Weniger Unfälle, mehr Verkehrstote

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Zwei Menschen starben Anfang November bei diesem Unfall auf der B304.

Wasserburg - Die Zahl der Unfälle im Zuständigkeitsbereich der Wasserburger Polizei sank 2011 im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Die Zahl der Verkehrstoten aber, die stieg.

Durchschnittlich drei Unfälle am Tag hatte die Polizei Wasserburg im vergangenen Jahr zu bearbeiten: 1052 waren es insgesamt, zu denen die Polizei gerufen wurde. Die zu bearbeitenden Verkehrsunfälle verteilen sich auf 34,5 Kilometer Bundesstraßen, 81,5 Kilometer Staatsstraßen, 92 Kilometer Kreisstraßen und 523 Kilometer Gemeindestraßen.

Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Niessner, der Verkehrsexperte der Wasserburger Polizei, hat folgende Zahlen zusammengestellt (in Klammern die Zahlen des Vorjahres und die prozentuale Veränderung):

Insgesamt ereigneten sich 1052 Verkehrsunfälle (1156 = minus 9,90 Prozent), davon 165 Unfälle mit Verletzten (183 = minus 10,91 Prozent). Dabei wurden 240 Personen verletzt (281 = minus 17,08 Prozent) und vier Unfallbeteiligte getötet (zwei = plus 100 Prozent). Weiterhin ereigneten sich noch 628 Kleinunfälle (716 = minus 14,01 Prozent).

Der bei allen gut 1000 Unfällen entstandene Sachschaden wird nach Mitteilung von Niessner auf knapp zwei Millionen Euro geschätzt. 197 Verkehrsteilnehmer (173 = plus 12,18 Prozent) entfernten sich nach einem von ihnen verursachten Unfall unerlaubt vom Unfallort, 72 Flüchtige (66 = plus 8,33 Prozent) konnten von Niessners Kollegen ermittelt werden.

Wann ist die Unfallgefahr am höchsten?

Auch das zeigt Niessners Statistik: Die meisten Verkehrsunfälle wurden an einem Freitag registriert. Die Gefahr, an diesem Tag in einen Unfall verwickelt zu werden, war statistisch gesehen zwischen 10 Uhr und 15 Uhr am größten.

Neben den sonstigen Unfallursachen, die mit 60 Prozent zu Buche schlagen, kristallisierten sich als Hauptunfallursachen auf Platz eins Fehler beim Abbiegen und Wenden mit einem Anteil von 18 Prozent heraus. Auf Platz zwei reihte sich bei den häufigsten Unfallursachen die Missachtung der Vorfahrt mit sieben Prozent und auf Platz drei Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot mit sechs Prozent ein. Es folgen dann Geschwindigkeitsverstöße mit fünf Prozent, Überholen/Vorbeifahren mit zwei Prozent und Alkoholeinfluss ebenfalls mit zwei Prozent.

Im Vorjahr verunglückte im Straßenverkehr auf dem Schulweg ein Kind, im Gegensatz zum Jahr 2010, als sich zwei Schulwegunfälle ereignet haben. Dass die Unfallzahlen hier nicht höher liegen, ist wohl nicht zuletzt dem Verkehrsunterricht und der Radfahrausbildung der Schulen in Zusammenarbeit mit der Polizei, konkret mit Niessner und seinem Kollegen POK Peter Schuster, zu verdanken.

"Da viele Autofahrer offensichtlich immer noch nicht davor zurückschrecken, sich alkoholisiert ans Steuer ihres Fahrzeugs zu setzen", so Niessner, registrierte die Polizei 2011 insgesamt 17 Unfälle (2010 = 22 Unfälle) mit der Unfallursache Alkohol. Dabei wurde eine Person getötet, sechs Personen wurden schwer und sieben Personen leicht verletzt. Weiter wurden 47 Fahrzeugführer (2010 = 70) angezeigt, die mit ihrem Fahrzeug in alkoholisiertem Zustand unterwegs waren. Zusätzlich wurden 14 Verkehrsteilnehmer (2010 = 17) festgestellt, die ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Drogen führten.

Nachdem überhöhte Geschwindigkeit laut Niessner immer noch zu den Hauptunfallursachen zählt, fand im Dienstbereich der Polizei Wasserburg im Jahr 2011 wieder eine Vielzahl von Geschwindigkeitskontrollen statt. Dabei kam die Laserpistole insgesamt 88 Stunden zum Einsatz, wobei 138 Anzeigen und 138 Verwarnungen an Ort und Stelle ausgesprochen werden mussten. Ebenfalls beteiligte sich an der Geschwindigkeitsüberwachung die Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim mit insgesamt 360 Radarmessungen, wobei 667 Verkehrsteilnehmer eine Anzeige und 3503 eine Verwarnung erhielten. "Auch in Zukunft wird von diesen Geräten reger Gebrauch gemacht, so dass der Verkehrsteilnehmer immer und überall mit einer Geschwindigkeitskontrolle rechnen muss", warnt Niessner.

Airbag schützt nur bei angelegtem Gurt

Bei vielen Unfällen des Jahres 2011 hätten sich die Unfallfolgen minimieren lassen, wenn der Gurt immer angelegt gewesen wäre, so die Polizei. "Bedauerlicherweise muss bei Verkehrskontrollen immer noch in hohem Maße gegen nichtangegurtete Verkehrsteilnehmer eingeschritten und eine Geldbuße verhängt werden. Dabei ist erwiesen, dass ein Airbag nur in Verbindung mit Sicherheitsgurt wirksam vor schweren Verletzungen schützen kann", so Niessner.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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