Corona-Demo und Gegenveranstaltung am Marienplatz

Polizei zieht positive Demo-Bilanz - viele Wasserburger blieben freiwillig fern

Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am Marienplatz in Wasserburg
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Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am Marienplatz in Wasserburg.

Wasserburg - Normalerweise sind ja der Marienplatz und die Altstadt bei Sonnenschein eher ein Ort zum Verweilen und Entspannen. Am Samstag, 14. November, jedoch gehörte das Pflaster rund um das Rathaus ausschließlich den Teilnehmern dreier Kundgebungen. 

Update, 15. November, 9.35 Uhr


Nach einem kleineren Demonstrationszug unter dem Motto „Übertriebene Darstellung der Corona-Maßnahmen“ fanden sich, von der Polizei geschätzt 120 Teilnehmer zu einer Demonstration vor dem Rathaus zusammen, um ihre „Kritik an der Verhältnismäßigkeit der derzeitigen Corona-Maßnahmen“ zum Ausdruck zu bringen. 

In unmittelbarer Nachbarschaft hatte Wasserburg.bunt dagegen zu „Solidarität und Fakten statt rechtem Verschwörungswahn“ aufgerufen. Hier wollten die gut 60 Teilnehmer ein klares Zeichen gegen das Gedankengut von Anhängern von Verschwörungstheorien, Reichsbürgern und Rechtsextremen setzen, die sich solche Versammlungen gerne zur Verbreitung ihrer Theorien zu Nutze machen.


Der Masken-Protest verlief aber ebenso wie die Gegendemonstration unter weitgehender Einhaltung der Auflagen unter den Augen von etwa 50 Einsatzkräften der Polizei friedlich. Es kam lediglich zu drei Anzeigen, da zwei Atteste betreffs Maskenbefreiung ungültig waren und sich eine Person weigerte, ein solches Attest vorzuzeigen.

Zum selbst Denken anregen, gegebenenfalls zu hinterfragen, ob Maßnahmen in diesem Ausmaß, wie derzeit angeordnet, sinnvoll sind, dazu wollte Versammlungsleiter Franz Stemmer aus Haag in der dreistündigen Kundgebung anregen. Dabei sollte jeder, der einen Beitrag liefern wollte, diesen auch ungestört präsentieren dürfen. Motto: Meinungsfreiheit pur und ‚Wir stehen für Wahrheit, Freiheit und Liebe.‘

Dass es mit der angekündigten eigenen Toleranz und bezüglich der mehrfach geforderten echten freien Meinungsäußerung dann doch nicht soweit her war, zeigte gleich die erste kritische Stellungnahme von Margit Benemann, Leiterin einer Behinderteneinrichtung für Jugendliche. Ihr leidenschaftlicher Aufruf, zum Schutz anderer doch die Masken zu tragen und ihre Frage, worin denn die tatsächlichen Einschränkungen dabei bestünden, wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert beantwortet.

Ansonsten wurden der Wunsch nach echter Gemeinschaft, sowie bekannte Thesen betreffs Meinungsdiktatur, Freiheitsbeschränkungen, Lobbyismus, Impfgefahren und Mainstreamkritik in zahlreichen Redebeiträgen mehrfach in unterschiedlicher Form wiederholt und oft mit viel Beifall bedacht.

Chris Peiker vom Bündnis Wasserburg.bunt stellte in seinem Statement zeitgleich in der Salzsenderzeile heraus, dass eine Kundgebung während einer Pandemie abzuhalten, ihm sehr viel Bauchschmerzen bereite. Er meinte, noch nie habe er sich gewünscht, dass so wenig Menschen wie möglich zu einer Demo kommen. Es sei aber dennoch wichtig, Präsenz zu zeigen, sich der Verantwortungslosigkeit derer in den Weg zu stellen, die willentlich und wissentlich aufgrund kruder Theorien das Leben anderer gefährdeten, nur weil sie keinen Bock darauf hätten, eine Maske zu tragen.

Eine ganze Reihe von Wasserburgern verkniff es sich aber auch an der Gegendemonstration teilzunehmen. Ihnen war unter anderem ihre Gesundheit und die ihrer Verwandten wichtiger. Deutlich formulierte das Wolfgang Tschentscher: „Auf Grund meines Alterns habe ich mich entschlossen daheim zu bleiben. Meine kleine Enkeltochter braucht jetzt einen gesunden Opa“, meinte er.

kr

Update, 18.35 Uhr - Bilder der Corona-Demo am Wasserburger Marienplatz

Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz

Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs

Update, 17.40 Uhr - Polizei zieht Bilanz zu Versammlungen in Wasserburg

Die Meldung im Wortlaut:

Die Polizei Wasserburg zeigt sich mit dem Verlauf des Aufzuges und der beiden Versammlungen zufrieden. Es waren keine besonderen Störungen zu beklagen. Es wurde die Maskenpflicht, die während der Versammlungen galt, kontrolliert und durchgesetzt. Die Polizeibeamten überprüften dabei vorhandene Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht. In diesem Zusammenhang kam es zu drei Anzeigen, da zwei Atteste ungültig waren und eine Person es verweigerte, sein Attest vorzuzeigen.

Rund 120 Teilnehmer kamen zur Versammlung auf dem Marienplatz zusammen. Zuvor wurde ein Aufzug mit 20 Personen durch die Innenstadt durchgeführt. Eine Gegen-Versammlung mit etwa 60 Teilnehmer fand in der Salzsenderzeile statt. Weitere 50 Personen hielten sich im Bereich der Arkaden auf und verfolgten das Geschehen, ohne sich direkt einer der beiden Versammlungen anzuschließen.

Die Versammlung in der Salzsenderzeile wurde von der Versammlungsleiterin gegen 14.30 Uhr beendet. Die Versammlung auf dem Marienplatz endete pünktlich um 16 Uhr.

Das Einsatzkonzept des Einsatzleiters der Polizei Wasserburg, der zusammen mit Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei und des Einsatzzuges Rosenheim für den störungsfreien Verlauf der Versammlungen sorgte, ist aufgegangen.

Die Polizei Wasserburg wünscht dem frisch vermählten Paar, die heute im Wasserburger Rathaus unter erhöhtem „Polizeischutz“ und mit Sperrgittern ihren Hochzeitstag begingen, Alles Gute für die Zukunft und nix für unguat“.

Pressemeldung Polizeiinspektion Wasserburg

Vorbericht:

Es scheint konfus: In der gesamten Region gelten Lockdown-Maßnahmen, Kontakte sollen reduziert werden - und in der Wasserburger Altstadt treffen am Wochenende mehrere hundert Leute aufeinander. Insgesamt drei Veranstaltungen wurden für Samstag, 14. November, angemeldet und noch am Donnerstagabend vom zuständigen Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Rosenheim genehmigt, wie Pressesprecherin Ina Krug auf Nachfrage von wasserburg24.de bestätigt.

Corona-Skeptiker vs. „wasserburg.bunt“: Insgesamt an die 300 Demonstranten in der Altstadt

Eine Anmeldung mit 20 Teilnehmern genehmigte das Landratsamt für einen Demonstrationszug „Übertriebene Darstellung der Coronamaßnahmen“. Der Umzug, der mit einer künstlerischen Performance einhergehen soll, beginnt um 12 Uhr am Marienplatz und dauert eine Stunde. Die Route führt durch die Frauengasse, Herrengasse, Schustergasse, Ledererzeile, Salzsenderzeile und Frauengasse zurück zum Marienplatz.

Dort findet im Anschluss eine Demonstration „Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen“ statt. Dafür wurden 200 Personen angemeldet. Die Demonstration soll bis 16 Uhr dauern.

Eine weitere Demonstration „Solidarität und Fakten statt rechter Verschwörungswahn“ wurde für den Bereich Salzsenderzeile von 12.30 bis 16 Uhr für 60 bis 80 Personen angemeldet. Die Linke Liste Wasserburg hat für die Gegenbewegung bereits via Instagram geworben.

Polizei Wasserburg mit Unterstützungskräften vor Ort - Sperrungen rund um das Rathaus

Die Versammlungsörtlichkeit rund um das Rathaus und die Salzsenderzeile ist ab circa 11.30 Uhr sowohl für den Verkehr als auch für Fußgänger bis zum Versammlungsende, 16 Uhr, gesperrt, um eine Vermischung mit den Versammlungsteilnehmern auszuschließen. Da es sich um eine Versammlung nach dem Versammlungsgesetz handelt, ist es Aufgabe der Polizei diese zu begleiten und zu schützen. Weil solche Einsätze von der Inspektion in der Innstadt alleine personell jedoch nicht zu stemmen sind, bekommt die Polizei Wasserburg Unterstützungskräfte aus Rosenheim und seitens der Bereitschaftspolizei.

Wie viele Beamte am Samstag im Einsatz sein werden, lasse sich im Voraus nicht beziffern und hänge von der Dynamik solcher Veranstaltungen ab, erklärt Christian Gollwitzer stellvertretender Dienststellenleiter der Inspektion Wasserburg. Die genehmigte Versammlungsfläche sei jedoch ausreichend vom Platz her, sollten tatsächlich nicht mehr Teilnehmer erscheinen als angemeldet: „Das ist aber immer ein Überraschungspaket - wie viele es am Ende tatsächlich werden, wissen wir erst am Samstag vor Ort. Wir lassen das auf uns zukommen und sind vorbereitet. In Wasserburg haben wir nicht allzu oft Demos und vor allem nicht mit gleich drei Versammlungen. Doch das gehört zu einem demokratischen Meinungsaustausch dazu und wir werden sehen, wie es wird.“

Verpflichtende Maskenpflicht bei Kundgebung am Samstag

Für alle drei genehmigten Veranstaltungen gilt die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Teilnehmern, heißt es abschließend von Seiten der Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Rosenheim.

Ausnahmen von der Maskenpflicht gebe es für Kinder bis zum sechsten Geburtstag sowie Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen Maske aufgrund einer Behinderung oder gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar sei und solange es zu Identifikationszwecken oder der Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderungen oder aus sonstigen zwingenden Gründen erforderlich sei.   

**wasserburg24.de berichtet im Laufe des Sonntags über die Versammlung in der Wasserburger Altstadt**

mb

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