Gegen Google - und die anderen?

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Wie wäre es mit einer Ansicht von Rathaus und Herrengasse? Im Internet zu finden unter www.wasserburg.de/touristik.

Wasserburg - Die systematische Erfassung von Hausfassanden durch "Google Street View" erhitzt viele Gemüter, auch die der Ausschussgemeinschaft im Wasserburger Stadtrat.

Dort wurde ein entsprechender Antrag allerdings fast ein Bumerang. Man solle die Bevölkerung über Widerspruchsmöglichkeiten gegen die Erfassung durch "Google Street View" informieren. Das hatte die Auschussgemeinschaft gefordert - etwas zu spät, denn in der Zwischenzeit wurde eine entsprechende Information vonder Verwaltung bereits veröfentlicht.

Bürgermeister Michael Kölbl skizzierte die von ihm vorgeschlagene Linie, was die stadteigenen Häuser angeht. Zum einen sei man aus touristischen Gründen natürlich durchaus interessiert an einer Präsenz im Internet. Andererseits sollten beispielsweise Schulen und Kindergärten geschützt werden, "da werden wir Einspruch erheben."

Das akzeptierte Hans Köck (CSU) zwar, fand den Antrag aber "überflüssig wie ein Kropf: Jeder der schreiben und lesen kann hat inzwischen schon mitbekommen, wie man sich wehren kann" ärgerte er sich.

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Sein Kollege Oliver Winter zog noch stärker gegen die "Hysterie" zu Leder, die im Zusammenhang mit der Google-Erfassung auch durch den Antrag geschürt werde: "Ansonsten gibt doch jeder noch viel mehr preis im Internet." Eine ganze Liste von Internetadressen legte er dem Ausschuss vor, unter denen derzeit schon Bilder von Wasserburger Häusern zu sehen seien. Und nicht nur das: Selbst von Wasserburger Kindergärten und Schulen gebe es alles, "sogar Innenaufnahmen". Die Polizei stelle ihre Gebäude ins Netz, und unter den touristischen Angeboten seien nicht nur Straßenpanoramen, sondern auch 360 Grad-Darstellungen.

Schließlich knöpfte er sich noch den Ausschusssprecher Adil Oyan (Grüne) vor, der selbst nicht im Ausschuss war: "Wer im Glashaus sitzt..." zitierte er und zeigte ein Foto aus einem Video der Grünen Internetseite, das in "youtube" zu finden ist. Es zeigt Oyan an verschiedenen Stellen der Stadt, im Hintergrund Passanten und Autos, ohne dass Gesichter und Nummern unkenntlich gemacht sind. "Das macht Googel nämlich sehr wohl."

Ganz so wollten andere Ausschussmitglieder das nicht stehen lassen. Es gehe ja gerade um die Senibilisierung für den Umgang mit Daten, meinte Werner Gartner (SPD). Das Kritische an Googgle Street View sei die systematische Erfassung, die so noch kein Anderer im Internet anbiete. Edith Stürmlinger (Bürgerforum) sah mit dem Antrag auch keine Hysterie geschürt: "Es geht im Gegenteil um die sachliche Information der Bürger."

Am Ende stimmte nur Oliver Winter gegen den Antrag. Mit den schon vorhandenen Seiten vor allem der Kindergärten und Schulen wird sich die Stadtverwaltung aber nun wohl noch beschäftigen müssen.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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