe in Wasserburg. Man müsse laut vieler Stadträte jedoch ein Gleichgewicht der Rechte setzen. Die Bürger haben ein Recht auf nächtliche Ruhe und die jungen Menschen und Wirte haben ein Recht auf Feierstunden. Eine Mediation mit Beteiligten soll nun zu mehr Verständnis aller Parteien führen. „An den Gegenstimmen von CSU und Wasserburger Block zur Mediation kann man erkennen, dass beide an keiner einvernehmlichen Lösung mit Wirten und Altstadtbewohnern interessiert sind. Aber nur so lässt sich aus meiner Sicht ein geselliges und friedliches Nachtleben verwirklichen.“ hieß es von Sophia Jokisch. Die Sperrzeitverlängerung kommt ab März 2016. Vom Diskussionstisch wird es noch lange nicht genommen.

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Quelle: rosenheim24.de

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