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Bahn gibt Gas für mehr Attraktivität

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Moderne Haltestellen, hier die kürzlich umgebaute in Wasserburg, steigern nicht nur die Attraktivität der Bahn. Sie sind auch Grundlage für den Einsatz längerer Züge.

Wasserburg - Nach etwas ruhigeren Jahren will die Bahn jetzt wieder Gas geben auf den Linien rund um Wasserburg: Beschleunigung und Stundentakt sind die Themen der nächsten Jahre.

Wasserburg - Die Zeiten der enormen Zuwachsraten bei den Fahrgastzahlen waren für die Südostbayernbahn (SOB) rund um Wasserburg zuletzt vorbei. Zwar sei die Auslastung auf den Linien stabil geblieben, so Wolfgang Jakob, der Marketingleiter der SOB. Aber: "Keine Attraktivitätssteigerungen, keine Zuwächse."

Das soll sich nun in den nächsten zwei, drei Jahren deutlich ändern. Sowohl zwischen Rosenheim und Mühldorf als auch Richtung München will die SOB wieder mit Nachdruck nachlegen. Schnellere und häufigere Verbindungen sind dabei die Hauptfaktoren, daneben sollen auch die Haltestellen weiter modernisiert werden.

Tempo 80 Richtung München

Den entscheidenden Sprung soll es bis 2013 Richtung München geben. Wobei "Sprung" hier relativ ist: Wasserburg-Ebersberg wird eine "Neben-Bahnstrecke" bleiben, was eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde bedeutet. Das allerdings wäre auch schon fast eine neue Dimension. Derzeit dürfen die Triebwägen maximal Tempo 50 fahren, in der Realität müssen sie teilweise weit darunter bleiben.

Immerhin: Die Grundlage für die Beschleunigung wurde schon mit dem Gleisbau 2004 gelegt. Mit dieser Investition trug die SOB damals dem Potenzial Rechnung, das sie in der Schienenverbindung nach München sieht. Seit letztem Jahr ist nun endlich auch der nächste Schritt klar: Die Staatsregierung hat sich auf einen Begegnungsbahnhof in Steinhöring festgelegt. Der ist Voraussetzung für einen Stundentakt nach München-Ost, bei dem sich die Züge ja irgendwo kreuzen müssen.

Die Vorplanung dafür wurde jetzt abgeschlossen, nun geht es in das Genehmigungsverfahren. "Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 begegnen sich da die Züge", ist der zuständige Projektleiter Jens Friemel zuversichtlich.

Verhindern könnte dies der Freistaat Bayern, denn noch liegt keine endgültige Bestellung für den Stundentakt vor. Und es könnte natürlich massive Einsprüche geben, so wie in Brandstätt, wo vier Jahre mit einem Anlieger um eine Lösung für einen Bahnübergang gerungen wurde. Aber in Steinhöring schaut es nicht danach aus. 140 Meter lang - und natürlich höher - soll der mittige Bahnsteig werden, das Begegnungsgleis südlich der jetzigen Trasse entstehen.

Damit könnten hier auch Doppel- oder gar Doppelstock-Züge halten, ein Standard, den man auf allen Bahnsteigen anstrebt. Denn im Berufsverkehr sei die normale Triebwagen-Kombination schon mal zu klein, verlängert werden könne sie derzeit aber eben aus Platzgründen nicht, so Jakob. Konkret stehen bis 2013 die Bahnhöfe Edling, Forsting und Tulling auf dem Investitionsplan.

Für die Beschleunigung der Züge sind moderne Bahnübergänge entscheidend. Vor zehn Jahren gab es auf den 19 Kilometern zwischen Wasserburg und Ebersberg noch 38 davon. Inzwischen sind fünf beseititg, sieben technisch gesichert. Weitere Verbesserungen stehen schon 2011 an in Forsting und Brandstätt, 2012 dann in Edling und bei Ebersberg. Unter dem Strich soll das fünf Minuten weniger Fahrzeit bedeuten, eine ganze Menge in einem engen Fahrplan.

...und mit 120 nach Rosenheim

Ein ähnliches Programm gibt es auch für die Bahnstrecke Rosenheim-Ebersberg, allerdings mit noch ehrgeizigerem Ziel: Tempo 120 ist hier beantragt und soll auf immerhin 16 Kilometern noch im ersten Halbjahr 2011 umgesetzt werden, "unabhängig von Bahnübergangs-Maßnahmen", so die SOB. Die stehen aber ebenfalls auf der Projektliste. Begonnen wird 2011 mit Halbschranken an drei Bahnübergängen. Für 2014 ist die Brücke in Mühlthal geplant, bis 2017 dann die technische Sicherung von sieben weiteren Übergängen.

Für den Bahnkunden fast am wichtigsten ist das Thema Stundentakt. Und der soll auf dieser Strecke in zwei Jahren kommen, "voraussichtlich", schränkt die SOB ein.

Schon vorher soll es auf den Bahnhöfen moderner zugehen. Eine ganze Reihe wurde bereits umgebaut, im kommenden Dezember soll sogar ein ganz neuer dazu kommen, nämlich "Rosenheim-Hochschule". 2011, so die Bahn, würden außerdem alle Stationen im SOB-Streckennetz mit sogenannten "dynamischen Schriftenanzeigern" ausgestattet, die beispielsweise Verspätungen anzeigen - die es hoffentlich nur ganz selten gibt...

von Karl Königbauer/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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