Höhere Preise, höhere Gebühren

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Baumgräber gibt es jetzt am Herder, jeder der neu gepflanzten zwölf Baume hat fünf Urnenplätze.

Wasserburg - Neu kalkuliert sind die Gebühren für das Friedhof- und Bestattungswesen. Ab 1. Januar erhöhen sie sich um rund 30 Prozent.

"Bei dem Ergebnis muss man schon schlucken", kommentierte der Bürgermeister, um gleich zu beruhigen. Die Erhöhung bedeute im Schnitt 15 Euro mehr für die Grabstätte im Jahr, "vertretbare Dimensionen", so Michael Kölbl.

Alle vier Jahre steht die Neukalkulation für die Gebühren für die beiden Friedhöfe in der Altstadt und am Herder an. Deutlich gestiegen sind seit der letzten Kalkulation die Preise zum Beispiel für das Öffnen und Schließen der Gräber, mehr als verdoppelt haben sich diese, die jetzt bei 388 Euro liegen. Nachdem es seit Oktober 2010 keinen Friedhofwärter mehr gibt, weil er in Altersteilzeit ist, sind diese Leistungen nach einer Ausschreibung vergeben. Die Aufgaben der Friedhofpflege übernommen hat seither der Bauhof und das, so Harald Pfrogner in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, im Rathaus zuständig für die Friedhofverwaltung, funktioniere gut.

Wie aufwendig die Kalkulation ist, zeigten die Erläuterungen Pfrogners zu Gebühren für Gräber, Bestattung, Leichenhaus, Aussegnungshalle, Kühlung, mobile Lautsprecher und die Zuschläge für Urnen, Baum- und Nischengräber.

Im Altstadtfriedhof sind 15 Jahre, am Herder 20 Jahre die Regel für eine Grabnutzung. Bislang kostete das auf dem Altstadtfriedhof bei einem Einzelgrab 33 Euro, ab 1. Januar sind es 44 Euro, bei einem normalen Grab bislang 500 Euro, ab nächsten Jahr 650 Euro.

Weil die Erhöhung doch "dramatisch" sei wollte Sepp Baumann geprüft wissen, ob ein Privater verschiedene Arbeiten für die Friedhofsplfege nicht billiger machen könnte, was geprüft werden soll. Auch der Blick in andere Gemeinden zum Gebührenvergleich soll nachgeholt werden, hinke aber, so Kölbl. So hätten die Gemeinden zum Beispiel keine Kühlung.

Es ging aber nicht nur um Gebühren, in einigen Punkten ist die Satzung verändert, um die Wünsche der Leute zu berücksichtigten. So können nun Liegeplatten mit einer Ausparung für Pflanzen gelegt werden, der Grabstein darf nun auch poliert sein oder ein Stein auf einen Sockel.

Deutlich gestiegen ist in den letzten Jahren die Zahl der Urnengräber, mittlerweile liege man, so Pfrogner, bei 60 Prozent. Der Trend gehe deutlich weg von pflegebedürftigen Gräbern. Im Trend sind auch naturnahe Bestattungen, in Wasserburg gibt es jetzt am Herder die Möglichkeit eines Baumgrabes. Zwölf Bäume, verschiedene langlebige Bäume wie Stileiche oder Blutbuche sind vorletzte Woche im Herder-Friedhof gepflanzt worden. Fünf Bestattungsplätze hat jeder Baum, der eine Familiengrabstätte sein kann oder eine Baumgemeinschaftsgrabstätte. Eine Anfrage dafür gibt es bereits.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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