Seit 40 Jahren Tradition

So war der Wasserburger Nachtflohmarkt

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Wasserburg - Gerüstet mit Taschenlampen und einer unbändigen Neugierde stürmten über 10.000 Besucher den Nachtflohmarkt am Freitag. Doch wie war’s? Wir wollten es wissen und fragten nach: 

Es gibt ihn nun seit 40 Jahren: Den Wasserburger Nachtflohmarkt. Alljährlich stellen sich Anwohner an ihre Stände und bringen ihre ausrangierten Sachen in gute Hände. Über 10.000 Besucher erfreuten sich dieses Jahr an der einzigartigen Stimmung des nächtlichen Verhandelns, an vielseitigen Essensangeboten und an neuen Sachen für sich und ihren Haushalt. Wir haben für Euch die Stimmung eingefangen – und wichtige Fragen gestellt. Wir berichten:

Wann soll’s denn los gehen? 

Wir haben an den Ständen nachgefragt: Für den einen ist es zu früh, für den anderen zu spät. „Wir dürfen erst ab 19 Uhr verkaufen. Doch schon weit vor 17 Uhr sind die Leute in der Stadt und schauen sich auch unsere Sachen an. Und wenn sie nichts direkt kaufen können, kommen sie in der Regel auch nicht wieder“, beklagt sich eine Standbesitzerin, „außerdem ist es schon sehr bald nach Verkaufsanfang dunkel. Die Leute sehen nichts mehr und setzen sich dann lieber irgendwo hin und trinken ein Bier.“ Doch ein anderer Standbesitzer meint: „Flohmärkte gibt es viele, aber der Wasserburger Nachtflohmarkt ist der einzige dieser Art in der Region. Früher sind wir noch bis um 4 Uhr nachts hiergesessen, haben verkauft und dabei gemütlich geredet und ein Bier getrunken. Heute wollen die Leute nicht mehr so lange kaufen. Um dem entgegenzukommen, sollte die Anfangszeit nach hinten verlegt werden.“ 

Das sagen Stadt und Theaterkreis dazu: 

Seit 2002 gibt es eine städtische Flohmarktverordnung, die Verkehrssperrungen, Verkaufs-, Auf- und Abbauzeiten genau regelt. Demnach beginnt der Verkauf offiziell um 19 Uhr, Vorstand des Theaterkreises Wasserburg am Inn e.V. Josef Christandl aber verriet uns: „Die Leute sind nicht zu bändigen, man kann sie nicht halten. Wenn sie verkaufen und kaufen wollen dann tun die meisten das, auch wenn es offiziell noch nicht erlaubt ist. Wir als Veranstalter können das nicht unterbinden.“ Außerdem berichtet Christandl: „Der Nachtflohmarkt endet offiziell um 6 Uhr. Vor vielen Jahren, als es die Verordnung noch nicht gab, bauten die Leute Donnerstagabend auf und Samstagmittag ab. Heute sind die Zustände nicht mehr so chaotisch, aber um Mitternacht ist die Sache gelaufen und die Leute fangen an abzubauen.

Ein Flohmarkt ohne Musik – unvorstellbar? 

Die Flohmarktverordnung besagt auch, dass an Wasserburger Flohmärkten keine Musik gespielt werden darf. Das kommt der Band „Trio Leck ò Mio“ aus Schnaitsee überhaupt nicht zu Gute: Die drei Musiker stellten sich auf die Straße und begannen zu spielen, doch schon kurz darauf wurden sie ermahnt, nicht mehr öffentlich zu spielen und sich einen privaten Grund zu suchen. Daraufhin fragte die Gruppe nur noch beim Roten Turm an, bei dem allerdings kein Bedarf auf eine musikalische Erfrischung bestand. So musste das Trio leider schnell zusammenpacken. „Es hat sich trotzdem gelohnt“, sagte Severin Martl, einer der drei Musiker, „Der Wasserburger Nachtflohmarkt ist einfach einzigartig und wir freuen uns, dass wir den Besuchern eine Freude machen konnten – wenn auch nur kurzzeitig.“ Wer das Trio etwas ausführlicher hören möchte, sollte sich Sonntag, den 16. August, freihalten: Dort spielt die Band nämlich am Schnaitseer Weitsee.

Eindrücke vom Wasserburger Nachtflohmarkt

Zur Parksituation 

Es gab einige Beschwerden, dass zu wenige Parkplätze vorhanden waren. Bei einer so hohen Besucherzahl ist das auch kein Wunder – doch die Mitgestalter und Gäste des Flohmarkts wünschen sich eine Lösung für das Problem. „Ich bin um 20 Uhr gekommen und habe keinen Parkplatz mehr bekommen. Letztendlich mussten wir 15 Minuten laufen, bis wir zu den ersten Ständen kamen!“, so Marie Sophie Koitka, Besucherin des Nachtflohmarkts. Für das Problem muss eine Lösung her. Wie wäre es mit einem Shuttleservice vom Badria? Den gibt es bei Sonntagsmärkten schließlich auch. Dort sind genügend Parkplätze vorhanden. Außerdem schont es die Umwelt, wenn die Leute nicht erst in die Stadt rein und dann wieder raus fahren, weil sie keinen Parkplatz finden. Dieter Lachenmaier aus Babensham wollte den Nachtflohmarkt gerne besuchen: „Ich bin dann aber direkt wieder heimgefahren, nachdem ich 20 Minuten lang nach einem einigermaßen nahegelegenen Parkplatz gesucht und keinen gefunden habe. Wer schlecht zu Fuß ist und nicht direkt in der Stadt wohnt, hat schlicht und einfach keine Chance, den Nachtflohmarkt zu besuchen.“ Die Veranstalter sagen: „Man muss sich eben Gedanken machen. Es ist jedes Mal das gleiche mit den Parkplätzen, auch zum Beispiel bei „Wasserburg leuchtet“ und anderen Großevents in der Stadt: Es sind natürlich zu wenige Parkplätze da, aber in Wasserburg sind es mehr als in umliegenden Städten.“ Außerdem seien die Parkplätze beim Badria auch begrenzt und der Stadtbus, der stündlich verkehrt, würde ausreichen, um die Leute von ihrem Auto zum Flohmakrt zu bringen.

„Euer Müll ist nicht unser Müll!“

Für das nächste Jahr bittet der Veranstalter die Verkäufer, ihren Müll und alle Sachen, die nicht verkauft werden konnten wieder mitzunehmen. Jedes Jahr muss der Theaterkreis mindestens 5 Kubikmeter davon einsammeln. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, seine Sachen wieder mitzunehmen und selbstständig zum Sperrmüll zu fahren.

vl

Quelle: rosenheim24.de

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