B15neu: Das Phantom lebt

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Die B15neu, wie sie als rote Linie im Bundesverkehrswegeplan ab 2015 eingezeichnet ist. (Grafik in größerer Auflösung)

Wasserburg - Alle Jahre wieder taucht die "Bundesstraße 15neu" aus der Versenkung auf - aktuell im Zusammenhang mit der Neuauflage des Bundesverkehrswegeplans.

Wie alt die Trasse ist, die sich auch auf aktuellen Landkarten immer noch als gestrichelte Linie findet, weiß keiner der jetzt Beteiligten mehr auf Anhieb. Es braucht schon einen besonderen Anlass, dass die Planungen wieder einmal hervorgeholt werden.

Zuletzt hat Bayerns Innenminister Joachim Hermann den Blick darauf gelenkt. Wie die meisten noch nicht umgesetzten Straßenpläne im Freistaat dürfte die Trasse quer durch Wald und Flur in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen werden, die Frage ist nur, mit welcher Dringlichkeit. Sich zur Trasse zu äußern, dazu hatte der Minister die Bevölkerung ausdrücklich aufgerufen.

Inzwischen ist die Frist abgelaufen, die Auswertung aller Rückmeldungen ist nach Angaben einer Sprecherin des Innenministeriums aber noch längst nicht abgeschlossen. Es werde wohl mindestens Ende des Monats werden, bis die Rückmeldungen aus ganz Bayern verarbeitet sind.

Zur Erinnerung: Die B15neu soll autobahnähnlich ausgebaut den Raum Regensburg mit Rosenheim und der Autobahn München-Salzburg verbinden, würde also eine weitere Nord-Süd-Achse darstellen. Im nördlichen Bereich zwischen Regensburg und Landshut ist sie bereits weitgehend realisiert. Mit der jetzigen B15 hat das Straßenprojekt nichts gemeinsam, denn die seinerzeit mehr oder weniger freihändig gezeichnete Trasse verliefe ganz anders.

Im Wasserburger Raum ist die Betroffenheit der Gemeinden recht unterschiedlich. Wasserburg, Haag, Dorfen und Taufkirchen/Vils lägen nicht mehr an der B15, Pfaffing und Reichertsheim auf einmal schon. Offiziell Stellung genommen hat im öffentlichen Verfahren aber keine davon.

Rott würde nur mit dem letzten Zipfel im Nordwesten berührt, hier würde die vierspurige Straße im Landkreis Ebersberg verlaufen. So winkt Bürgermeister Marinus Schaber denn auch ab: "Bei uns kein Thema." In Pfaffing dagegen schaut es schon anders aus. "Uns war immer bewusst, dass die alte Trasse nicht weg ist", so Bürgermeister Lorenz Ostermaier. Sie würde westlich vom Ort Pfaffing vorbei führen und dann an der Grenze zu Albaching entlang nach Rechtmehring weiterlaufen.

Ostermaier hat aufmerksam registriert, "dass die B15neu seit der Wahl 2008 wieder öfter genannt wird." Im Ort gebe es zwei Sichtweisen: Die eine Seite denke an eine Ortsumgehung, die damit praktisch nebenbei verwirklicht würde. Die andere sehe vor allem die wertvolle Naturlandschaft, die dafür geopfert werden müsste. Persönlich kann sich Ostermaier eine Realisierung kaum mehr vorstellen. Sowohl die Ökologie, als auch der enorme technische Aufwand sprächen dagegen. "Da stellt sich doch gleich die Frage, woher das Geld kommen soll." Sinnvoller wäre auf alle Fälle eine Verbesserung der jetzigen B15 mit Ortsumgehungen, ist Ostermaier überzeugt.

Stark betroffen wäre auch Rechtmehring. Die Gemeinde würde praktisch südlich der Hauptorte durchschnitten. Bürgermeister Sebastian Linner freut das gar nicht, "aber wenn es kommt, muss man das Beste daraus machen". Für seine Begriffe sei aber die Trasse längst nicht fix, "einen Kilometer oder zwei hin oder her geht sicher noch etwas." Linner geht im Gegensatz zu einigen Kollegen davon aus, dass die B15neu langfristig kommt. Er selbst habe bei einer Veranstaltung Innenminister Hermann sagen hören, vordringlich sei erstmal der Ausbau aus dem Norden bis zur Autobahn 94 und da sei mit dem Beginn es Planfeststellungsverfahrens nicht vor 2020 zu rechnen. Bis sie dann hier in die Region komme, das dauere dann sicher nochmal zehn bis 15 Jahre.

"Diese Trasse ist ja gar nicht mehr realisierbar," winkt Annemarie Haslberger ab. Die Bürgermeisterin von Reichertsheim kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass die alten Pläne heute noch eine Chance hätten. Bei Thambach würde die B12 gequert, dann würde die Straße ziemlich strikt Richtung Norden laufen. Haslberger: "Bei uns war dieser Vorschlag nie mehr ein Thema. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass wir das nicht mehr erleben."

koe/syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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