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Dreistufiger Abschied

Zeugnisverleihung mit Salto: Abifeier des Luitpold-Gymnasiums in Wasserburg

Große Freude herrschte bei den Abiturienten bei der Zeugnisvergabe auf der Bühne.Weithofer
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Große Freude herrschte bei den Abiturienten bei der Zeugnisvergabe auf der Bühne.Weithofer

Gottesdienst, Musik, viele Reden und kluge Worte: So war die Abifeier des Luitpold-Gymnasiums in Wasserburg.

Wasserburg – Mit einem dreistufigen Abschied haben die Abiturientinnen und Abiturienten des Luitpold-Gymnasiums Wasserburg ihre Schulzeit ausklingen lassen. Begonnen hatte der Festreigen am Freitag mit einem ökumenischen Gottesdienst und andächtigem Gesang in der St.-Jakobs-Kirche, anschließend ging es zur feierlichen Zeugnisverleihung in den prächtigen Rathaussaal.

Am Abend zogen die Feiernden weiter zum Wirtshaus Kalteneck bei Albaching, um es dort bei Discomusik und Genüssen vom Büffet noch bis in die tiefe Nacht „krachen zu lassen“ – eine Empfehlung des katholischen Pfarrers Bruno Bibinger, der die jungen Leute gerne Folge leisteten. Ein Tag, der die corona-bedingten Entbehrungen der vergangenen Jahre vergessen ließ.

„Wir sind sehr froh, dass Liveauftritte nach einer langen Durststrecke wieder möglich sind“, rief Schulleiterin Verena Grillhösl bei der Abifeier ins Mikrofon. Die Band „Pick Ten“ hatte zuvor mit „Narcotic“, einem fetzigen Song der deutschen Popgruppe Liquido, den Rathaussaal zum Beben gebracht.

Vier Abiturienten mit 1,0

Mit Stolz verkündete die Schulleiterin in ihrer Bilanz die Zahlen zum Jahrgang: „87 Schülerinnen und Schüler der Q12 haben die Abiturprüfung. bestanden, 51 junge Frauen und 36 junge Männer. Drei Abiturientinnen und ein Abiturient haben mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen. Insgesamt haben wir elf Schülerinnen und Schüler, die einen Schnitt bis 1,4 erzielt haben.

Der Notendurchschnitt beträgt 2,19.“ Und sie gratulierte den Schulabgängern zu ihrer „ausgezeichneten Leistung“ und fügte mahnend hinzu: „Ich möchte Euch angesichts der Krisen und Probleme der heutigen Zeit dazu aufrufen: Rennt nicht kopflos wie Hühner durch die Gegend, überlasst Euch nicht dem Pessimismus und dem Fatalismus, sondern nehmt Eure Zukunft in die Hand und gestaltet sie!“

Es folgten noch eine Reihe anderer klugen Worten und Ratschläge – so vom römischen Denker Seneca, zitiert vom stellvertretenden Landrat Sepp Huber als Ehrengast: „Wenn man nicht weiß, welchen Hafen man ansteuert, ist kein Wind günstig.“

Der Zweite Bürgermeister der Stadt Wasserburg, Werner Gartner, warnte die Abiturienten, nach geschaffter Prüfung nicht „herumzusandeln“, sondern einen eigenen Weg zu suchen: „Lasst euch auf das Leben ein!“ Glückwünsche zum erfolgreichen Schulabschluss sprach auch Markus Schwalb aus, Vorsitzender des Elternbeirats, genauso Dr. Johannes Hain, Vize der Luitpoldiana-Studiengemeinschaft, der den oft unbeliebten Begriff „Pflicht“ thematisierte.

In einer launigen Rückschau ließen die Schülervertreter Nicole Jacoby und Jan Beyer die Widrigkeiten bei der Umsetzung der Corona- Bestimmungen an der Schule Revue passieren. Die anschließende Zeugnisverleihung zog sich eine gute dreiviertel Stunde hin, zur Erheiterung des Publikums war aber so manch ulkige Geste dabei – einer, Jonas Kloos, schlug sogar einen Salto vor der verblüfften Schullleiterin. Was zeigte: Dieser Jahrgang hat sich nicht unterkriegen lassen.

Die Abiturienten feierten mit Familie und Freunden die Zeugnisübergabe im Rathaussaal in Wasserburg.

Die Absolventen des Luitpold-Gymnasiums

Korbinian Altermann, Nicole Jacoby, Luzia Rumberger, Klara Apfelbacher, Yvonne Joachimsmeyer, Johannes Ruß, Luca Aschekowsky, Lea Jungbauer, Arne Schenk, Emilie Axthammer, Richard Kainz, Florian Schöberl, Emilia Bauer, Maria Kapfenberger, Sophia Schreyer, Timo Beinrucker, Emirhan Kilinc, Luca Schröter, Simon Berghammer, Jonas Kloos, Christian Seeleitner, Mika Besemer, Marie Kunz, Niklas Simon, Jan Beyer, Jasmin Kurfer, Sodhi Singh, Freya Birghan, Judith Kurth, Anna Stadler, Hanna Born, Julia Kurzweil, Angelina Stanila, Henrik Born, Jakob Landes, Sophia Staudinger, Paul Büker, Emilia-Sophie Lehner, Alina Sturm, Johanna Dreyer, Vincent Lutz, Denis Telalovic, Simon Englhauser, Michelle Maggi, Laura Telalovic, Leo Esterer, Maja Mangstl, Charlotte Tepe, John Fichtl, Susanne Manz, Marcel Thalhammer, Laura Fleidl, Paula Neumann, Luna Todero, Luis Fruk, Annette Nothaft, Emilia Trepte, Emil Fuchs, Judith Obermaier, Simon Vierke, Anja Geiger, Adele Papalo, Sophia Vinkelau, Simon Gievers, Len Pottrick, Florian Wallner, Samuel Gimber, Paul Prantl, Annalena Walter, Matthias Gößl, Johanna Raab, Lilo Weinert, Philipp Grüter, Eva Radlmair, Theresa Weithofer, Josefina Hain, Elisabeth Reininger, Julian Westermann, Fiontan Herkner, Malena Reiserer, Leah Wilhelm, Anna Himmer, Christine Rottenwalter, Mika Wilke, Verena Huber Lena Rumberger und Lisa Zacherl.

Schnitt 1,0: Die besten Abiturienten des Luitpold-Gymnasiums Wasserburg

Die 18-jährige Paula Neumann aus Edling hat ihr Abitur mit 1,0 absolviert.

Paula Neumann (18) aus Edling: „Wie ich das geschafft habe? Mich haben immer viele Fächer interessiert und dann fiel es mir nicht ganz so schwer, mich dafür zu motivieren und dafür zu lernen. Insgesamt war ich jedenfalls in der Schule zufrieden. Mein Lieblingsfach war Biologie. Ob Corona oder der Krieg in der Ukraine mich belastet haben? Während des Lockdowns war es für mich sehr schwer, mich zu motivieren, wenn ich nur zu Hause war. Aber ansonsten ging es. Vom Lernen hat mich das jedenfalls nicht abgehalten. Jetzt will ich den Bundesfreiwilligendienst machen, in welchem Bereich, weiß ich noch nicht, will aber wahrscheinlich hier in der Region bleiben, ich möchte ja von meinen Freunden nicht weg. Mein Highlight aus der Schulzeit sind ja die Freunde, die ich gefunden habe.“

Der 18-jährige Florian Wallner aus Edling hat sein Abitur mit 1,0 absolviert.

Florian Wallner (18) aus Edling: „Meine gute Note war eher Glück. Man muss sich aber schon ein bisserl vorbereiten. Aber: Man weiß ja nie so richtig, wie die Prüfungen sind und ob man nicht einen schlechten Tag hat. Es ist auch mal vorgekommen, dass ich mir den Stoff erst in der Pause angeschaut habe. Meine Lieblingsfächer? Mathematik, Informatik und Geschichte. Ich muss ehrlich zugeben, dass Corona auf mich stärker als der Krieg eingewirkt hat, man war in der elften Klasse ja die ganze Zeit nur daheim, hat die Schulkameraden gar nicht mehr gesehen. Später war der Fokus schon aufs Abitur gerichtet, der Krieg war für mich da nicht so im Vordergrund. Jetzt mache ich eine Ausbildung zum Lokführer, das wollte ich schon immer. Zunächst einmal geht es auf die Abschlussfahrt nach Kroatien.

Die 18-jährige Anja Geiger aus Wasserbug hat ihr Abitur mit 1,0 absolviert.

Anja Geiger (18) aus Wasserburg: „Ich habe mich schon gut auf die Prüfungen vorbereitet, es war aber auch etwas Glück dabei. Es kann ja immer sein, dass man im Abi mal einen schlechten Tag erwischt. Aber neben der Schule habe ich mir genügend Zeit für meine Hobbys genommen. Meine Lieblingsfächer waren Französisch, Mathe und Physik. Corona oder der Krieg in der Ukraine haben mich nicht so sehr beeinflusst, aber während des langen Lockdowns in der elften Klasse war es von der Motivation her manchmal schwierig. Nach der Schule möchte ich ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst ableisten, nicht unbedingt in Wasserburg, wahrscheinlich weiter weg. Ich interessiere mich für viele Sachen, deshalb fällt es mir schwer, mich schon jetzt für einen Beruf zu entscheiden.“

Die 18-jährige Nicole Jacoby aus Bachmehring hat ihr Abitur mit 1,0 absolviert.

Nicole Jacoby (18) aus Bachmehring: „Wie ich die Note 1,0 erreicht habe? Für mich persönlich war es am wichtigsten, einen Ausgleich zu haben, den Austausch mit anderen, verschiedene Aktivitäten, also nicht den ganzen Tag zu Hause zu sitzen und stur zu lernen. Das bringt ja im Endeffekt auch nichts. Meine Lieblingsfächer waren Naturwissenschaften, Physik, aber ich mag auch Geschichte sehr gern. Corona hat meine schulischen Leitungen nicht gravierend beeinflusst, aber emotional fand ich es schon anstrengend. Und beim Ukraine-Krieg hat man im Hinterkopf, dass es anderen in Europa schlechter geht als einem selbst. Meine Zukunft? Ich mache ein paar Praktika, plane zu studieren in Richtung Naturwissenschaften und Medizin, aber will jetzt erst ins Ausland, um Spanisch zu lernen.“

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