Dem Planungsjahr folgen die Baujahre

+
Spontane Schadenbehebung stand schon heuer auf dem Badria-Dach an, in den nächsten Jahren ist eine Generalsanierung der Dächer, Fenster und Fassaden geplant.

Wasserburg - Dem "Planungsjahr" 2012 folgen mehrere Baujahre, in denen die Stadt mehr als 30 Millionen Euro in die Hände nehmen wird.

Mittelschule, Badria, Kanäle Reitmehring, städtisches Museum und weitere Projekte kündigte Michael Kölbl in der Bürgerversammlung an. Dieses Jahr habe die Stadt ein "Planungsjahr" eingelegt, so Bürgermeister Michael Kölbl in der ersten der vier Bürgerversammlungen, in der Altstadt. Zum einen, weil die Finanzen konsolidiert werden sollten, zum anderen, weil es Mitte des Jahres einen Wechsel in der Bauamtsleitung gab. Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann hat die nächsten Jahre viel zu tun.

Die mit Abstand größte und teuerste Baustelle wird die Mittelschule. Deren Generalsanierung beginnt 2013 mit Abriss und Neubau der Turnhalle und dauert voraussichtlich bis 2016. Hier investiert die Stadt rund 15 Millionen Euro.

Damit hörten die Belastungen für den Haushalt der Stadt aber nicht auf, "es kommen einige fette Brocken auf uns zu", so Kölbl. Dazu zählen der Bau eines Depots für die Bestände des städtischen Museums, danach die Generalsanierung und Umgestaltung des Museumsgebäudes in der Herrengasse. In Reitmehring Nord und Süd muss die Kanalisation für rund 3,5 Millionen Euro erneuert werden, das 25 Jahre alte Badria braucht eine Generalsanierung von Fenstern" Dach und Fassaden sowie eine Bodensanierung in der Schwimmhalle und am Gaudibrunnen für gut drei Millionen Euro. Außerdem gilt es in die Organisation, die Ausrüstung und die Gerätehäuser der beiden Feuerwehren in der Altstadt und in Reitmehring zu investieren.

Wegen eines bereits zugesagten Zuschusses über 600000 Euro kann auch der seit Langem gewünschte Überweg über den in nicht auf die lange Bank geschoben werden. Eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Kapuzinerinsel koste knapp vier Millionen und sei damit etwa dreimal so teuer wie eine an das Innwerk angehängte Brücke. Dementsprechend entschied sich der Stadtrat für die Innwerksvariante.

Zudem läuft die Umplanung des Bahnhofsvorplatzes, "da ist die Gestaltung nicht befriedigend gelöst", räumte Kölbl unter dem Gelächter der knapp 100 Anwesenden ein. Die Neugestaltung erfolgt im kommenden Jahr zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Reitmehring. Der am neuen Kreisverkehr nach nicht einmal einem Jahr brechende Asphalt muss erneuert werden, das laufe aber unter Gewährleistung, so Kölbl.

Nicht so große Einzelsummen fallen für soziale Vorhaben an. So fördert die Stadt über den "Familienpass" Familien mit niedrigem Einkommen. Der Familienpass werde "ganz gut" angenommen, so Kölbl, der berechtigte Personenkreis sei aber deutlich größer und er wünsche sich, dass manch ein Betroffener seine Scheu ablege und sich im Rathaus melde. Das Angebot reicht vom Säuglingskurs über Badriaeintritte bis zu den Autoteilern und wird stetig erweitert.

Erweitert werden auch die Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder. In den städtischen Kindergärten sollen ab dem kommenden Jahr zu den Krippen zusätzliche Kleinkindgruppen eingerichtet werden, so Kölbl.

Die vielen sozialen Angebote, die es in Wasserburg gibt, sollen besser vernetzt werden. "Zu oft weiß ein Betroffener nicht, wer zuständig ist oder wer etwas anbietet", so der Bürgermeister. Da soll ein "Sozialbürgerhaus" als zentrale Anlaufstelle in den nächsten Jahren für Abhilfe sorgen.

Die von der Bundesregierung erst seit letztem Jahr propagierte Energiewende gibt es in Wasserburg schon seit 2008, als Stadtrat, Stadtverwaltung und Stadtwerke den Energiedialog 2050 ausriefen. Stadt und Stadtwerke nutzen nur noch Ökostrom, die Zahl der privaten Ökostromkunden hat sich verdreifacht, die Stadtwerke sind an Windkraftanlagen und am Innwerk beteiligt. 2013 kommt ein Klimaschutzmanager. Und ab 2014 kommt ein Viertel des Ökostroms direkt vom Innwerk oberhalb der Stadt. Leider müssten die Stadtwerke aufgrund verschiedener gesetzlicher Regelungen die Strompreise anheben, bedauert Kölbl, um etwa 3,6 Cent pro Kilowattstunde.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser