Eindeutig? Nach dem Wolf ist vor dem Wolf

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Kein Kuscheltier! Der Wolf wird in Bayern weiter Thema bleiben. Ein Managementplan soll im Umgang mit der rückkehrenden Tierart helfen.
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Landkreis – Was ist aus den Wölfen von 2014 geworden? Einige Tiere wurden in der Region gesichtet, verschwanden dann wieder. Thema wird der Wolf immer bleiben – auch bei uns.

Muss sich Bayern auf den Einzug der Wölfe einstellen? Ist nach dem Wolf tatsächlich auch vor dem Wolf? Seit vielen Monaten beschäftigen sich Bürger, Tierforscher und Politiker mit dem Wolf und seiner möglichen Rückkehr. Passen Mensch und Wolf zusammen? Im März und April 2014 wurde scheinbar sogar nahe Dorfen im Landkreis Erding ein Wolf gesichtet.

wasserburg24.de fragt nach, erfährt, dass der Wolf nicht unvorbereitet empfangen werden sollte, aber Panik absolut fehl am Platz sei. Diese Meinung vertreten viele Experten, die sich mit dem Wolf intensiv auseinandersetzen. Eine von ihnen ist Sabine Mücke. Die 52-Jährige beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Gewohnheiten, Eigenheiten und dem Lebensraum dieser Tiere und kennt sie gut.

Die erfahrene Wolfexpertin erklärt gegenüber wasserburg24.de, dass Wölfe kein Problem in mit Menschen besiedeltem Gebiet darstellen würden. „Wir wissen nicht zu Hundert Prozent, ob nicht auch momentan Wölfe vereinzelt in unserer Nähe leben“, heißt es von Sabine Mücke. Wölfe hielten sich gerne versteckt und fallen nicht unbedingt auf. „Der Wolf im Märchen hat rein gar nichts mit der Realität zu tun“, erklärt Mücke im Gespräch mit wasserburg24.de.

Wölfe könnten auch in der Region leben

Sabine Mücke nimmt wasserburg24.de-Reporterin Regina Mittermair mit in ein Wolfsgehege, das einerseits deshalb existiert, um die Wölfe besser kennenzulernen und zu erforschen, andererseits auch eine Möglichkeit für interessierte Bürger, den Wolf aus nächster Nähe zu sehen. „In einigen Gehegen, die es in Bayern gibt, wird der beliebteste natürliche Lebensraum der Wölfe dargestellt“, erzählt Sabine Mücke.

Niemals werde ein Wolf umgehend angreifen, wenn er Menschen sehe. „Wölfe ziehen sich gerne zurück“, so die Expertin.

Im Gehege ist es ruhig. Die Wölfe nähern sich nicht, sondern stiefeln dezent gut zwei Meter entfernt an wasserburg24.de-Reporterin Regina Mittermair und Tierärztin Sabine Mücke vorbei. Die Tiere sind nicht aufgeregt und auch nicht angriffslustig. Dennoch sei es gut, wenn sich die Politik mit den Wölfen und einer möglichen Rückkehr in die Region, einer Ansiedlung auseinandersetzt, findet Mücke.

Landtag diskutiert Dringlichkeit des Managementplans

Im Oktober 2014 wurde nach einem Dringlichkeitsantrag im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags der Managementplan „Wölfe in Bayern“ Stufe 2 diskutiert. Details seien unverzüglich vorzulegen, hieß es in dem Antrag einzelner Politiker. Auch 2015 bleibt das Thema auf den Tagesordnungspunkten des Ausschusses. Der Wolf gehöre zur Gattung der rückkehrenden Tierarten, sind sich Experten einig.

Foto von Wolf in Brannenburg aufgetaucht

Verdacht auf Wolf nahe Dorfen

Der Vorsitzende des Umweltausschusses, Dr. Christian Magerl erklärt im Gespräch mit wasserburg24.de, dass sich die Politik immer mit dem Thema Wolf und Wolfsmanagement auseinandersetzen müsse, weil man nie sicher sein könne, ob der Wolf nicht in höherer Anzahl in Bayern vertreten sei, als angenommen. „Es gibt mittlerweile vom Umweltministerium die Wolfs-Managementpläne mit Empfehlungen“, so Dr. Magerl. Darin enthalten seien Tipps, wie man mit dem Tier im Falle einer Sichtung umzugehen habe, heißt es aus dem Landtag.

Wolfmanagementplan 2

„Der Landtag wird sich auch 2015 mit den Managementplänen beschäftigen, damit auch die Politik darauf vorbereitet wäre, wenn ein Wolf in Bayern auftauchen würde“, erklärt der Ausschussvorsitzende gegenüber wasserburg24.de.

Dies bleibe eine Daueraufgabe, ist sich Dr. Christian Magerl sicher. Es sei damit zu rechnen, dass Bayern immer Zuwanderung haben aus anderen Gebieten, beispielsweise aus dem sächsischen Raum oder aus dem südlichen Alpenraum, so Magerl im Interview. „Es ist nicht auszuschließen, dass ein Wolf in Bayern einmal seine Jungen zur Welt bringt und die Population der Wölfe stark zunimmt. Wir sind gewappnet und haben die Wölfe weiter auf dem Bildschirm“, zeigt sich Magerl überzeugt.

Bürger haben Sorge

Ängste besorgter Bürger könne auch die Politik nachvollziehen, so Magerl. Der Managementplan sei speziell auf die Bedürfnisse und Sorgen der Menschen, die in betroffenen Gebieten wohnen, ausgerichtet.

Sollte ein Bürger einen Wolf sehen, sei ihm geraten, mit der unteren Naturschutzbehörde des jeweiligen Landratsamtes oder mit dem Umweltausschuss des Bayerischen Landtags Kontakt aufzunehmen, führt Magerl abschließend aus. Dem Landtagsabgeordneten selbst gefallen diese Tiere sehr, wird im Gespräch klar. „Der Wolf ist ein faszinierendes Tier, ich fände es gut, wenn auch ein paar Wölfe wieder in Bayern da wären“.

Quelle: rosenheim24.de

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