Bürgerversammlung 2019: Anliegen der Altstadtbewohner

Ärger über Wildparker: "Wenn wir an Notfall ham, verrecken wir..."

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Rund 40 Bürger besuchten die Bürgerversammlung am 4. November 2019 im Feuerwehrhaus Im Hag, bei der Bürgermeister Michael Kölbl Rede und Antwort stand. 
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Wasserburg - Neubau des Feuerwehrhauses am Altstadt-Busbahnhof, Verkehrsproblematik und das Endlos-Thema Bahnübergang Reitmehring. Die Altstadtbewohner nutzten die Gunst der Stunde, um ihre Anliegen bei der Bürgerversammlung loszuwerden. 

Sinn und Unsinn über die Eisbahn in der Herrengasse, die der Haupt- und Finanzausschuss dem (WFV) im September genehmigt hat, wurden bereits von Seiten der Altstadtbewohner diskutiert. Auf der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus Im Hag aber brannten den Wasserburger weitere Themen unter den Nägeln: 

Wohnmobil-Stellplätze und Winterzeit

Traudl Inninger sprach die ihrer Ansicht an "zu wenig und auch zu billigen Stellplätze für Wohnmobile" in Wasserburg an: "Wir finden einfach keinen Stellplatz, sie sind belegt und oft auch zu klein. Auf den normalen Stellplätzen kassieren wir berechtigterweise einen Strafzettel. Aber wo sollen wir denn parken? 

Bürgermeister Michael Kölbl erklärte, er werde die Verkehrsüberwachung darauf aufmerksam machen, vermehrt auf falsch parkende Wohnmobile zu achten.

Inninger bat des Weiteren darum, dass zur anstehenden Winter- und Glatteiszeit "nicht so viel und nicht so nah an den Häusern gesalzen" werde. Ihr Haus auf der Burg vertrage das nicht. Kölbl nahm diese Bitte zur Kenntnis und erklärte man habe eigentlich ein salzsparendes Model, er werde aber den Bauhof darauf ansprechen. 

Neubau des Feurwehrhauses

"Was passiert mit dem Feuerwehrhaus Im Hag, wenn der Neubau am Busbahnhof bezugsfertig ist?", wollte Anton Häuslmann wissen. "Wird das dann auch so verschandelt wie das Schlachthaus?" 

Kölbl erwiderte, das Feuerwehrhaus Im Hag sei Stadteigentum und werde genauso wenig verschandelt wie das Gebäude des ehemaligen Schlachthauses, in dem sich inzwischen Wohnungen befinden. Für das neue Feuerwehrhaus habe die Stadt das nötige Grundstück auf dem Gelände der alten Gärtnerei am Altstadtbahnhof erworben. Noch heuer sollen dort die Abrissarbeiten beginnen. Der Neubau selbst, so räumt der Bürgermeister ein, werde wohl erst in vier bis fünf Jahren bezugsfertig sei.

Parksituation in der Gripsenau

Eine Anwohnerin von der Schanz übte heftige Kritik an der "katastrophalen Parksituation" in der Gripsenau: "Wenn wir an Notfall ham, verrecken wir, denn weder Feuerwehr noch Rettungsdienst hat da eine Chance, rechtzeitig ans Ziel zu kommen", machte sie ihrem Ärger Luft. Es sei "alles furchtbar zugeparkt", seit Monaten blockiere zudem ein ohne Zulassung geparktes Auto die Straße. 

Die Problematik würde sich bis hinüber in den Holzhofweg ziehen. Ob man da nicht mit Überwachung und beispielsweise "optischen Parkflächen" Abhilfe schaffen könne, damit die Leute wissen, wo sie parken dürfen, wollte sie vom Bürgermeister wissen. Dieser versprach für eine Verbesserung, die Verkehrsüberwachung verstärkt für diesen Bereich zu sensibilisieren.

Bahnübergang Reitmehring

Thomas Lindlmaier erkundigte sich nach dem Radweg entlang der B304. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens "Beseitigung Bahnübergang B304 Reitmehring" käme ihm dieser zu kurz. "Wer das Radl beruflich nutzt um von A nach B zu kommen, für den gleicht die Fahrt nach Wasserburg einem Hürdenlauf: Barrierfreiheit sieht für mich anders aus. Im Sinne des Klimaschutzes sollte verstärkt auf Radfahrer geachtet werden." Seine Anregungen habe er auch bereits im Rahmen der öffentlichen Auslegung über den ADFC eingebracht.

Laut Kölbl sei an der Gesamtplanungsstrecke ein Radweg bis zum Kirchweg beinhaltet. Die Planungshoheit der Radstrecke liege wie bei dem gesamten Verfahren beim Staat. 

Verkehrsführung in der Altstadt

Dorle Irlbeck vertrat ihre Meinung zur Verkehrsführung in der Altstadt, die in der Bauausschusssitzung am 3. Dezember neu diskutiert wird: "Dass in Erwägung gezogen wurde, die Gerblgasse zur Einbahnstraße zu machen, halte ich für einen Schmarrn." 

Ansonsten hatte die 83-jährige Wasserburger Worte des Lobes für die Stadt übrig. Der Bau des Museumsdepots sei positiv in den Augen Irlbecks: "Dass i das no erleben darf, gfreit mi." 

Unter anderem freue sie sich auch über die Grünanlagen in der Stadt, die nur sehr selten gemäht werden. "Ein schöner Lebensraum für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge."

mb

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