Bestellungen unter dreierlei Namen

Wasserburg - Gleich drei falsche Namen benutzte eine 30-jährige Hausfrau aus der Region, um bei Online-Shops einzukaufen. Dann flog der Schwindel auf. Jetzt stand sie vor Gericht.

Der Schwindel flog auf und brachte statt der bestellten Waren schließlich einen Strafbefehl wegen Computerbetrugs in Höhe von 70 Tagessätzen zu je 15 Euro.

Wasserburg - Gegen die Rechtsfolgen hatte die 30-Jährige Einspruch eingelegt und so musste sie sich nun vor dem Wasserburger Amtsgericht wegen mehreren Fällen des vollendeten und versuchten Computerbetrugs verantworten. In drei Fällen erfolgte eine Lieferung, fünfmal wurde die Bestellung aufgrund des Betrugsverdachts storniert.

Die Staatsanwaltschaft legte ihr zur Last, über das Internet bei verschiedenen Online-Shops unter Vortäuschung ihrer Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit Waren im Wert von insgesamt über 1200 Euro bestellt zu haben. Am 15. Dezember 2011 und am 17. Januar 2012 soll sie bei zwei Versandhäusern achtmal Waren per Rechnung geordert haben, obwohl sie sich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage bewusst gewesen sei, dass sie die Rechnung nicht würde begleichen können. Dabei soll sie ihren eigenen Namen in leicht abgeänderter Form sowie den Namen ihrer Mutter verwendet haben, um ihre Identität und die Verfolgbarkeit der Bestellungen zu verschleiern. Aus demselben Grund soll sie auch ein falsches Geburtsdatum angegeben haben. Den von ihr geltend gemachten Tippfehler schloss die Staatsanwaltschaft aufgrund der vielfachen Verwendung desselben Datums und der nicht vorhandenen Ähnlichkeit mit dem Geburtsdatum aus.

Vor Gericht räumte die Angeklagte ihr Fehlverhalten ein und entschuldigte sich auch bei ihrer Mutter, die sich, aufgrund ihrer falschen Angaben, mit Hilfe eines Anwalts mit einem Versandhaus auseinandersetzen musste. Ein Handyvertrag eines ehemaligen Partners habe ihr eine "Negativ-Schufa" aus der Jugend eingebracht. Deshalb sei ihr die Dummheit eingefallen, bei der Bestellung den Namen der Mutter zu verwenden.

Zu diesem Zeitpunkt habe sie 1200 Euro angespart gehabt und ein paar Anschaffungen für die Tochter machen wollen. Dabei habe es sich in erster Linie um Kleidung und Bettwäsche gehandelt. Doch wegen eines Totalschadens am Auto des Ehemannes sei das Geld dann für einen Autokauf verwendet worden.

Derzeit sei die finanzielle Lage so angespannt, dass im Monat nur 300 Euro bleiben und man zur Tafel gehe. Der Verteidiger gab zu bedenken, dass es sich um einen relativ niedrigen Gesamtschaden in Höhe von 625,53 Euro handle und keine Luxusgüter, sondern ausschließlich Gebrauchsgüter für die Tochter bestellt worden seien. Seine Mandantin sei aufgrund einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig und bekomme auch kein Hartz IV. Er beantragte deshalb eine Verminderung der Strafe auf 50 Tagessätze zu je zehn Euro. Der Ehemann sei Alleinverdiener und habe aus seiner vorangegangenen Selbstständigkeit noch 25000 Euro Schulden und eine eidesstattliche Versicherung abgelegt. Auf freiwilliger Basis zahle er derzeit seine Schulden zurück, deshalb habe die kleine Familie kaum genug zum Leben.

Die Staatsanwaltschaft bestand aufgrund der Häufigkeit der Taten auf den ursprünglichen 70 Tagessätzen, hielt jedoch die Anpassung der Tagessatzhöhe auf zehn Euro vertretbar. Das Gericht war derselben Meinung, da die Angeklagte über kein eigenes Einkommen verfüge. Auch wenn sie nur für ihr Kind bestellt habe, habe sie der Mutter doch erhebliche Schwierigkeiten bereitet, hieß es in der Urteilsbegründung.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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