Suche nach flüchtigem Mann: Wo will er hin?

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Eine junge Frau wurde am Freitagabend in einem Haus in der Münchener Straße in Wasserburg schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht. Doch wohin?
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Wasserburg - Viele aus der Region sind aufgeregt: Wo könnte sich der mutmaßliche Täter, der am Freitagabend versucht hat, eine 21-Jährige zu töten und diese dabei schwer verletzt hat, aufhalten?

Jürgen Thalmeier vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärt im Gespräch mit wasserburg24.de, dass es nach dem Vorfall am Freitagabend und dem Eintreffen der Polizei zu Überprüfungen von im Haus befindlichen Personen gekommen sei, direkte Festnahmen hätten nicht stattgefunden.

Der mutmaßliche Täter befinde sich auf der Flucht, nach ihm werde weiterhin gesucht, heißt es. Zur genauen Identität des jungen Mannes wollte sich die Polizei nicht näher äußern, Vermutungen würden nicht unterstützt, hieß es.

Die Beschreibung des 21-Jährigen:

Der Mann ist ungefähr 175 cm groß, hat eine athletische Figur, dunkle Hautfarbe. Bekleidet sei er wahrscheinlich mit einer blauen Jeans und schwarzer Jacke (eventuell einer Lederjacke).

Wasserburg24.de stellt sich, wie viele weitere Wasserburger Bürger, die Frage:

Wird die verletzte Frau im Krankenhaus bewacht? Wird damit gerechnet, dass der mutmaßliche Täter nochmals Kontakt zu der Frau aufnehmen und sie aufsuchen möchte?

Hier erklärt Jürgen Thalmeier, dass alles dafür getan werde, damit der Frau nichts passiere, nähere Einzelheiten zu den Vorgehensweisen könnten aus ermittlungstechnischen Gründen nicht preisgegeben werden. „Auch wir haben im Visier, dass in dieser Richtung etwas passieren könnte und haben Vorkehrungen getroffen“, gibt Thalmeier jedoch klar zu.

Nun kommt es zu weiteren Unsicherheiten und Fragen in der Bevölkerung.

Die Stadt Wasserburg ist relativ überschaubar, der Ort, an dem die tätliche Auseinandersetzung passiert ist, liegt in unmittelbarer Nähe zur B15 sowie B304.

Ist der flüchtige Mann noch in Wasserburg? Oder hat er sich zum Beispiel per Anhalter oder Bus bereits weit von der Innstadt entfernt?

Die möglichen Richtungen könnten verschiedener nicht sein.

Was geht in dem jungen Mann nun vor?

Diese Frage beantwortet umgehend ein erfahrener Psychologe, der seit vielen Jahren in Salzburg aktiv an möglichen Gedankenmustern von Flüchtigen forscht. „Ein direktes System gibt es nicht“, erklärt Prof. Julius M. Wohl sei zu erkennen, welche vermeintlich wichtigen Gedanken vielen Tätern, die Menschen verletzt oder sogar getötet hätten, durch den Kopf gingen während einer Flucht.

„Der erste Gedanke ist natürlich der Entscheidenste für einen Täter. Sofort weg, heißt die Devise“. Hier werde das Opfer erst einmal mit jedem Gedanken ausgespart, der mutmaßliche Täter denke lediglich daran, sich aus der Situation heraus zu bringen,  so Prof. Julius M. weiter.

Dann könnten zwei verschiedene Richtungen möglich sein, erläutert der Experte und nahe Vertraute der benachbarten Gendarmerie aus Österreich. „Einerseits sagen sich die Flüchtigen oft vor – nun aber ganz schnell ganz weit weg und rennen förmlich um ihr Leben“. Mit einer oft planlosen Route passiere diese Flucht, so der Professor. Andere Täter wollen weiterhin relativ „nahe“ bei ihrem Opfer sein und auch bleiben. Eine Art Stadtrundfahrt bis hin zu einer schnellen Suche nach einem vorübergehenden Versteck seien keine Seltenheit, so Julius M. im Gespräch mit der Redaktion.

Die weiteren Gedanken würden erst mehrere Stunden nach der Tat gefasst. Dann komme es oftmals erst zur Realisierung des Geschehenen, Angstzustände können auftreten.

Wichtig für die Bevölkerung: In diesen Phasen der Erkenntnisse sollte einem mutmaßlichen Täter besonders vorsichtig entgegen getreten werden. „Beobachtungen müssen sofort der Polizei gemeldet werden, denn die betroffenen Menschen sind zu diesem Zeitpunkt entweder sehr scheu oder aber weiter in einer Art Schockzustand und Abwehrhaltung“. Dann sei die angespannte Situation vor Ort durch Spezialisten zu klären.

Die Polizisten seien geschult, diese Situationen gut abschätzen zu können, Bürgerengagement müsse - nach Bekanntgabe von Informationen über den Aufenthaltsort des Gesuchten an die Polizei - dann umgehend aufhören, rät der Kriminalpsychologe.

Hier stürmt das SEK die Wohnung:

SEK stürmt Wohnung in Wasserburg

Fotos vom Polizeieinsatz am Freitagabend:

Wasserburg: Angriff auf eine Frau am Freitagabend 

Was glaubt der Experte im aktuellen Fall?

Wo ist der mutmaßliche Täter, der am Freitagagabend eine junge Frau in einem Haus in der Münchner Straße in Wasserburg schwer verletzt hat, hin? „Schwer zu sagen, vor allem, weil ich nicht weiß, ob der Mann besonders Orts- und Umgebungskundig ist“, so Julius M. „Eins steht fest, durch erhöhte Polizeipräsenz wird es schwer für den Mann, sich weiter in der Stadt aufzuhalten, ohne entdeckt zu werden. Auch in Garagen oder Gartenlauben". 

Er sei sich fast sicher, so Julius M. gegenüber wasserburg24.de, dass der Gesuchte bereits versucht, mit der Bahn oder anderen Verkehrsmitteln dem Geschehen gedanklich zu entfliehen. „Das ist oft ein großes Anliegen der Menschen nach solchen Ereignissen“.

Quelle: rosenheim24.de

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