Mal Stundentakt komplett, mal wackelig

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Der Verkehr auf der Strecke Rosenheim-Mühldorf ist schon verbessert worden, der Bahnsteig am Reitmehringer Bahnhofsgebäude kommt nächstes Jahr dran.

Wasserburg - Christoph Kraller, Chef der Südostbayernbahn, stellte den neuen Fahrplan jetzt im Stadtrat vor. Er musste sich dort aber auch kritischen Fragen stellen.

Die Verbesserungen auf der Strecke Rosenheim-Mühldorf stellte Christoph Kraller, Chef der Südostbayernbahn (SOB), jetzt im Stadtrat vor. Fragen zum Stundentakt nach München und zu den Schrankenschließungszeiten in Reitmehring kam er dabei nicht aus.

Eigentlich hatte Christoph Kraller vor allem Werbung in eigener Sache machen wollen, denn ab dem Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag ist auf der Strecke zwischen Rosenheim und Mühldorf zumindest montags bis freitags der Stundentakt nahezu erreicht. Es fahren vier zusätzliche Züge, die entsprechende Lücken schließen.

Da die Strecke mittlerweile fast komplett saniert ist, kann der Zug auf zwei Drittel der Strecke 120 Kilometer pro Stunde fahren, statt bisher 90. Dadurch war es möglich, den zusätzlichen Haltepunkt an der Fachhochschule in Rosenheim problemlos einzubinden.

Kraller wies darauf hin, dass am Reitmehringer Bahnhof Ende 2013 der direkt am Bahnhofsgebäude befindliche Bahnsteig modernisiert und dabei erhöht wird. In dem Rahmen wird dann auch die Fahrgastanzeige komplett installiert.

"Wo Sie schon mal da sind..." war dann der Tenor bei den Stadträten, die zum Teil Detailfragen hatten, aber auch zwei große Themen ansprachen. So die Frage nach dem Stundentakt nach München. Ob es da bei Ende 2013 bliebe. "Bis vor zwei Wochen hätte ich ja gesagt", so Kraller. Nun aber sei das nicht mehr sicher. Denn eine Klage führe dazu, dass derzeit das Verfahren zur Erlangung von Baurecht in Steinhöring ruht und das bestehende Baurecht in Forsting nicht genutzt werden kann. Der Kläger, laut Bürgermeister Michael Kölbl einer der Bewerber für die Altstadtstrecke, will in Forsting die Lokausweiche und das Abstellgleis erhalten, ein zusätzliches Signal installieren. Damit sollen wohl zusätzliche Kapazitäten auf der Strecke geschaffen werden, so Kölbl und Christian Stadler (Die Grünen). Denn läuft der Stundentakt erst einmal, ist tagsüber kein Platz für einen weiteren Zug - sei es eine Touristenfahrt oder ein Güterzug. Wenn die Klage Bestand habe, so Kraller, bedeute dies, dass die komplette Signaltechnik auf der Strecke Wasserburg-Ebersberg überarbeitet und neu genehmigt werden müsse. "Und dann wird's mindestens Dezember 2014".

Um Signaltechnik, konkret um die Schließungszeiten an der Schranke in Reitmehring ging es außerdem. Die seien nur zu verbessern, erklärte Kraller auf Nachfrage, wenn Bund und Bahn übereinkämen, die alte Technik zu erneuern. Kostenpunkt: rund 750000 Euro. Angesichts der Pläne mit Brücke und Kurztunnel, die in wenigen Jahren kreuzungsfreien Straßen- und Bahnverkehr bringen sollen, investiere der Bund jetzt nicht mehr großartig. "Seien Sie sicher: Uns gefällt das so auch nicht", versicherte Kraller. Allerdings werde die Situation in Reitmehring auch im Zuge des Ausbaus nach München besser.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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