Es klappt gut mit Bufdis und FSJlern

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Nach dem Abitur von Nördlingen nach Wasserburg kam Lisa Raab für ihr freiwilliges Jahr bei der Basketballabteilung des TSV.

Wasserburg - "Mir macht es Spaß", sagt Lisa Raab, wenn sie von ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bei der Basketballabteilung des TSV 1880 erzählt.

Über Bekannte hat sie von dieser Möglichkeit erfahren, eigentlich kommt sie aus Nördlingen.

Vor einem Jahr war Lisas Stelle noch von einem "Zivi" besetzt, doch inzwischen ist der Wehrdienst abgeschafft und der Zivldienst gleich mit. Zusammen mit dem FSJ sollte der Bundesfreiwilligendienst (BFD) die freien Stellen besetzen, doch die Zweifel waren groß. Das ist ein Jahr her, Zeit für ein erstes Fazit.

Die Politik gibt sich zufrieden. "Uns ist es hervorragend gelungen, die historische Chance für den Ausbau von freiwilligem Engagement in Deutschland zu nutzen", sagte Familienministerin Kristina Schröder in Berlin.

"Wir sind sehr zufrieden", meint auch Martin Weidinger von der Stiftung Attl, zuständig für die freiwilligen Dienste. "Wenn es einen Unterschied zum Zivi gibt, dann sind die BFDler, Bufdis genannt, noch motivierter. Sie haben sich ja auch freiwillig für diese Arbeit entschieden."

Franz Turzin, Leiter des Betreuungshofs Rottmoos und Tobias Forstner, Personalchef des Inn-Salzach-Klinikums, können diese Aussage nur bestätigen. "Die Erfahrungen sind sehr gut", sagen beide übereinstimmend.

Bundesweit haben sich laut Bundesamt für Zivildienst insgesamt 50.000 Frauen und Männer für den BFD gemeldet. Die Zahl der sonstigen freiwilligen Dienste verdoppelte sich auf ebenfalls 50.000, zusammen etwa die Anzahl von Zivildienst- und sonstigen Freiwilligendienstleistenden von 2010, wie aus Zahlen des Amtes und dem Infobüro BFD hervorgeht. Der Bekanntheitsgrad des Bundesfreiwilligendienstes beträgt laut Marktforschern dagegen nur 24 Prozent, weit weniger als der "Zivi" oder das FSJ.

"Unterschiede gibt es aber zwischen den Freiwilligendiensten fast keine", so die Erfahrung von Martin Weidinger. "Sowohl im FSJ als auch im BFD müssen die Freiwilligen an einer bestimmten Anzahl von Seminaren teilnehmen. Dabei ist der FSJ noch ein wenig besser als der BFD. Allerdings ist deren Anstellungsdauer nicht so starr festgelegt."

Doch genau dieser Unterschied hat einige Konsequenzen, hin und wieder gibt es BFDler, die vorzeitig aussteigen. "Es ist für die meisten eben eine Übergangslösung", erklärt Weidinger.

Mehrere Dutzend der Freiwilligen sind derzeit in Wasserburg und Umgebung aktiv. Die meisten davon beschäftigen Attl, das Inn-Salzach-Klinikum und das Wasserburger Krankenhaus.

Für das kommende Jahr gibt es schon wieder Bewerbungen, auch wenn nicht alle eingestellt werden können. "Uns fehlen die Fördermittel vom Bund", sagt Forstner. "Sonst könnten wir 30 Freiwillige einstellen. Aber Momentan müssen unsere Bewerber warten." Auch Weidinger ist zuversichtlich, dass man genügend Freiwillige bekomme.

So hoffnungsvoll in die Zukunft blicken nicht alle. "Wir haben zwar Bewerbungen, wissen aber noch nicht, ob wir es finanziell schaffen", sagt Turzin.

Und der Verein Herberge e.V. in Unteröd bei Amerang sucht schon seit einem halben Jahr nach einem Freiwilligen, gefunden hat man leider noch niemanden. Noch immer steht das Angebot auf der Internetseite des BFDs.

Die Basketballabteilung des TSV 1880 Wasserburg hat nur noch bis Ende Juli die FSJlerin Lisa Raab. "Wenn wir niemanden mehr bekommen, müssen wir das Street-Basketball aufgeben", bedauert Ulla Prantl. Dank Lisa Raab gibt es das Angebot der Basketballabteilung, dass sich jede Woche in der nördlichen Burgau und im Burgerfeld alle Basketballbegeisterten zum Spielen treffen.

mo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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