115 Jahrgänge, 68 Nationen, eine Stadt

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Jeremias genießt, warm eingepackt, ein Nickerchen in der Wintersonne. Er ist einer von 111 kleinen Wasserburgern, die 2012 geboren wurden.

Wasserburg - Auf stolze 115 Jahre und rekordverdächtige 68 Geburtsländer verteilen sich die insgesamt 12.258 Wasserburger, die zum Jahreswechsel 2012/2013 ihren Hauptwohnsitz in der Stadt haben.

Frauen leben länger als Männer. Diese von unzähligen Statistiken und Untersuchungen belegte Tatsache lässt sich auch bei einem Blick auf die Wasserburger Bevölkerungsstatistik nachvollziehen. Die elf ältesten Einwohner sind Frauen - und entweder schon 100 Jahre alt oder kurz davor. Die älteste Wasserburgerin wurde 1907 geboren, der älteste Wasserburger "erst" 1915. Naturgemäß sind die Zahlen der Geburtstagskinder in diesen Jahrgängen einstellig, zu einem 100.Geburtstag gratulieren kann der Bürgermeister im morgen, Dienstag, beginnenden Jahr maximal dreimal. Aber schon 1919 werden die Zahlen zweistellig. Erstmals dreistellig wird es 1936, 55 Frauen und 50 Männer sind in diesem Jahr geboren.

Die zahlenmäßig stärksten Jahrgänge finden sich in der Dekade von 1957 bis 1967, hier sind es fast durchgehend über 200 Personen. Die Nase vorn hat hier das Baujahr 1965 mit 233 Vertretern, auf den Plätzen folgen 1961 (229) und 1960 (223). Von 1968 bis 2004 bleibt es dreistellig, dann aber mit einer 1 vorne, 2005 sinkt die Zahl erstmals wieder unter 100. Besonders klein sind die Jahrgänge 2008 bis 2010 mit 88 bis 90 Buben und Mädchen - was sich auch in den Kindergärten in der Stadt bemerkbar macht. Besserung ist, zumindest kurzfristig, in Sicht: Im heute zu Ende gehenden Jahr wurden 111 kleine Wasserburger geboren, 60 Mädchen und 51 Buben.

Die 12258 Wasserburger verteilen sich relativ gleichmäßig auf die beiden Geschlechter, 6121 Männern stehen 6137 Frauen gegenüber - aber die leben ja, wie erwähnt, auch länger. Das Durchschnittsalter aller Wasserburger liegt derzeit bei 42 Jahren und damit drei Jahre niedriger als der Bundesdurchschnitt. Etwas niedriger ist das Durchschnittsalter der Wasserburger ohne deutschen Pass, das liegt bei 38 Jahren.

Noch deutlich niedriger ist es bei den Wasserburgern mit doppelter Staatsangehörigkeit. Wobei die alte Dame, die 1918 geboren wurde und zwei Pässe ihr eigen nennt, den Schnitt definitiv anhebt. Dennoch liegt er nur bei 34 Jahren. Was daher rührt, dass etliche Kinder und Jugendliche, die Eltern aus zwei verschiedenen Herkunftsländern haben, zunächst beide Staatsangehörigkeiten haben. Hinzu kommen die hier geborenen Kinder zum Beispiel türkischer Eltern, deren Eltern zunächst beide Nationalitäten eintragen lassen. In beiden Fällen müssen sich die Doppelstaatler in der Regel als junge Erwachsene für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. Bemerkenswert: Bei den 109 Wasserburger Kindern mit mindestens einem deutschen Elternteil, die 2012 geboren wurden, ließen die Eltern in 30 Fällen beide Staatsbürgerschaften eintragen. In den 18 Jahren davor waren es zwischen sieben und 19.

Die 12258 Wasserburger mit Hauptwohnsitz in der Stadt kommen aus 68 Ländern von Afghanistan bis Weißrussland. 1458 Wasserburger haben keinen deutschen Pass. Damit liegt die Quote der Wahl-Wasserburger mit ausländischem Pass bei knapp 12 Prozent - und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt, denn der liegt bei knapp 8,5 Prozent. Die größte Gruppe? Ja, das sind die Frauen und Männer mit türkischem Pass, 360 sind es. Weit abgeschlagen auf Platz 2 sind die 109 Italiener, drittgrößte Gruppe sind die 99 Wasserburger Kroaten. Bundesweit liegen übrigens Türken und Italiener auch vorne, dann aber folgen die Polen. Die erreichen hier in der Stadt gerade einmal Platz 9.

Silvester mit Landsleuten anstoßen, das entfällt bei 20 Frauen und Männern. Aus Belgien, Chile, Dänemark, El Salvador, Finnland, Ghana, Jordanien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Marokko, Mauritius, der Republik Moldau, der Mongolei, der Republik Korea, Simbabwe, Sri Lanka und Venezuela kommt jeweils ein Wahl-Wasserburger. Und ein Mann hat die Möglichkeit ohnehin nicht, er ist staatenlos.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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