Eine Auflage wird jetzt nach 40 Jahren erfüllt

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Wasserburg - Schmunzeln einerseits und Skepsis andererseits riefen zwei Bauanträge für den Marienplatz im Bauausschuss hervor.

Ein "historisches Schmankerl" hatte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung zu bieten: Einen Bauantrag von Gabriele Heindl auf Umbau eines Stadthaus-Rückgebäudes am Marienplatz zur Hotelnutzung. Das Bemerkenswerte daran ist, dass es das Hotel Paulaner seit Jahrzehnten gibt.

Bürgermeister Michael Kölbl erklärte amüsiert, dass das Landratsamt Wasserburg Anfang der 70er-Jahre den Eltern von Gabriele Heindl zur Auflage machte, für die nach innen liegenden Zimmer eine Fluchtreppe im Innenhof zu bauen. Irgendwie und irgendwo sei diese Auflage dann untergegangen, weder vom Landratsamt Wasserburg beziehungsweise später Rosenheim, noch vom Hotelbesitzer weiter verfolgt worden.

Wie und wo diese Auflage jetzt zum Vorschein kam, wurde nicht ganz klar. "Nicht nur wir, auch Gabriele Heindl ist aus allen Wolken gefallen", verriet der Bürgermeister.

Die jetzige Hotelchefin reagierte schnell, will jetzt die Fluchttreppe im Innenhof bauen. "Dann haben wir nach vier Jahrzehnten rechtmäßige Verhältnisse", so Kölbl schmunzelnd. Selbstverständlich stimmte der Bauausschuss einmütig für diesen Bauantrag.

So entspannt ging es bei einem weiteren Bauantrag für ein Gebäude etwa 150 Meter weiter am Marienplatz nicht zu. Die Teilung einer Wohnung im dritten Obergeschoss in eine Wohnung und ein Büro war unproblematisch, es muss nur die entsprechende Zahl Stellplätze nachgewiesen oder abgelöst werden.

Die ebenfalls beantragte Dachterrasse aber, die stieß auf Skepsis. Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel hatte schon den Vorbehalt geäußert, dass die nur genehmigt werden sollte, wenn zum einen das Landesamt für Denkmalpflege mitspiele, es zum anderen keine optische Beeinträchtigung gebe.

Da war für Christian Stadler (Die Grünen) die Frage, ob die Terrasse aufgeständert oder ins Dach eingelassen werden soll, was aus dem Plan nicht hervorgehe. Ein Schnurgerüst - dieses entspricht in Höhe, Breite und Tiefe den Ausmaßen der Terrasse - hielt er in jedem Falle für angeraten. Unterstützung für das Schurgerüst gab es von Friederike Kayser-Büker (SPD), "das haben wir am Marienplatz 15 versäumt", bedauerte sie.

Der Stadtbaumeister schlug vor, der Teilung der Wohnung zuzustimmen, für die Dachterrasse solle der Antragsteller noch detailliertere Pläne inklusive Ansichten vorlegen, über die dann gesondert abgestimmt werde. Dem folgte der Ausschuss einmütig.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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