Vorzeitige Abreise

Pöbelnder Vater vertreibt Zirkus aus Wasserburg

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Am Sonntag wären noch zwei Vorstellungen geplant gewesen.
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Wasserburg – Nach den Streitereien mit einem Familienvater, der sich unbefugt auf dem Gelände des Zirkus aufhielt, ist den Zirkusleuten der Spaß vergangen. Überstürzt reisten sie ab.

Sie waren das erste und wohl auch das letzte Mal in Wasserburg, die Vorstellung ist zu Ende! Keine Spuren mehr vom Zirkus Strada. Die gesamte Mannschaft hat die Sachen gepackt, das Zelt kurzerhand abgebaut, die Tiere eingeladen und alles abtransportiert. Keine Clownsnummer, sondern echter Alltag.

Wie die Polizei Wasserburg mitteilte, habe sich der Zirkusdirektor mit seiner Mannschaft wohl nicht davon abbringen lassen, die Zelte abzubrechen. „Es wurde gegen den 33-Jährigen Familienvater, der sich am Samstag unbefugt auf dem Zirkusgelände aufhielt, und anschließend mit seinen aufgebrachten Freunden erneut das Gelände beobachtete, Anzeige erstattet, die Ermittlungen laufen“, hieß es von einem Polizeibeamten. Es wird allerdings vermutet, dass die Zirkusfamilie Angst davor gehabt habe, die konfliktsuchenden Freunde des 33-Jährigen könnten das Zirkusgelände erneut aufsuchen, berichtet die Polizei weiter. 

Der Zirkus selbst erklärte gegenüber wasserburg24.de: "Wir entschuldigen uns bei unserem Publikum, das vorhatte, am Sonntag zu unseren Vorstellungen zu kommen". 

Die gesamte Familie sei sehr von dem Vorfall enttäuscht "Wir haben noch in der Nacht auf Sonntag alles abgebaut und ziehen weiter", berichtet die Betreiberin des Zirkus.

Bleiben Besucher auf den Kosten sitzen?

Nichts mehr übrig vom Zirkus! Auf dem Festplatz ist alles so, als wäre am Wochenende hier nie ein Zirkus gewesen.

Am Sonntag wären eigentlich noch zwei Vorstellungen geplant gewesen. Doch daraus wurde nichts. „Wir sind total sauer, denn wir haben uns vorab schon die Karten gekauft für die Sonntagsvorstellung“ erklärt eine wütende Wasserburgerin. Sie wollte mit ihren vier Kindern und ihrem Mann dem Zirkustreiben zuschauen, doch die Vorstellung wurde ersatzlos gestrichen.

Wer Karten im Vorverkauf für eine Sonntagsvorstellung in Wasserburg erstanden hat, kann sich mit dem Zirkus in Verbindung setzen. Infotelefon: 0170-5366526

Bleibt sie jetzt auf ihren Kosten sitzen? "Nein", hieß es auf Anfrage von wasserburg24.de von den Zirkusleuten: "Wir werden den Betrag der Karten umgehend an die Familie zurücküberweisen und haben einer anderen Familie bereits das entrichtete Geld für eine Sonntagsvorstellung kurz vor der Abreise noch zurückgegeben".

Zirkus will Geld von der Stadt zurück

Aus der Stadtverwaltung hieß es: „Der Zirkusfamilie wurde der Festplatz für eine bestimmte Zeit überlassen. Von unserer Seite hätte eventuell sogar eine Verlängerung des Überlassungsvertrags vonstattengehen können“. Der Zirkus hätte also auch noch weiter in Wasserburg bleiben dürfen.

Der Zirkus wollte jedoch nicht länger bleiben, die Betreiberfamilie hat zudem noch eine große Bitte: "Wir haben den Platz von der Stadt gepachtet und dafür 1200 Euro gezahlt. Nicht annähernd haben wir dies einspielen können. Es wäre sehr nett, wenn wir von der Stadt wieder etwas zurückbekommen könnten, denn es war uns einfach unmöglich, weiter hier zu bleiben", berichtet ein Sohn der Zirkusbetreiberin. Die Angst um die eigene Familie und das Inventar sei zu groß gewesen, hieß es von der Besitzerin. Darum habe man sich entschieden, umgehend weiterzuziehen. "Wir haben auch Angst, dass uns eventuell Reifen zerstochen worden wären, Nachtwache wollten wir nicht schieben", erklärten die Verantwortlichen des "Circus la Strada".

Von der Stadtverwaltung Wasserburg hieß es auf Nachfrage, dies werde geprüft und Bürgermeister Michael Kölbl werde sich um das Anliegen kümmern.

Die Lichter in der Manege gingen für den "Circus la Strada" vorzeitig aus. Keine Reste wurden hinterlassen, das einzige Überbleibsel am Montag – die Zirkusschilder nämlich – wurden gerade abmontiert. Der Zirkus hat sich sprichwörtlich "in Luft aufgelöst“.

Quelle: rosenheim24.de

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