Weiterhin Widerstand gegen B15neu

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Gisela Floegel und Rosi Steinberger informieren über möglichen Widerstand zu B15 neu
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Wasserburg – Das Projekt der B15neu bleibt Thema in der Region. Was während des Wahlkampfes zur Kommunalwahl heiß diskutiert wurde, beschäftigt die Bürger weiter.

Bei zahlreichen Veranstaltungen in und um Wasserburg kam die Sorge vieler betroffener Bürger immer wieder zur Sprache. Völlig außerhalb des Wahlkampfes und völlig frei von Fraktionen. Die B15neu und die damit verbundenen Planungen heizen Diskussionsrunden an.

Die „Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg-Rosenheim e. V.“ informierte kürzlich in der Altstadt über die Möglichkeiten, gemeinsam etwas zu bewegen und das Fortschreiten der Planungen für dieses Projekt nicht einfach hinzunehmen. Die 1. Vorsitzende des Vereins, Gisela Floegel, berichtet dass es den Verein bereits seit 40 Jahren gebe. Bereits damals hätte ein Trassenstück in der Mitte des Gesamtbereichs erneuert werden sollen.

Nach langem hin und her, auch mit viel Gegenwehr und so manchem Gang vor die Gerichte, sei mittlerweile das Baurecht für den Abschnitt nicht mehr vorhanden. „Man sieht also, dass sich viel tun kann, wenn sich Bürger gezielt wehren“, erklärt Floegel. Zunächst wäre der Widerstand im Süden gewesen, dann in der Mitte. Im Norden habe es am wenigsten Widerstand gegeben, deshalb habe es hier schnell begonnene Änderungsarbeiten gegeben.

Man könne also sehen, dass Widerstand der Bürger viel bewirke, ist sich Gisela Floegel sicher.

Onlinepetition eine von vielen Möglichkeiten

Den Wasserburgern und allen aus der Region, die die veränderte Trassenführung als persönlich problematisch sehen, sollten ihren Unmut kundtun, rät die Vorsitzende des Vereins.

Vor zehn Tagen hat sie im Bundesverkehrsministerium die 12.343 Unterschriften der abgeschlossenen Onlinepetition eingereicht, um zu zeigen, dass sehr viele Leute dagegen sind, dass diese Strecke in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Außerdem wurde den Politikern empfohlen, Mittel zu sparen und lediglich den Ausbau zu finanzieren. Dies sei absolut leichter zu bewerkstelligen als die B 15 neu mitsamt der geplanten Veränderungen. Wer sich weiter über das Projekt an sich oder die Möglichkeiten des gemeinsamen Widerstands informieren möchte, könne dies über die Internetseite des Vereins tun, heißt es von Gisela Floegel weiter.

Auf den Webseiten des Vereins unter gegner-b15neu.de oder stop-b15-neu.de  könnten sich alle Interessierten informieren.

Auch sie selbst werde sich persönlich um die Anliegen der Menschen im Landkreis Rosenheim kümmern. Obwohl sie eigentlich aus Vilsbiburg stammt, möchte sie auch anderen Betroffenen den Rücken stärken und alle unterstützen, die sich wehren möchten, dass die B15neu gebaut werde, erklärt die Vorsitzende des Vereins.

Politiker erläutern

Auch einige Landtagsabgeordnete stehen dem Projekt der veränderten Trassenführung und somit der B15neu abgeneigt gegenüber. Die Grüne Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger hat in Wasserburg darüber informiert, wie sich der aktuelle Stand der Planungen B15neu, auch dem Altlandkreis betreffend, darstellt.

Die Arbeiten der B15neu haben bereits begonnen. Derzeit gelte das Gebiet um Regensburg von den Ausführungen her als besonders betroffen, bis nach Landshut und zur A92 sei man noch nicht gekommen, führt Steinberger aus. Hier gelte das Planungsrecht bis zum Jahr 2019.

Alles was über die A 92 hinaus gehe, sei noch vollkommen in der Schwebe, führt die Abgeordnete weiter aus: „Es gibt quasi lediglich einen Strich auf der Landkarte, wie man weiterbauen möchte, aber es kommt jetzt eigentlich drauf an, wie der Bundestag im nächsten Jahr entscheidet.

Dann wird der Bundesverkehrswegeplan neu aufgelegt, der dann wieder für 15 Jahre Bestand hat. Da kommt es dann sehr stark darauf an, wie die B15neu im weiteren Verlauf eingeteilt wird“.

Verkehrsmengen nicht überdurchschnittlich

Diese Einstufung findet also erst 2015 statt. Doch sowohl bayrische Politiker, auch aus der Region, als auch der Verein gegen die B15neu, sind der Meinung, dass die Straßenänderungen an der A92 enden sollten und nicht weiter Richtung Süden gebaut werden müsse. Der Bedarf sei keinesfalls gegeben, heißt es beispielsweise von Rosi Steinberger weiter.

Hier seien viele Politikerkollegen der gleichen Meinung, weil an der B15 alt kein enorm starkes Verkehrsaufkommen herrsche, dass es einer autobahnähnlichen Strecke bedürfe. In Wasserburg erklärte Steinberger, wie solche Projektplanungen zustande kommen, welche Grundlagen dahinterstehen und wie der Bund langfristige Planungen behandelt. Ebenso führte sie die Einstufungsmöglichkeiten auf. Dass die Verkehrsmengen auf der momentanen B15 alt kein positives Argument zugunsten der neuen Planungen seien, diskutierten einzelne Politiker gemeinsam mit der Vereinsvorsitzenden Gisela Floegler und den interessierten Bürgern. Es sei nicht gerechtfertigt.

Alle zusammen

Die Trassenführung, die insbesondere Wasserburg betrifft, wird in den nächsten Monaten noch für Diskussionsstoff sorgen. Durch die geplanten Änderungen der Eingabe, sei Wasserburg jetzt am Zug, aktiv Widerstand zu leisten.

Dass sich auch die Kommune und der Landkreis in die Planungen teils empörend einschalten, sei logisch. Die Zulaufstrecken beispielsweise werden nicht vom Bund bezahlt. Schon allein deshalb dürften sich die regional betroffenen Verwaltungen und Bürger durchaus aufregen und dagegen ankämpfen, zeigt sich Steinberger verständnisvoll.

Sie selbst kommt aus dem Landkreis Landshut und sei auch persönlich in das Thema involviert. Jetzt gelte es, sinnvolle Alternativen herauszuarbeiten. „Es gibt Kriterien, dass der Bund eher Abstand halte, wenn großer Widerstand da ist, weil man nur noch Straßen in Angriff nehmen möchte, die man in 15 Jahren auch wirklich bauen kann“, ermutigt Steinberger die Wasserburger und diejenigen aus dem Umland. Hohes Ökologisches Risiko oder viele ablehnende Gemeinde- oder Stadtratsbeschlüsse zu dem Projekt, könnten dazu führen, dass dieser Bedarfsplan in so einer hohen Kategorie gar nicht erst eingestuft werde, stellen Steinberger und Floeger klar. Jeder Widerstand könne sich lohnen, bevor im Jahr 2015 die Maßnahmen behandelt und erörtert werden. Bester Beweis dafür sei das Atteltal. In der alten Trasse noch vorgesehen, bleibe es jetzt nach aktuellem Stand unberührt. Hier gab es riesige Widerstände. Die Gegner hätten also schon einmal bewirkt, dass eine Verschiebung stattgefunden habe.

Doch die verschobene Trasse schafft neue Gegner. Signale nach Berlin geben, gelte als Devise, die Erfolg bringen könne. Die Wasserburger und auch die Betroffenen aus dem Umland sind teils besonders gewillt, sich zu wehren.

Quelle: rosenheim24.de

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