Großes Bedauern bei den Ratskollegen 

CSU-Fraktionsvorsitzender Oliver Winter verlässt Stadtrat 

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Oliver Winter (CSU) legt sein Stadtratsmandat nieder. 
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Wasserburg - Die Mitglieder des Stadtrates wollten ihn nicht wirklich gehen lassen - am Donnerstag war Oliver Winters (CSU) letzte Stadtratssitzung.

Gleich nach der Sommerpause gibt es personelle Veränderungen im Wasserburger Stadtrat: Der Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft CSU/Wasserburger Block, Oliver Winter, legt zum 30. September sein Mandat nieder

Der 49-Jährige übernimmt eine neue Aufgabe im Landratsamt Rosenheim, die die Rechtsabteilung einschließt. "Dieser Abteilung unterliegt auch der Wasserburger Stadtrat, weswegen sich die Ratsmitgliedschaft nicht mehr länger mit der neuen Arbeit vereinbaren lässt und wir seinen Antrag auf Niederlegung seines Stadtratsmandats annehmen sollten", erklärt Bürgermeister Michael Kölbl die Gründe der Entscheidung. Peter Stenger (SPD) interessierte, was passiere, würde der Stadtrat dagegen stimmen. "Dann wiederum würden uns die Rechtsabteilung des Rosenheimer Landratsamts mahnen", lacht Kölbl über den Kreislauf. 

Baumann (FWRW): "Möchte nicht sagen, dass heute ein schwarzer Tag für den Rat ist" 

Insofern hatten die Ratsmitglieder keine Wahl. Gerne verabschiedeten sie sich aber nicht von ihrem Kollegen. Michael Kölbl (SPD) bedauerte Winters Aus sehr: "Wir sind schon lange per Du, weil das in Wasserburg so ist und ich lasse dich nur ungern gehen, lieber Oliver. Du warst immer kompetent, diskussionsfreudig und hast deine Meinungen konsequent vertreten, oft mit Witz und immer mit fachlichem Hintergrundwissen untermauert. Außerdem bist du nicht nachtragend, was eine sehr gute Eigenschaft ist. Mit dir fehlt eine Facette im Rat.

Josef Baumann erklärte im Namen der Freien Wähler Reitmehring/Wasserburg (FWRW), dass der Abschied des CSU-Kollegen ein bisserl weh tut, "auch wenn ich nicht sagen möchte, dass heute ein schwarzer Tag für den Rat ist."

SPD-Sprecher Wolfgang Janzeczka sagte, obwohl man selten einer Meinung war mit der CSU, werde die SPD Winter vermissen. Die eigene Fraktion bedankte sich ebenfalls für die Arbeit Winters. Markus Bauer erklärte, der scheidende Fraktionsvorsitzende werde eine Lücke hinterlassen. "Du hast uns immer auf die richtige Spur gebracht, wenngleich wir das oft nicht wollten", grinst Markus Bauer im Namen der CSU-Fraktion. 

Winter selbst fiel der Abschied ebenfalls nicht leicht: "Auch wenn nicht immer alles Friede, Freude, Eicherkuchen war - es wurde immer so diskutiert, dass wir uns am nächsten Tag alle wieder ins Gesicht schauen konnten. Ich freue mich schon, wenn ich künftig beim Frühstück die Zeitung aufschlage, und mir wohl denke 'Um Gottes Willen, was ham's denn da wieder g'macht?'"

Kölbl: "Wasserburg ist auch kein kleines Schifferl"

Winter war seit der Kommunalwahl 2002, bei der Michael Kölbl und er Konkurrenten um das Amt des Bürgermeisters waren, Mitglied des Stadtrates. Dafür gab der Diplom-Verwaltungswirt seinen Job in der Wasserburger Stadtverwaltung auf und wechselte ins Landratsamt Rosenheim. Seit 2014 war er Fraktionssprecher und Wirtschaftsreferent. 

Der gesamte Stadtrat bedankte sich für Winters Tätigkeiten und wünscht dem scheidenden Ratsmitglied alles Gute für die Zukunft. "Das Landratsamt Rosenheim ist schon ein größerer Tanker als die Stadt Wasserburg, und die ist auch kein kleines Schifferl", schmunzelt Kölbl abschließend. 

Auf Oliver Winter folgt ab dem 1. Oktober Georg Machl. Machl absolvierte seine Ausbildung in der Wasserburger Stadtverwaltung, ist heute geschäftsleitender Beamter der Gemeinde Soyen und Vorsitzender der Stadtkapelle. 

mb

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