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Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Dichteres Radwegenetz - aber wie?

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Aha, da geht der Innradweg, der Mozartweg, der XYZ-Radweg lang. Aber wohin führen die? Wiesen und Büsche in gewellter Landschaft gibt es in Oberbayern mehrfach... In diesem Falle landen Radler, die dem Pfeil folgen und den Hügel hinunterrollen, in der Wasserburger Altstadt.

Wasserburg - "Warum krampfhaft den Themenradweg ,von Maisfeld zu Maisfeld' erfinden, wenn man Radwege auch mit Ortswegweisern beschildern und sie damit alltagstauglich machen könnte?"

Dieser Frage aus dem Rathaus schloss sich der Fremdenverkehrsverband Wasserburg an. Und bringt das auch bei der Neukonzeption des Radwegenetzes im Landkreis ein.

Alle Gemeinden des Landkreises sollen an das Radwegenetz angebunden sein. Das ist das Ziel der Neukonzeption der Radwege, die jetzt im Gange ist.

Ein wohlgefüllter, dicker Leitzordner liegt auf dem Schreibtisch von Andreas Hiebl, im Rathaus unter anderem zuständig für den Tourismus. In dem Ordner: Bestandsaufnahme sowie Vorschläge für zu streichende und neue Strecken. Da hat sich im Landratsamt jemand viel Arbeit gemacht, konstatiert Hiebl, und es steckten auch viele richtige Ideen darin. Das "Aber" aber, das schwingt mit. Denn für Hiebl ist eine Grundidee falsch: Die Anbindung aller Gemeinden durch Themenwege. "Wie nennt man dann die Route von Albaching nach Bad Feilnbach? "Von Maisfeld zu Maisfeld"?", frotzelt Hiebl. Und ein wirklich konsequentes Netzwerk sei wieder nicht entstanden.

Hiebl ist seit fast zehn Jahren dienstlich mit dem Thema beschäftigt - und außerhalb seines Büros meist auf zwei Rädern anzutreffen. Das bei der Neukonzeption diverse regionale beziehungsweise kommunale Routen gekappt werden sollen, findet er sehr sinnvoll. "Die laufen oft sehr nah an oder gar auf den überregionalen Wegen wie dem Innradweg, da braucht man wirklich keine doppelte Ausschilderung." Andere wieder führen, häufig auf vielbefahrenen Straßen, kreuz und quer durch den Landkreis, haben sich überholt.

Die routenorientierte Wegweisung habe den Vorteil, dass keine Ortskenntnis nötig ist. "Und die Beschilderung ist ausgesprochen sorgfältig gepflegt", lobt Hiebl den zuständigen Mitarbeiter des Landkreises. Weiterer Vorteil: eine Themenroute wie der Mozart-Radweg lässt sich touristisch gut vermarkten.

Allerdings ist das Routennetz im Landkreis sehr dicht und da die Beschilderung im Laufe vieler Jahre nach und nach für jeden Radweg einzeln entstand, ist das Ganze mittlerweile sehr unübersichtlich. In Wasserburg, wo fast zwei Dutzend Radwege aller Größenordnungen durch die Stadt laufen, hat Hiebl schon 2005 versucht, Ordnung in den Beschilderungswald zu bringen. Die vielen Piktogramme - Wasserburger Löwe, Mozartkopf, Innwelle, Papst-Mitra - machten die Sache nicht einfacher.

Hiebl sieht für Einheimische wie Touristen Nachteile bei der routenorientierten Beschilderung: Eine individuelle Abwandlung der Route - zum Beispiel eine Verkürzung nach einem Sturz - ist ohne gute Ortskenntnis nicht möglich, der Weg hin zu einer Themenroute ist nicht beschildert, die Routen sind dem einen zu lang und dem anderen zu kurz "und alltagstauglich ist das routenorientierte Netz gar nicht", so Hiebl. Das aber werde immer wichtiger.

Er hält es für sinnvoller, die wenigen Lücken zwischen den Routen von Gemeinde zu Gemeinde zu schließen. "Sinnvolle themenbezogene Routen sind gute Marketinginstrumente. Aber irgendwelche Themen übers Knie zu brechen um Löcher zu stopfen, das finde ich nicht sinnvoll", so Hiebl. Da sollte man künftig besser geographisch ausschildern, dem einheimischen wie dem auswärtigen Radler mitteilen, dass er von Forsting nach Albaching unterwegs ist und von dort nach Haag weiterkommt - abseits der vielbefahrenen Straßen.

Eine Ansicht, mit der er nicht allein ist. Hiebl hat da nicht nur die Rückendeckung seines ebenfalls gerne radelnden Bürgermeisters, Michael Kölbl lud die Mitgliedsgemeinden des Fremdenverkehrsverbandes Wasserburg ein und die waren von Hiebls Vorschlag des geographischen Lückenschlusses überzeugt. Konsequenter, dichter, besser auf- und auszubauen, übersichtlicher zu beschildern. Und stufenweise umzusetzen. Denn allein die Erneuerung und Ergänzung der Beschilderung aller Radwege im Landkreis schätzt Hiebl auf eine mindestens sechsstellige Summe. Was sich über mehrere Jahre verteilt einfacher finanzieren lässt, als in einem Schwung.

Ob sich der Landkreis Norden mit der geographischen Verdichtung des Radwegenetzes durchsetzen kann oder ob es doch zur themenorientierten Ergänzung kommt, das könnte sich beim nächsten Treffen des Chiemsee-Alpenland-Tourismusverbandes Ende Juli zeigen. Sollte es bei der Themenorientierung bleiben, werden sinnvolle Vorschläge für die von Hiebl spöttisch "von Maisfeld zu Maisfeld" getaufte Tour Albaching-Bad Feilnbach gerne angenommen.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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