Stadt Wasserburg unterstützt Elterninitiative bei Gründung 

Neu: Tagesbetreuung für Kinder im Wald

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Wasserburg - Nachdem sich die Waldgruppe des Montessori-Kindergartens wegen massiver Konflikte mit Teilen der Eltern aufgelöst hat, hat sich eine Elterninitiative gegründet. Die möchte künftig eine Großtagespflege mit Schwerpunkt Waldpädagogik in der Innstadt anbieten. 

Bei der Großtagespflege handelt es sich um eine Form der Kinderbetreuung in übersichtlichen Gruppen von höchstens zehn Kindern bis maximal 14 Jahre. Die Stadt Wasserburg greift der Elternitiative bei der Neugründung der Tagespflege unter die Arme. Das beschlossen die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in ihrer jüngsten Sitzung am 10. Juli einstimmig

Folgende Leistungen werden von der Stadt unterstützt: 

  • Der für die Waldpädagogik notwendige Bauwagen wird in betriebsfähigen Zustand versetzt und kostenlos überlassen. Die dem bisherigen Nutzer entstandenen Aufwendungen für die Herstellung eines Podests und eines Sicherheitsnetzes sowie die Entfernung der Deichsel in Höhe von rund 2.000 Euro werden erstattet. 
  • Der Bauwagen wird wohl auf einer Teilfläche eines Grundstücks in der Burgau in der Nähe des Bolzplatzes aufgestellt.
  • Für Investitionen im Rahmen der Erstausstattung wird gegen Vorlage entsprechender Belege ein Zuschuss bis maximal 5.000 Euro gewährt. Laufende Kosten werden nicht bezuschusst.

Stimmen aus dem Haupt- und Finanzausschuss: 

Armin Sinzinger (Wasserburger Block) regte an, den Zuschuss um 2.500 Euro auf 7.500 Euro zu erhöhen. Diesen Antrag lehnten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses jedoch mit fünf Gegenstimmen ab. Auch der zweite Vorschlag Sinzingers, die finanziellen Mittel nicht auf Investitionskosten zu beschränken, traf mit nur drei Befürwortern und vier Gegenstimmen nicht auf Gegenliebe.  

Allgemein aber wurde der Diskussionspunkt um die Gründung der Großtagespflege positiv begrüßt. Markus Hoeft von der grünen Stadtratsfraktion kann die Entwicklung, wie er betonte, "nur unterstützen" und war der Meinung, die Auflagen würden wohl zu stemmen sein für die Eltern. 

Der Meinung schlossen sich auch SPD-Vertreter Werner Gartner und CSU-Vertreterin Elisabeth Fischer an, auch wenn Fischer mit den Worten "Schad' drum ist es schon" beklagte, dass es den Waldkindergarten nun nicht mehr gebe. Sie legte Bürgermeister Michael Kölbl nahe, dass die Stadt den Eltern bei der Genehmigung behilflich sein und beispielsweise den Weg über die zuständigen Behörden im Rosenheimer Landratsamt ebnen sollte. 

Edith Stürmlinger (Bürgerforum) zeigte ebenfalls ihr Bedauern über das Aus des Montessori-Kindergartens: "Schade, dass man sich nicht auf eine verträgliche Lösung einigen konnte. Allerdings bin ich glücklich über die neue Entwicklung. Die Waldpädagogik ist eine besondere Form der Kinderbetreuung, die es bei uns bisher noch nicht gab." 

Der erste Schritt in Richtung Genehmigung ist mit dem einstimmigen Ergebnis über die Unterstützung nun gemacht. Ein Teil der in der Ratsstube anwesenden Elterninitiative war sichtlich erleichtert nach der Abstimmung. "Wir freuen uns über die Unterstützung und dass es weiter geht für unsere Kinder", lautete der einstimmige Tenor abschließend.  

Ihre Meinung zur Entwicklung der Kinderbetreuung:

mb

Rubriklistenbild: © dpa (Horst Ossinger) 

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