Hartnäckiger Kämpfer für Stadtbäume

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Peter Stenger (rechts), Allwetterradlfahrer und Kämpfer für die Stadtbäume, bekam den Joe-Prantl-Gedächtnispreis des BN von Gert Graedler überreicht.

Wasserburg - Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz hat einen leidenschaftlichen Kämpfer für die Stadtbäume in Wasserburg geehrt.

Der "bekannteste Radfahrer Wasserburgs und leidenschaftliche Kämpfer für die Stadtbäume", Peter Stenger, ist Träger des Joe-Prantl-Gedächtnispreises der Ortsgruppe des Bund Naturschutz.

"Mit seinem Einsatz für die Natur gerade auch auf kommunalpolitischer Ebene" sei der Stadtrat seit vielen Jahren als kritischer Geist bekannt, der zu seinen Überzeugungen stehe, betonte Ortsvorsitzender Gert Graedler in seiner Laudatio. Ganz im Sinne des Namensstifters für die Auszeichnung habe sich der Preisträger mit seiner leidenschaftlichen und aktiven Art in den vergangen Jahrzehnten für die Bewahrung der heimischen Natur verdient gemacht. Darüber hinaus vertrete er den Bund Naturschutz mit seiner offenen Art wirkungsvoll nach außen. "Dir verdanken wir den Erhalt so mancher Bäume als grüne Biotope in der Stadt und als Radfahrer bei jeder Witterung bist Du längst ein Vorbild für alle Wasserburger, die Umwelt vor Autoabgasen zu verschonen."

Sichtlich gerührt dankte Peter Stenger den rund 50 anwesenden Gästen und versprach, "dass ich euch alle mit in den Preis einschließe." Er sei überzeugt, dass man gerade im kleinen Rahmen auf Ortsebene viel bewegen könne und die aktuellen klimatischen Bedrohungen zeigten auf dramatische Art und Weise, welche entscheidende Bedeutung dem stets nachdenklichen Umgang mit der Schöpfung zufalle. Glückwünsche erhielt Stenger auch vom eigens angereisten Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Peter Kasperczyk, welcher sich über die "ganz besondere Gemeinschaft" der Wasserburger Ortsgruppe freute.

Diese feiert heuer ihr mittlerweile 30-jähriges Bestehen und zu Beginn des Jubiläumsjahres zog Graedler eine gemischte Bilanz. Während man in der Welt aus Sicht eines Umweltschützers zahlreiche Fehlentwicklungen beobachten müsse, hätte der Bund Naturschutz im Wasserburger Land dazu beigetragen, neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. "Besonders stolz sind wir auf unser Schlingnatterbiotop am Gymnasium, welches auch dank der Unterstützung durch die Stadt nochmals vergrößert werden konnte." Das Freilegen von Laichplätzen für Fische, Fledermauszählungen, die Absicherung von Krötenwanderungen oder auch die Organisation von Naturprojekten für Schüler stellten weitere Arbeitsinhalte der Ortsgruppe dar.

Neben diversen Ausflügen in landschaftliche Kleinode des Landkreises im letzten Jahr blickten die Anwesenden besonders stolz auf die Beteiligung an einer Demonstration in Regensburg gegen den Donauausbau zurück. Mit Sorge beobachten die Mitglieder des Bund Naturschutz die massive Bejagung der Biber und die Zerstörung ihrer Dämme durch Menschenhand in der Region. "Diese Tierart einfach pauschal als Hassobjekt darzustellen, ist ganz eindeutig der falsche Weg", so Graedler.

Ein zentrales Vorhaben für das Jubiläumsjahr 2013 stellt die noch stärkere Vernetzung mit anderen Vereinen dar, was die Anwesenheit mehrerer Vertreter von Fischern, Naturfreunden sowie der erst kürzlich gegründeten Bürgerinitiative gegen die Mülldeponie bei Odelsham verdeutlichte. Deren Sprecher Roger Diller rief die Mitglieder des Bund Naturschutz in seinem Grußwort zur Zusammenarbeit auf und hatte eine klare Botschaft mitgebracht: "Wir möchten in Zukunft gemeindeübergreifend aktiv werden, um das Deponieprojekt verhindern zu können."

Ab Sommer sind im Übrigen die Ämter der beiden Kindergruppenleiterinnen beim Wasserburger Bund Naturschutz neu zu besetzen, weil die bisherigen Betreuerinnen aus schulischen und beruflichen Gründen umziehen. Interessenten für die Übernahme der in der Regel 14-tägig stattfindenden Aktionen der "Frechdachse" können sich unter 08071/ 4801 oder per E-Mail unter kinder.gruppe@web.de melden.

reg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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