Nachtflohmarkt in der Altstadt

Wenn Altes zum Kassenschlager wird

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Viel los beim Nachtflohmarkt in Wasserburg, gehört er doch fest in den Terminkalender vieler Wasserburger
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Wasserburg - Wie jedes Jahr war auch heuer der Nachtflohmarkt in der Altstadt ein Pflichttermin für viele, die nach Herzenslust stöbern wollten, doch auch viele Verkäufer sind immer wieder gern hier.

"Wo seid Ihr am Freitagabend?" klang es von so manchem Wasserburger. Die Antwort darauf ziemlich einstimmig: "Beim Nachtflohmarkt". Extrem viele Flohmarkt-Standl waren wieder aufgebaut, das Angebot zeigte sich erneut vielseitig - man konnte sich satt sehen, und die Besucher hatten großen Spaß, hier entlang der Verkaufsdecken und Ständen herum zu schauen.

Viel los beim Nachtflohmarkt

Der Großteil kam mit erstandenen Dingen zum Parkplatz. Viel "Kleinkram" wurde gekauft, doch auch Gemälde, Töpfe, Dekomaterial oder sogar Kurioses wurde entdeckt. "Wir freuen uns schon lange darauf, hier mal wieder durch zu schlendern" zeigten sich viele Besucher absolut einig.

An einem Stand gab es große und kleine Muscheln, so manches Meeresrauschen war den Interessierten sicher. Eine Familie kaufte sich gleich fünf Muscheln auf einmal. Warum? "Wir können uns heuer keinen Urlaub am Meer leisten, darum gab's das Urlaubsfeeling für daheim für grad mal 25 Euro" zwinkert der Familienvater seiner Frau zu.

Interessant, dass der Geldbeutel scheinbar ziemlich locker saß. "Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr als 100 Euro heute auszugeben, aber ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich dann den ganzen Marktweg entlang gehen sollte" erklärte eine Besucherin.

Ein kleiner Junge kam mit einem Turban auf dem Kopf herangelaufen, der rutschte zwar ein bisschen, doch der Bub strahlte: "Ich bin ein Scheich und werd' jetzt reich" grinste Tobias. Seine Mama hat ihm den Turban am Stand eines älteren Herren erstanden, Tobias wirkt äußerst glücklich. "Wirklich brauchen tun wir diese Kopfbedeckung nicht", weiß die Mutter. "Doch es macht meinem Sohn Spaß und er hat für sein gutes Zeugnis noch eine Belohnung gebraucht".

Bis in die späten Stunden hinein war der Besucherandrang ungebrochen. Die vielen kleinen Gruschereien und zwischendurch auch Spielzeug, Haushaltswaren, Brauchbares und "Herzensangelegenheiten" wurden verkauft, gekauft.

Das schöne für die Außenstehenden, die definitiv nichts kaufen wollten, waren die Verhandlungen am Flohmarkttisch: "Das Feilschen und Handeln gehört dazu, das macht einen Flohmarkt aus" findet ein älteres Paar, das gerade einen guten Fang gemacht hat, mit einer alten Campinglampe.

Entlang der Gassen läuft uns ein Finanzbeamter über den Weg. "Wollen Sie nachforschen, welche Einnahmen die einzelnen Standbetreiber machen?" sprudelte es spontan heraus. "Nein, nein, ich bin privat hier" berichtet der Finanzler. Aber er konnte uns ohnehin beruhigen: "Die Einnahmen aus einem Flohmarktverkauf müssen von Privatleuten nicht versteuert werden". Wichtig sei, dass keine gewerblichen Händler am Markttreiben teilnehmen, so der Experte.

Der Blick über die Markttheken zeigt aber, dass der Nachtflohmarkt in Wasserburg eine reine Privatsache ist. Familien tun sich zusammen, und füllen das Sparschwein durch den Verkauf nicht mehr brauchbarer Dinge, und viele Besucher aus dem Wasserburger Land sehen den Nachtflohmarkt als festen Bestandteil des Stadtlebens an.

Wirklich großen Gewinn werden die wenigsten Standlbesitzer machen, doch die Atmosphäre hier ist Gewinn genug, sowohl für Besucher als auch Verkäufer.

Quelle: rosenheim24.de

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