Der Parkplatz bleibt geschlossen

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Gestern Mittag auf der Burg: Der Parkplatz war gefüllt. Das wäre er sicher auch am Wochenende, wenn die Schranken geöffnet wären. Dass dann Montagfrüh alle Autos wieder weg wären, bezweifelt das Vermessungsamt aber aufgrund der Erfahrungen.

Wasserburg - Viele Anwohner auf der Burg möchten gerne die Parkplätze des Vermessungsamtes nutzen. Dürfen sie aber nicht. Stadt und Vermessungsamt stemmen sich dagegen.

Viele Anwohner auf der Burg sind immer noch entrüstet, dass die Parkplätze des Vermessungsamtes abgesperrt sind. Und dies auch außerhalb der Arbeitszeiten bleiben. Wenigstens dann wollen sie vor der Haustür parken können. Den Antrag müsste die Stadt stellen. Tut sie aber nicht.

Die Parkplätze der Außenstelle des Vermessungsamtes auf der Burg sorgen nach wie vor für Unmut bei den Anwohnern: Sie sind und bleiben abgesperrt. Nachdem entlang der Fahrbahn ein absolutes Halteverbot beschlossen wurde, wird die Frage immer lauter, warum die Plätze nicht - wie früher - zumindest außerhalb der Dienstzeit zur Verfügung stehen. Weil es nicht funktioniert hat, so der Wasserburger Außenstellenleiter Berthold Günthner.

"Wir haben den Dauerparkern immer wieder Zettel an die Windschutzscheibe gehängt", so Günthner. Der daraus resultierende Schriftverkehr mit den Anwohnern fülle einen dicken Aktenordner, aber "das Parkverhalten hat sich nicht geändert". Stand ein Auto erst einmal dort, blieb es stehen. Tagelang. Und die Mitarbeiter suchten sich anderswo einen Parkplatz. Also wurde nach der Erneuerung der Fläche der Parkplatz mittels Pfosten und Schranke abgesperrt.

Heute noch sei zu beobachten, so Günthner, dass ein Anwohnerpaar Familienauto A aus dem einzigen Besucherparkplatz des Amtes ausparkt, um Familienauto B dort für einige Tage abzustellen. Abschleppen lassen? "Aus heutiger Sicht nicht."

Eine Anwohnerin hat sich über vier Monate hinweg die Mühe gemacht, die Autos der Vermessungsamtsmitarbeiter zu zählen. Meist waren es zwischen sechs und neun, manchmal nur drei oder vier und einmal ganze zehn. Nur am Abend des Weinfestes waren alle rund 20 Parkplätze voll belegt.

Ein Hauseigentümer hatte versucht - gerne auch gegen Gebühr - Parkberechtigungskarten für außerhalb der Dienstzeiten des Amtes zu bekommen, scheiterte aber. Was den Sprecher des bayerischen Finanzministeriums, das für die Parkplätze zuständig ist, nicht wundert. Denn den Antrag müsste nach seiner Aussage die Stadt stellen, müsste einen Überlassungsvertrag mit dem Amt machen.

Und damit, wie das Vermessungsamt auf Nachfrage der Stadt mitteilte, sämtliche Haftung und die Verkehrssicherung übernehmen. "Das kann die Stadt nicht machen", so Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann. "Das ist ein Konstrukt, das so gar nicht geht."

Das Schneeräumen, das dann beispielsweise fällig wäre, wäre wohl das geringste Problem. Die Stadt müsste dann aber auch dafür sorgen, dass die Parkplätze bei Dienstbeginn im Vermessungsamt wieder leer sind, die Mitarbeiter parken können.

"Es ist verständlich, dass es für die Anwohner bequem wäre, die Parkplätze nutzen zu können", so die Stadtbaumeisterin, "es ist aber auch verständlich, dass die Mitarbeiter ihre Parkplätze haben wollen." Und die Rechtslage sei nun einmal so, dass es sich um Privatgrund handele, die Anwohner kein Anrecht hätten.

Das ist beim gerne als Gegenbeispiel angeführten Gymnasium genauso. Auch hier sind die Parkplätze Privatgrund, stehen aber nach Dienstschluss der Allgemeinheit zur Verfügung. Das sind vor allem Theaterbesucher, VHS-Kurs-Gänger, Bibliothekenbenutzer, kaum Anwohner. Denn erstens gibt es dort nicht viele und zweitens haben die alle mindestens einen eigenen Stellplatz - oder parken in der Achatzstraße.

Das Vermessungsamt hält den Parkplatz nicht hermetisch abgeriegelt. Die Feuerwehr hat einen Schlüssel, kann die Pfosten umlegen. Der Getränkelieferant des Altenheimes darf ebenso dorthin fahren, wie die Stadt kürzlich für Bauarbeiten die Baustelle einrichten, und auch die Bestattungsdienste haben im Falle eines Falles Zufahrt. "Und wenn die Kreishandwerkerschaft anfragt", so Günthner, "lassen wir die selbstverständlich rein."

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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