Ein Rosenkrieg vor Gericht

Wasserburg - Mit was sich die Gerichte manchmal beschäftigen müssen: Weil ein Handwerker seine Frau als "blöde Kuh" bezeichnet hat, landete er vor Gericht - und wurde verurteilt!

Ein 44-jähriger Handwerker aus dem Raum Wasserburg beschäftigte das Amtsgericht. Er soll seine Frau als "blöde Kuh" oder "Rindvieh" beschimpft haben. Die andauernden Differenzen im Rosenkrieg brachten ihm eine Geldstrafe von 750 Euro ein, gegen die er aber Berufung eingelegt hat.

"Ich bin unschuldig", beteuerte der 44-jährige Angeklagte nach der Urteilsverkündung. Er habe seine Exfrau nicht beleidigt und deshalb wolle er sich auch nicht mit dem Urteil abfinden. In der Zwischenzeit legte er Berufung ein, wie das Wasserburger Amtsgericht mitteilte.

Gericht und Staatsanwaltschaft legten dem Angeklagten folgenden Sachverhalt zur Last: Im März des letzten Jahres soll er vor einem Einkaufsmarkt eine frühere Nachbarin getroffen und ihr gegenüber geäußert haben: "Sag der blöden Kuh, sie soll mit dem ganzen Schmarrn aufhören, sonst passiert ihr was".

Seine Ex-Frau versuche, ihm ein "Grattlerimage" anzuhängen, um ihm die Kinder zu entziehen und an das gemeinsame Haus zu kommen, sagte der Angeklagte vor Gericht. Das Verhältnis sei sehr schlecht. Ob er zu ihr "Rindvieh" gesagt habe, daran könne er sich nicht erinnern. Er habe die Zeugin im Supermarkt getroffen. Dabei seien keine beleidigenden Äußerungen gefallen.

Die ehemalige Nachbarin bestätigte das Zusammentreffen und gab an, dass der Angeklagte im Gespräch erwähnt habe, dass er mit seiner Exfrau Stress habe. Beim Thema Unterhalt sei er "sehr unqualifiziert und seiner Exfrau gegenüber beleidigend" geworden. Auch ihr gegenüber sei er aggressiv und wütend aufgetreten. Ihr sei die ganze Sache sehr peinlich gewesen, zumal der Angeklagte seine Kinder dabei gehabt hätte. Auf Vorhalt des Angeklagten, sagte die Zeugin vor Gericht: "Du hast zu mir gesagt, 'sag der blöden Kuh, sie soll endlich mit dem ganzen Schmarrn aufhören, sonst passiert ihr was'". Der Angeklagte bestritt dies und betonte, dass er lediglich gesagt habe, dass er ihr kein Geld vom Haus gäbe.

Die geschiedene Ehefrau sagte aus, dass die Zusammentreffen öfter eskalierten und dass sie ihr Ex-Ehemann immer wieder als Rindvieh und "blöde Kuh" beschimpft habe. Ihre ehemalige Nachbarin habe sie angerufen und ihr von dem Vorfall vor dem Einkaufsmarkt berichtet.

Für die Staatsanwaltschaft war der Nachweis der Beleidigung erbracht. Sie forderte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 35 Euro. Das Gericht fand schließlich 30 Tagessätze zu je 25 Euro für tat- und schuldangemessen.

Laut Gericht war der Tatnachweis durch die Aussage der ehemaligen Nachbarin geführt. Die Zeugin sei für das Gericht absolut glaubwürdig. Zu Lasten des Angeklagten sei zu sehen, dass er seine Beleidigungen lautstark vor einem Einkaufsmarkt geäußert habe, sodass dies auch Unbeteiligte hätten hören können, hieß es in der Urteilsbegründung.

Ein Ende der Familienstreitigkeiten ist aber noch nicht in Sicht, denn die Exfrau musste sich zwischenzeitlich wegen Sachbeschädigung am Fahrzeug ihres Exmanns verantworten. Der Rosenkrieg geht in die nächste Runde.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser