Verkehrte Welt? In sechs Monaten ist Weihnachten

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In 6 Monaten ist Weihnachten. Doch viele sind gedanklich jetzt schon bei der Winter-Sache.
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Landkreis - In sechs Monaten ist Weihnachten. Zugegeben, es klingt schräg, jetzt an Weihnachten zu denken. Viele aus der Region müssen jedoch bereits Gedanken daran hegen.

Franz ist das ganze Jahr über im Weihnachtsfieber. Er pflegt die Christbäume auf seinem Feld. Zehntausend Setzlinge hat er gepflanzt, doch damit ist es nicht getan. „Die Reihen müssen regelmäßig von Unkraut und wucherndem Gras befreit werden, damit die Tannenbäume gut gedeihen“.

Mit einem Schneidegerät fährt er immer wieder das Feld ab, schaut, ob die beliebten Nadelbäume gut wachsen.

Mit ungefähr fünf Jahren haben die Bäume die ideale Größe, um der Aufgabe des Christbaums gerecht zu werden.

Während dieser Zeit brauchen die Setzlinge und Kleinpflanzen das ganze Jahr über Unterstützung durch den Landwirt. „Ausruhen können wir uns nicht, es ist nicht damit getan, einfach zu warten, bis wir den Verkauf starten“, so Franz. Neben seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit macht er gutes Geschäft mit den Weihnachtsbäumen. „Ich verkauf keine Weihnachtsbäume, in Bayern heißt das Christbaum“, verbessert er uns. Es ärgere ihn, dass die Leute oft denken, dahinter stecke keine Arbeit rund ums Jahr. „Manche glauben wohl, wir zaubern so schöne Bäume, aber das ist viel Mühe“.

Ebenso wie Franz, der das ganze Jahr über an den Heiligen Abend denkt, ergeht es einigen Gärtnern.

Sie pflanzen jetzt die in der Adventszeit so beliebten Weihnachtssterne. „Bei uns gibt es immer wieder Planungen für die Saison der nächsten Jahreszeit, heißt es von Gitti.

Die Gärtnermeisterin weiß nur zu gut, dass sie sich als Lehrling noch nicht so gerne auf diese Weihnachts-Gedanken einstellen mochte: „Da hatte es manchmal fast 30 Grad und meine Chefin hat mir erklärt, dass Rosa-Weihnachtssterne jetzt dann der große Renner sind“.

Mittlerweile ist sie selbst die Chefin und hat Routine in den Vorarbeiten für die weihnachtliche Dekoration. „Es ist für mich nun ganz normal, schon die Bestellung für Weihnachten vorzunehmen und an Engelshaar und Goldsternchen zu denken“, so Gitti.

Selbst in der Modeabteilung sowie im Schuhgeschäft herrscht im Kopf schon Winter und Weihnachten. „Die Mode wird immer entgegen der bestehenden Saison ausgewählt“ berichtet Johannes.

Er ist als Einkäufer für ein Modegeschäft tätig.

Während im Laden selbst noch die kürzesten Miniröcke und Tops verkauft werden, sichtet er Rollkragenpulli und Kuscheljacken. „Alles Gewöhnungssache“, findet Johannes. „Ich war sogar schon mal so gemein, und hab zu meiner Freundin gesagt, dass ich ihr schon ein Weihnachtsgeschenk gekauft habe. Da war es grade mal Juli“. Warum gemein? Johannes führt weiter aus: „Weil ich sie gebeten habe, nicht danach zu suchen, das verstärkt doch nur den Suchtrieb“.

Daneben im Schuhladen fragen wir nach, ob auch die Schuhauswahl der Ladenbesitzerin bereits auf den Winter ausgerichtet sei. „Ja, die Messen für Winterstiefel und Boots beginnen im Sommer, zügig wird dann unser Lager bestückt“, antwortet Alice.

Nicht im Traum daran zu denken, dass es jetzt schon um warme Stiefel gehen soll.

Dieses Bild im Kopf sollte schnell verschwinden, findet doch das Interview in Sandalen und ärmellos statt. Und das, obwohl schon in 6 Monaten Weihnachten ist.

Quelle: rosenheim24.de

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