Bürgerversammlung für „Heranwachsende“?

Angestaubte Stadtpolitik verjüngen?

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Wenn alle / viel mitreden dürfen, kommt dann was effektives dabei raus?
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Wasserburg –Der Stadtrat hat diskutiert, der Antrag vom Bürgerforum wurde in anderer Fassung beschlossen, der Stadtrat zeigte sich grundsätzlich dazu bereit, manch einer sogar begeistert, den heranwachsenden Bürgern die Lokalpolitik modern näher zu bringen.

Viele Themen gehen auch – oder gerade junge Menschen an. Die kürzlich heiß diskutierte Sperrzeit beispielsweise. Doch in den allgemeinen Bürgerversammlungen scheinen sich nach Aussagen von Norbert Buortesch und Edith Stürmlinger vom Bürgerforum viele Jugendliche oder junge Menschen nicht gut aufgehoben zu fühlen.

Es brauche Jugendbürgerversammlungen, so der Vorschlag des Bürgerforums. Die Stadträte diskutierten über die Tatsache, dass junge Menschen positive Impulse bringen könnten und entscheidende Themen auch gelungen mitbeleben könnten. „Das Jugendamt sowie Ralph Hölting vom Jugendtreff Innsekt würden sich bereiterklären, uns hier mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und solche Veranstaltungen zwischen Stadtvertretern und jungen Bürgern bis 21 Jahren zu begleiten und vorzubereiten“, erläuterte Jugendreferentin Irene Langer ihre Erkenntnisse nach Anfragen ihrerseits an die zuständigen Personen.

Bereits auf Kreisebene gibt es sogenannte Zukunftswerkstätten, die wie Workshops gehandhabt werden. In geführten und vorbereiteten Treffen entwickeln sich teilweise gemeinsamer Input und Ideenausarbeitungen zu Bereichen, die durch die Jugend ein Stück lebendiger gemacht werden. „Das sollten wir auch auf unserer kommunalen Ebene schaffen, allerdings nur mit einer gelungenen Vorbereitung“, gab sich Bürgermeister Michael Kölbl zuversichtlich.

Für die Vertreter des Bürgerforums wäre es besonders gelungen gewesen, wenn zeitnah Bürgerversammlungen einberufen worden wären, bei denen junge Menschen Raum für Ideen, Anliegen und Fragen bekommen könnten. „Wir sollten wissen, was die jungen Menschen bewegt, was sie aktuell beschäftigt im Stadtalltag und wie wir diese Bedürfnisse in unsere Entscheidungen und Wege mit einfließen lassen können“, betonte Edith Stürmlinger. Norbert Buortesch wies auf die Tatsache hin, dass die jungen Menschen mit den allgemeinen Bürgerversammlungen wenig anfangen könnten.

„Das hatten wir schon einige Male und es war nicht besonders effektiv, wurde auch gar nicht so gut angenommen“, erinnerte sich Jugendreferentin Irene Langer. Damals hätten die Jugendlichen plötzlich nur noch emotional und vollkommen uneffektiv über bestimmte Lehrer geschimpft und über den Schulalltag, echte Lokalthemen blieben auf der Strecke.

Der Stadtrat zeigte sich komplett motiviert, sich um die Zielgruppe der heranwachsenden Bürger mehr einzufühlen und schloss mit einem Beschluss, der vorsieht, dass ein Konzept erstellt werde mit Vertretern des Innsekts, beispielsweise Ralph Hölting, Stadtvertretern, Jugendamtsvertretern und freilich der Jugendreferentin, das zum Ziel habe, eine Zukunftswerkstatt entstehen zu lassen, in der Ideen der jungen Leute aufgelistet und bearbeitet werden könnten.

Stadtrat Wolfgang Schmid brachte sich mit einer Idee ein, die jungen Menschen auf der Internetseite der Stadt Wasserburg mit einer eigenen Ideenecke oder über Facebook bereits zu ermutigen, sich effektiv einzubringen. „Dann könnten wir schauen, ob diese Möglichkeiten überhaupt angenommen werden wollen“, so Schmid. Ein direktes Jugendparlament sieht der Beschluss des Stadtrats vom Donnerstagabend nicht vor. „Es muss sich langsam entwickeln“, betonte Bürgermeister Michael Kölbl und war sich eins mit den meisten Stadträten. Jedoch wurde zeitlich vereinbart, dass in der ersten Jahreshälfte 2016 solch eine Veranstaltung abgehalten werde, weil es in der Stadt vor dem Termin der Zukunftswerkstatt auf Kreisebene solch eine Zusammenkunft geben solle.

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