Maßnahme zur Verkehrsberuhigung in der Wasserburger Altstadt

Hofstatt künftig am Wochenende für Verkehr gesperrt – mit Ausnahmen

Die Einfahrt zur Hofstatt in der Wasserburger Altstadt
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Die Einfahrt zur Hofstatt: Künftig dürfen hier nur noch Anlieger an den Wochenenden passieren.

Wasserburg – Wie kann in der Altstadt eine Verkehrberuhigung erwirkt werden? Diese Frage beschäftigt die Stadt seit Jahren. Jetzt gibt es eine Lösung: Die Hofstatt wird an den Wochenenden nur mehr für Anlieger befahrbar sein. 

Konkret beginnt die anliegerfreie Zone in der Hofstatt samstags um 10 Uhr und dauert bis über den Sonntag bis Montagfrüh. Damit ist die Hofstatt künftig für Fahrzeuge aller Art gesperrt, auch für E-Bikes, wie Bürgermeister Michael Kölbl in der Sitzung des Stadtrats am Donnerstagabend (29. Oktober) der Öffentlichkeit offenbart. Lediglich Anlieger dürfen dann noch in dieser Zeitspanne passieren.


„Darunter fallen beispielsweise Anwohner, Lieferanten, Radfahrer oder auch der Kirchengänger am Sonntag“, unterstreicht der Bürgermeister, der mit dieser Lösung auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung hofft. Die neue Regelung soll auch gerade zu Beginn kontrolliert werden. Nicht mit Strafen, wie Kölbl sagt, aber man wolle die Autofahrer an den Wochenenden sensibilisieren und auf die Neuerung hinweisen.

Hofstatt in Wasserburg anliegerfrei ab März 2021


Start der Maßnahme wird allerdings weder im zweiten Lockdown im November noch in der Hochphase der Corona-Pandemie sein. „Der Winter wird schwer genug, daher wollen wir guten Mutes am 27. März 2021 starten – gemeinsam mit den musikalischen Samstagen, die im Frühjahr wieder beginnen sollen. Mit dieser Aktion möchten wir für Aufenthaltsqualität in der Hofstatt werben und zeigen, dass es hier einen Mehrwehrt für Fußgänger gibt, samstags und sonntags ab 10 Uhr keine Autos mehr durchfahren oder parken“, akzentuiert der Bürgermeister.

In der Verkehrsklausur habe man in einer sachlichen Diskussion versucht, die unterschiedlichen Interessen aller Beteiligten – von den Anwohnern über die Gewerbetreibenden bis hin zu den Besuchern – zu berücksichtigen. „Ich denke, wir haben mit der anliegerfreien Lösung in der Hofstatt einen guten Kompromiss gefunden ohne, dass die Aufenthaltsqualität im Herzen der Altstadt leidet“, untermalt Kölbl.

Unter mehreren Lösungsmöglichkeiten – darunter war die viel diskutierte und letztlich für nicht aktzeptabl empfundene Pflocklösung (Sackgasse) in der Schuster- bzw. Färbergasse oder eine Verwandlung der gesamten Hofstatt in eine Fußgängerzone - und zahlreiche Debatten später sprach man sich nun für die anliegerfrei Zone aus. Einstimmig stimmte der Wasserburger Stadtrat nun diesem Beschlussvorschlag zur Verkehrsberuhigung in den Altstadt-Bereichen der Hofstatt, Färber- und Herrengasse zu.

Die Meinungen der Fraktionen im Einzelnen:

Christian Stadler (Grüne Stadtratsfraktion) wird den Beschluss kritisch beobachten, wie er erklärt: „Ob es ein guter Kompromiss ist, würde ich bezweifeln. Wir haben deutlich mehr erwartet und glauben nicht, dass diese Lösung zu einer allzu großen Entlastung führt, aber man muss es ausprobieren. Wer weiß, vielleicht werden wir ja positiv überrascht.“ Klar sei laut Stadler aber auch, dass die Grünen auf weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Altstadt pochen werden.

Friederike Kayser-Büker (SPD) ist der Ansicht, dieser Vorschlag spiegle alle Meinungen wieder und es sei ein „erster Schritt in die richtige Richtung und somit ein Anfang“ gemacht worden, der mit wenig Sachaufwand realisierbar sei. Es sei aber auch offensichtlich, dass noch einiges getan werden müsse.

Heike Maas (CSU) erläutert für die Fraktionsgemeinschaft, man sehe hier nach wie vor keinen Handlungsbedarf und hätte alles so lassen können wie es bisher gewesen sei. Dennoch handle es sich um eine Balance zwischen allen Interessen, die man mittrage. Lorenz Huber Huber (Bürgerforum) hingegen erklärt, seine Fraktion könne gut mit dem Kompromiss leben.

mb

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