Serie: Hobbys für sich entdecken

Mein Hobby: Kripperl und Zuckerblumen!

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Selbst erarbeitet und glücklich mit ihrem Hobby: Bürgermeistergattin Margarete Kölbl gestaltet Krippen, dieses Jahr kam ein weiteres "süßes" Hobby hinzu.
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Wasserburg - Krippen, Klosterarbeiten und Zuckerblumen. "Viel Liebe zum Detail" könnte der Oberbegriff für das Hobby von Margarete Kölbl sein. Die Frau des Bürgermeisters plaudert über vergessene Handarbeit.

Krippen, Engel, Christbaumschmuck, Klosterarbeiten. Viel Wachs und vor allem – viel selbst gefertigte Stücke sind im Haus von Familie Kölbl zu finden. Margarete Kölbl hat Handarbeit als Hobby schon immer sehr interessiert. „Mein Vater war Kunsterzieher am Wasserburger Gymnasium, die Freude an dieser Freizeitbeschäftigung wurde mir ein bisserl in die Wiege gelegt“ erzählt die Gattin des Rathauschefs aus Wasserburg.

Welches möglicherweise in Vergessenheit geratene, außergewöhnliche Hobby haben Sie?

Schreiben Sie uns. regina.mittermair@ovb24.de

Viele vergessene Arbeiten, wie die sogenannte Klosterarbeit, seien vom Aussterben bedroht. „Diese Handarbeit kennen nur noch wenige Menschen, es ist zwar zeitaufwendig aber es macht großen Spaß, aus Wachs und weiteren Materialien hübsche Dinge zu fertigen“, heißt es von Margarete Kölbl im Gespräch mit wasserburg24.de.

Im Haus der Kölbls sind viele Arbeiten zu sehen, die alle selbst hergestellt wurden.

So zeigt uns Margarete Kölbl winzigen Christbaumschmuck, aus Goldpapierröllchen erstellte Bilder und so manche Klosterarbeit. Viel Wachs ist im Spiel, ebenso Stickereien und Goldarbeiten. Auch der Krippenweg in der Altstadt trägt in gewisser Weise die Handschrift von Margarete Kölbl.

Zuckerblumen und Krippen selbst gestaltet

Einige ihrer Krippen sind im Krippenweg ausgestellt, so auch eine Papierkrippe, eine steirische Trachtenkrippe und eine neapolitanische Krippe. „Das ist eine meiner Lieblings-Stilrichtungen“, berichtet Kölbl. „Diese ist in der Barockzeit entstanden, Künstler aus Neapel haben die besonderen Figuren hergestellt, es fasziniert mich schon seit langer Zeit“.

Den hübsch angezogenen Drahtkörpern der Krippenfiguren schmeicheln die Köpfe und Hände aus Terra Cotta sehr. „Das Anrichten der Figuren ist wegen der Drahtkörper sehr detailgetreu möglich“, schwärmt die Bürgermeistergattin.

Die grandios wirkenden Bauten gestaltet Margarete Kölbl selbst, das macht ihr großen Spaß. „In Neapel kaufe ich eigentlich lediglich die Köpfe, Hände und Füße für die Figuren, der Rest ist eigene Arbeit und für mich große Freude“. Auch die für neapolitanische Krippen so wichtigen Kleinteile fertigt die Hobby-Gestalterin selbst. Ein Blick in die Regale und Schränkchen verrät, hier ist absolute Feinarbeit nötig, Obst, Gemüse, sogar Schinken sehen „zum Anbeißen echt“ aus.

Meist wird während der Adventszeit auch eine große Krippe auf mehr als sieben laufenden Metern aufgebaut, dieses Jahr gab es aber andere Prioritäten, die Riesenkrippe blieb 2014 im Schrank.

Klosterarbeit fast ausgestorben

„Klosterarbeiten sind so vielschichtig. Egal ob Draht als Ausgangsprodukt steht oder Wachs, häufig auch Goldgarn, diese alte Handarbeit mögen und können leider nur noch sehr wenige Menschen“ zeigt sich Margarete Kölbl enttäuscht. Sie selbst gestaltet gerne solche Dekorationen nach "altem Brauchtum".

Zuckerblumen als neue Leidenschaft

Nicht nur aus Wachs modelliert Margarete Kölbl die schönsten Dinge. Seit einigen Monaten ist sie ganz wild auf Zuckerpaste. „Ich habe in diesem Jahr angefangen, Blumen, Beeren und Blätter aus einer Zuckerpaste zu gestalten, damit verziere ich Torten oder mache ganze Buketts als Dekoration“ verrät die Frau des Stadtoberhaupts.

Täuschend echte Blumenpracht: Margarete Kölbl macht aus Zuckerpaste die schönsten Blüten.

Sie zeigt uns Fotos von Torten, Blüten und einem Zuckerblumen-Strauß. wasserburg24.de-Reporterin Regina Mittermair ist verblüfft, wie echt diese Blumen wirken.

„Als Vorlage nehme echte Blumen, mein Garten kommt mir da natürlich sehr gelegen“ freut sich Margarete Kölbl. Im Bekanntenkreis hat es sich schon herumgesprochen, das neue „süße“ Hobby.

Familie und Freunde werden manches Mal mit selbstgemachten Blumen überrascht, so auch Bürgermeister Michael Kölbl, der zu seinem Namenstag eine Torte mit herbstlichen Blättern und Zuckerbeeren am Kaffeetisch vorfand. „Das Modellieren mit der Zuckerpaste gleicht dem Formen von Wachs, das ich ja schon wegen der Krippen- und Klosterarbeit kenne“ erklärt Margarete Kölbl. Eigentlich habe sich nur das Material geändert, und natürlich auch ein bisserl die Motive, lächelt Kölbl. Die Frau des Bürgermeisters plaudert etwas aus dem Nähkästchen.

Was ist der Bestandteil dieser gut formbaren Masse? „Eiweiß, Puderzucker und Verdickungsmittel, vergleichbar mit Haftpulver für Zahnersatz“, erläutert Margarete Kölbl. „Durch dieses Verdickungsmittel mit der Abkürzung CMC wird diese Zuckermasse besonders gut modellierbar, die Zusammensetzung der Zutaten härtet in der Luft, die Zuckerblumen bleiben haltbar“.

Die Frau des Wasserburger Bürgermeisters hat ihr Hobby „Handarbeit“ also um eine köstliche Variante erweitert. Seit 2014 machen ihre Blumen aus Zuckerpaste der Wachskunst rund um die Kripperl Konkurrenz im Handarbeitszimmer von Margarete Kölbl.

Gibt es etwas, das ihr gar nicht liegt? Margarete Kölbl nickt und berichtet, dass das Töpfern ihr keine große Freude bereite. „Mein Vater hat sehr viel getöpfert, doch diese Arbeit konnte ich für mich nicht entdecken“.

Quelle: rosenheim24.de

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