Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg

Neue Notaufnahme: Wenn ganz plötzlich was nicht stimmt

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24 Stunden am Tag für Notfallpatienten bereit: Die neue Notaufnahme in der Neurologie des Inn-Salzach-Klinikums.

Wasserburg - Notaufnahme im Krankenhaus, da denkt der Laie an Platzwunde, gebrochene Knochen oder einen entzündeten Blinddarm. „Nein, den nehmen wir nicht raus, das überlassen wir den Kollegen von der Romed-Klinik“, lacht Dr.Thorleif Etgen. Die neurologische Notaufnahme sei zuständig für plötzliche Sprach- oder Sehstörungen, Schwindel, Kopfschmerz oder Lähmungen.

Das Inn-Salzach-Klinikum hat ein neues Angebot: In der Neurologie wurde im Erdgeschoss eine Notaufnahme eingerichtet. Diese ist jeden Tag rund um die Uhr besetzt. Wer also urplötzlich heftige Kopfschmerzen bekommt oder die Hand nicht mehr bewegen oder nicht mehr richtig sprechen kann, der kann sich vom Partner, Kumpel oder Nachbarn in diese Notaufnahme bringen lassen.

Die Statistik der Aufnahmen habe gezeigt, so Dr. Thorleif Etgen, Chefarzt der Neurologie am Inn-Salzach-Klinikum (ISK), dass die Neurologie des ISK nachts oder am Wochenende deutlich weniger Notfälle registrierte, als vergleichbare neurologische Kliniken mit einer Notaufnahme. Er vermute, so Etgen, dass diese Patienten bisher ins Romed-Klinikum gingen und erst am nächsten Tag von einem Neurologen seines Hauses dort untersucht wurden. Was im Ernstfall zu spät sein könnte.

Da ohnehin rund um die Uhr ein Arzt in der Neurologie im Einsatz beziehungsweise in Bereitschaft ist, der Computertomograf 24 Stunden täglich laufe, habe man beschlossen, eine neurologische Notaufnahme einzurichten. Der Aufwand für den nachts oder am Wochenende diensthabenden Arzt werde sicher größer, so der Chefarzt, aber wohl in einem beherrschbaren Rahmen. „Außerdem schläft der Diensthabende jetzt hier im Haus, nicht mehr im Personalwohnheim, das spart Zeit“, schmunzelt Etgen.

Angesichts des geplanten Klinikneubaus zusammen mit dem Romed-Klinikum sollte die neurologische Notaufnahme relativ kostengünstig umgesetzt werden. Was möglich war, da nicht nur das Personal ohnehin vorhanden ist, sondern auch ein von der Physiotherapie nicht genutzter Raum zur Verfügung stand. Nur die medizinischen Geräte, die verursachten dann doch Kosten in gut fünfstelliger Höhe.

Nur für akute Fälle

Die neurologische Notaufnahme ist laut Etgen nur für akute Fälle gedacht. Also zum Beispiel für den ohne äußere Ursache auftretenden heftigen Kopfschmerz oder bei plötzlichen Lähmungen oder bei Verwirrung. Und auch dann nur für Patienten, die selber kommen, sich von Verwandten oder Bekannten bringen lassen. Wenn der Rettungsdienst eingeschaltet ist, dann sorgt dieser dafür, dass der Patient im richtigen Krankenhaus auf der richtigen Station landet.

Bei Beschwerden, für die ein niedergelassener Hausarzt, Internist, Augenarzt oder sonstiger Facharzt zuständig ist, sollen sich Patienten auch an diesen wenden, so Etgen, denn dafür ist die neurologische Notaufnahme ebenso wenig gedacht wie für planbare Untersuchungen. Auch für diese seien die niedergelassenen Ärzte zuständig, so der Chefarzt der Neurologie, „und mit denen wollen wir ganz sicher nicht in Konflikte kommen, denn die Zusammenarbeit ist ausgesprochen gut und soll es auch bleiben.“

Quelle: Wasserburger Zeitung

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