Bürgerforum: Das bewegt die Wasserburger

Ein Biergarten auf dem Dach des Parkhauses? 

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Den Wasserburgern fehlt ihr ehemaliger Biergarten am Fletzinger-Areal sehr. Und auch die geplanten Parkhausgebühren bleiben ein vorherrschendes Thema in der Innstadt. 
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Wasserburg - Bei der Bürgerforumsdiskussion am 15. März in der Schranne stand die Sperrzeit als vorherrschendes Thema im Fokus. Aber das ist nicht das einzige, was den Wasserburgern auf dem Herzen liegt:

Im Rahmen der Diskussion um die seit nunmehr einem Jahr geltende Sperrzeit fiel auch der Vorwurf, dass man in den Sommermonaten in Wasserburg eingeschränkt sei, was das Beisamensitzen im Freien anbelangt. In München könne man ungestört bis Mitternacht die Sommernächte im Freien genießen - in Wasserburg fangen ab 23 Uhr die Diskussionen um Ruhestörung an. Aber nicht nur die zeitliche Einschränkung sei das Problem, "wo kann man denn in Wasserburg überhaupt noch gemütlich draußen sitzen," war die zentrale Frage in der Runde. 

Ein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung des ehemaligen Biergartens am Fletzinger Areal. Obwohl sich die Wasserburger in ihrer Stadt wohlfühlen, vermissen sie eine bayerische und gemütliche Biergartenatmosphäre - und die gibt es seit dem Abriss in der Altstadt nicht mehr. Edith Stürmlinger erklärt dazu: "Wir haben einen wunderbaren Biergarten gegen unseren Willen verloren, der Stadtrat ist aber weiterhin bemüht, gemeinsam eine Lösung und ein neues Konzept für einen Ersatz zu finden."

Strafzettel bevorzugt?

Auch die viel diskutierten Parkhausgebühren kamen am Ende des Bürgerforums noch ins Spiel. "Das Ganze war doch ein unüberlegter Schnellschuss von der Stadt - wie und für wen genau, das wissen wir noch nicht, aber Hauptsache sofort beschlossen", lautete die deutliche Anklage der Wasserburger Altstadtbewohner in Richtung Stadtrat. 

Die Anwohner versuchen immer den kürzesten Weg zu finden, um an ihre Wohnungen zu gelangen. Daran würden auch Parkhausgebühren mit Tagespauschale von ein bis zwei Euro nichts ändern, vermuten die Wasserburger. "Ich werde kein Parkhaus nutzen, sondern vielmehr länger in der Altstadt kreisen, bis sich ein Parkplatz auftut. Zur Not gehe ich eben das Risiko der letzten kostenpflichtigen Stunde bis 18 Uhr ein, einen Strafzettel zu kassieren", erklärt Chris Roth. 

Viele offene Fragen zu den Parkhausgebühren

Das Thema Parkhausgebühren polarisiert. Der Wunsch nach einer ausgewogenen Regelung unter Einbindung der Altstadtbewohner wird laut. Edith Stürmlinger verspricht, die Diskussionen an den Stadtrat weiterzugeben. "Wir müssen uns gut überlegen, wie wir das Ganze Thema Gebühren regeln wollen, Argumente abwägen und dann einen Kompromiss finden, der möglichst für alle akzeptabel ist." 

Ein Vorschlag, mit dem sich sicher alle Parteien zufrieden geben würden, wurde zum Ende der Gesprächsrunde scherzhaft angebracht: "Man könne doch einfach einen Biergarten auf das Dach des Kellerbergparkhauses aufmachen - damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!"

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mb

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