Vorreiter im Landkreis Rosenheim

Hier entsteht die "essbare Stadt" Wasserburg

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Zwei Bäume müssen weichen, dann wird die kleine Grünfläche vor dem Bauhof als Projektgarten für die "essbare Stadt Wasserburg" verwendet.
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Wasserburg – Was haben Andernach, Heidelberg, Würzburg, Minden, Saarbrücken, Waldkirch, Haar und Wasserburg gemeinsam? Sie alle interessieren sich für offene Gartenbeete auf Stadtgrund und viel mehr Gemeinschaftsprojekte rund um eine „essbare Stadt“.

Die Idee geboren und für gut befunden. Die Praxis noch fern, doch der Gedanke in guten Startlöchern. Beim ersten öffentlichen Treffen rund um das Projekt „Essbare Stadt“ kamen Stadtvertreter, Stadträte und interessierte Bürger im Queens zusammen. Und auch der Standort für öffentliche Beete ist schon spruchreif: Die kleine Grünfläche direkt vor dem Bauhof-Gebäude soll es werden. Klein – aber oho!

Wasserburg wäre die erste Kommune im Landkreis Rosenheim, die öffentliche Flächen für einen Bürgerpatengarten und freier Pflückerlaubnis hätte. In Wasserburg wird ab sofort das Gemüse in die Stadt geholt.

Beim Infoabend zum Thema „Essbare Stadt“ gab es reichlich Erfahrungsschatz durch Michael von Ferrari aus Haar, der das Projekt dort seit 2014 betreut und Wasserburg Mut macht, sich einem offenen Garten-Projekt anzunehmen. Der Umweltreferent aus Haar berichtete mit lebhaften Erinnerungen, wie sich das Projekt der Grünen Kommune bereits im zweiten Erntejahr gut entwickelt hat.

Infoabend der Stadt zum Projekt "essbare Stadt" in Wasserburg. Der Verantwortliche aus Haar, Michael von Ferrari mit Bürgermeister Michael Kölbl und Initiatorin und Stadträtin Dr. Christine Mayerhofer.

„Mit dem Gemüse bin ich bei manchen angeeckt, und auch die Standortfrage war nicht immer leicht“, blickt Ferrari auf die ersten Schritte des Projekts zurück. In der Kommune zur Stadtgrenze Münchens hat man einige Hundert Quadratmeter bereitgestellt, um interessierten Gartenpaten das „Garteln und Ernten“ zu ermöglichen. Letzteres stehe jedoch allen Bürgern zu, so Ferrari. Man habe sich dazu entschlossen, jedem Erntewilligen zu erlauben, sich an dem Gemüse und Kräutern zu bedienen.

Weil es immer wieder Unmut gebe, weil viele Bürger ernten, obwohl sie nicht mitgeholfen haben oder zu früh geerntet werde, obwohl die Früchte noch nicht reif genug sind.

Manche Städte hätten deshalb als Information ein Ampelsystem eingeführt, denn die Beete seien – auch in Haar – für jedermann frei zugänglich. „Rot bedeutet, man soll noch nicht ernten, Gelb heißt, die Früchte oder das Gemüse sind noch nicht ganz reif, nur im Notfall kann bereits abgeerntet werden und grün ist eine Aufforderung zum Ernten, auf geht’s“ , lächelt Ferrari. Voraussetzung für ein solches Projekt des öffentlichen Gartens oder der „essbaren Stadt“, wie es das Motto für Wasserburg wird, seien Mitstreiter, die als Gartenpaten einen Teil der Arbeit machen. „Hier ist Leidenschaft fürs Garteln ein großer Vorteil“, betont Ferrari im Queens in Wasserburg.

Die Initiatorin des Projekts in Wasserburg, Stadträtin Dr. Christine Mayerhofer, zeigte sich begeistert davon, dass sich einige Bürger bereits für dieses Stadtprojekt als Paten angeboten haben.

„Es ist eine schöne Fortsetzung zu der Idee des Interkulturellen Gartens“, heißt es von Stadtoberhaupt Michael Kölbl. Auch der Platz für erste Beete sei bereits gefunden, erklärte Mayerhofer am Mittwochabend im Queens. „Wir möchten einen Grünbereich am Bauhofgelände dafür nutzen“, so Mayerhofer.

Es würden dafür noch zwei Bäume entfernt, um Platz für Hochbeete zu schaffen. Zwar sei es derzeit eine sehr überschaubare Fläche für das Projekt „essbare Stadt, doch es sei der erste Schritt in diese Richtung, zeigten sich die Verantwortlichen von Bauhof und Stadt positiv gestimmt.

Infoabend der Stadt zum Projekt "essbare Stadt" in Wasserburg

„Gleich neben dem Bauhof haben wir ideale Bedingungen für solch ein Gartenprojekt, es gibt die Gerätschaften und einen Wasseranschluss“, erläutert Michael Kölbl. Vertreter der beiden Gartenbauvereine aus Wasserburg und Reitmehring signalisierten Hilfe bei der Ausführung. „Aber wir möchten nicht auf der ganzen Arbeit sitzen bleiben“, betonte der Vorsitzende des Gartenbauvereins Wasserburg. „Dieses Projekt ist ein Mosaik“, so Dr. Christine Mayerhofer.

Für Michael von Ferrari gab es als Dankeschön für die Infos ein paar Mitgebsel aus Wasserburg

Es könnte von Kräutern, Beeren bis hin zu Gemüse oder Salat alles angebaut werden, was auf den Platz passe und die Paten für interessant ansehen würden. Viele Interessierte schrieben sich in die Liste ein, Anfang 2016 soll es ein erstes Treffen geben, um Details zu besprechen.

„Ich freue mich sehr, dass diese Fläche vor dem Bauhof einen anderen Charakter bekommt und kann Ihnen jetzt schon die Hilfe durch die Stadt und den Bauhof zusichern“, beteuert Kölbl. Im März 2016 komme eine engagierte neue Stadtgärtnerin ins Bauhof-Team, die sich dann auch um das Gartenprojekt der „Essbaren Stadt“ Wasserburg mitkümmern werde. Doch es gilt: Es brauche viele Kümmerer in Form von gartenbegeisterten Bürgern.

Quelle: rosenheim24.de

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