Altstadtstrecke für nur 1,5 Millionen

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Die geladenen Experten bei der Podiumsdiskussion zur Altstadtbahn in Wasserburg.

Wasserburg - Die Ortsgruppe von Pro Bahn hatte zum Infoabend über eine mögliche Reaktivierung der Altstadtbahn geladen - und das Interesse der Wasserburger war groß:

Das große Interesse vieler Wasserburger an einer Bahnanbindung zeigte sich anlässlich einer Veranstaltung der Wasserburger Pro Bahn Ortsgruppe, denn der Saal im Paulaner schien aus allen Nähten brechen zu wollen. Selbst draußen auf dem Gang lauschten die Zuhörer. Pro Bahn Sprecher Bernd Meerstein stellte das Bewerber-Konsortium vor, allesamt keine „Modellbahnbastler“, sondern erfahrene Experten und erfolgreiche Unternehmer im Bahnverkehr.

"Stillegung der Gleise rein rechtlich gar nicht möglich"

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Zunächst hielt Andreas Braun von der Bayernbahn einen kurzen Vortrag über sein Unternehmen mit Sitz in Nördlingen, erläuterte die bisherigen Leistungen vorwiegend im Güter- und Tourismusverkehr und schilderte sein ganz persönliches Verhältnis zur momentan leider verkommenen Schienentrasse in die Altstadt. In der anschließenden Befragung durch Moderatorin Claudia Rahlf machte Braun deutlich, wie positiv die Situation für ein Wiederherrichten der Bahngleise stehe. Eine endgültige Stilllegung, wie der Stadtrat sie mehrheitlich beschlossen habe, sei rein rechtlich gar nicht möglich.

Daniel Preis von der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) aus Bonn ergänzte, auch vor einem Rechtsstreit werde man nicht zurückschrecken. Als weiteres Mitglied betonte allerdings Walter Neumayer von Innrail aus Nußdorf, er habe schon genug rechtliche Auseinandersetzungen beim LEO erlebt. Er hoffe vielmehr auf eine für alle Seiten zufriedenstellende Verhandlungslösung am runden Tisch. Norbert Moy von Pro Bahn Oberbayern vom Bewerber-Konsortiums, stellte klar, dass es ihnen nur vordergründig um Tourismusfahrten mit Dampflokzügen geht, das eigentliche Ziel ist der stündliche Regelverkehr mit modernen Triebwägen zwischen Wasserburg-Altstadt und München-Ost.

Kostensituation: 1,5 Millionen Euro

Nach Nachfragen aus dem Publikum zur Kostensituation erklärte Braun, er kalkuliere aufgrund seiner Erfahrung im Schienbau mit etwa 1,5 Millionen Euro, im Gegensatz von den 9–11 Millionen im Gevas Gutachten, auf dem der Stadtratsbeschluss basiere. Meerstein zeigte Verständnis für die damaligen Befürchtungen der Stadträte, doch die aktuellen Zahlen müssen jetzt berücksichtigt werden. Diese Zahlen konnten Braun und Preis mit mehreren Reaktivierungsbeispielen belegen. Moy wies daraufhin, dass selbst die Deutsche Bundesbahn (DB) noch 2002 die Altstadtstrecke im Internet ausgeschrieben und dabei nur 1,1 Mio Euro nach DB-Ausbau-Standard gerechnet habe.

Das könne heute noch jeder im Internet nachlesen. In einer Wortmeldung wurde ein Radweg statt Bahngleise gefordert. Zweite Bürgermeisterin Hof-Hippke, die eingangs bereits die Versammlung begrüßt hatte, stellte klar, diese Variante ausgeschlossen sei. Der Stadt liege ein Naturschutz-Gutachten zum FFH-Gebiet vor, das den Bahnkörper im Hangbereich umschließt, in dem ausdrücklich weder Radweg, noch Busspur oder Fußgängerweg zugelassen sei. Einzige Ausnahme sei die Bahn, denn sie war schon vor der Gebietsfestlegung da und ist von der Veränderungssperre nicht betroffen.

Abschließend warb Bernd Meerstein um weitere Unterstützung für die Reaktivierung der Altstadtstrecke und verwies auf eine weitere Veranstaltung am 22. März, in der ein SBB Manager vortragen wird, warum die Schweizer ihre Bahn so lieben.

Pressemeldung Pro Bahn e.V.

Quelle: rosenheim24.de

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