Vom Hubschrauber bis zum Bussard

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Rundgang: Der stellvertretende Vorsitzende des Modellbauclubs Wasserburg, Ernst Eisner, und Vorsitzender Franz Schrimpf führten Bürgermeister Michael Kölbl durch die Ausstellung (von links).

Wasserburg - Seit 40 Jahren gibt es den Wasserburger Modellbauclub. Dieses Jubiläum feierten seine Mitglieder am Wochenende mit einer großen Ausstellung in der Badria-Halle.

Schon im Eingangsbereich bot sich den Besuchern ein eindrucksvolles Bild: In der Luft schwebten überdimensionale, mehrere Meter breite Modelle von Segelfliegern und die gesamte Halle war gefüllt mit kleineren und größeren Ausstellungsstücken. An einem Stand war das Pfeifen einer Dampfmaschine zu hören und nur ein paar Meter weiter tutete sehr zur Freude der kleinen Besucher das Horn eines Schiffes der Küstenwache.

Der Vorsitzende des Wasserburger Modellbauclubs, Franz Schrimpf, war sichtlich stolz über die Leistung seiner Vereinsfreunde, die schon seit Oktober mit den Vorbereitungen auf die Ausstellung beschäftigt waren: "Unsere Ausstellung hat sich schon in der Vergangenheit den Ruf als schönste im südostbayerischen Raum erworben und wir freuen uns in diesem Jahr wieder über großen Zulauf."

Die Fachleute diskutierten über Details, ...

Neben zahlreichen Modellen Wasserburger Modellbauer konnten die Ausstellungsbesucher auch Exponate von 20 auswärtigen Vereinen bestaunen. Insgesamt waren es fast 300 Ausstellungsstücke, angefangen von liebevoll restaurierten Flugzeugmodellen aus den 1960er-Jahren bis hin zu modernen und beinahe originalgetreuen Nachbauten.

"Wir möchten den Besuchern bewusst die Gegensätze und die Entwicklung der Modellbautechnik in den vergangenen Jahrzehnten zeigen", erklärte Franz Schrimpf. Während man früher sehr oft mit Holz gearbeitet habe, gebe es heutzutage die unterschiedlichsten Bauweisen, um Gewicht zu sparen, etwa durch Schaumkunststoffe und Karbon oder das Verbauen von Styropor. Dabei sei dem Rahmen der finanziellen Investitionen nach oben keine Grenzen gesetzt.

Entscheidend für den Modellbau war in der Vergangenheit auch die Entwicklung einer speziellen Funktechnik. "Früher konnte es schon mal passieren, dass uns ein Amateurfunker die Frequenz störte und dadurch die Flugzeuge zum Absturz brachte", so Schrimpf. Heute gebe es ausgeklügelte Systeme, die es auch erlaubten, Segelflieger mit einer Spannweite von mehreren Metern und Flugzeugmodelle von 25 Kilogramm und mehr sicher durch die Luft zu steuern.

Wenn die Modelle eine gewisse Gewichtsklasse überschreiten, benötigt der Erbauer sogar eine Einzelzulassung und muss sich die Betriebserlaubnis erst durch die Prüfung eines Modellbau-Sachverständigen erwerben.

Zur Ausstellungseröffnung war auch Bürgermeister Michael Kölbl gekommen und zeigte sich besonders fasziniert von den verschiedenen Antriebsarten der Modelle. Egal, ob Elektro-, Benzin- oder Zweitakt-Dieselmotor - die Modellbauer haben die gesamte Technikpalette berücksichtigt.

Besonders am Herzen lag es Kölbl, den Wasserburger Modellbauclub für sein kooperatives Verhalten gegenüber den Nachbarn des Flugplatzes in Sachen Lärmbelästigung zu loben.

Ein weiterer Ehrengast war Markus Eiglsperger vom Deutschen Modellflieger-Verband, der dem Wasserburger Vorsitzenden Franz Schrimpf zum Jubiläum gratulierte und eine Ehrenurkunde überreichte.

...während die kleineren Besucher einfach fasziniert waren.

Zusätzlich zur eigentlichen Ausstellung war in der Badria-Halle noch ein Rennparcours für Modell-Motorräder aufgebaut und im Freigelände fanden spektakuläre Vorführungen mit Flugmodellen aller Art statt. Da kreisten fantasievolle Flugobjekte über den Köpfen der Zuschauer und der Jugendleiter der Wasserburger Modellbauer, Engelbert Ecklmaier, ließ seinen Hubschrauber mit waghalsigen Flugmanövern über dem Sportplatz kreisen.

Neben zahlreichen Modellbaufreunden waren unter den Besuchern auch viele Familien, die sich vom Detailreichtum und der Extravaganz einiger Modelle faszinieren lassen. Da gab es eine "fliegende Gitarre", einen mit Gasturbine angetriebenen Düsenjet, den Nachbau eines aus dem Fernsehen bekannten Rettungshubschraubers mit funktionstüchtiger Seilwinde oder einen fliegenden Modell-Bussard, der auf Knopfdruck sogar wie sein Vorbild aus der Natur schreien konnte.

Großes Interesse erzeugte auch die Dampfwerkstatt von Joachim Sennowitz aus Tacherting, der den neugierigen Zuschauern geduldig die Funktionsweise seiner Konstruktionen erläutert. Besonders stolz war er auch auf sein extra angefertigtes Bergeboot für Modellschiffe, mit dem er schon weit über den südbayerischen Raum hinaus Modellbauern geholfen und untergegangene Modelle aus Seen bergen konnte.

Peter Irmler von den Burghausener Modellschifffreunden stand mit einer Fernbedienung neben der "Gry Maritha", dem originalgetreuen Nachbau eines berühmten Inselversorgungsschiffes der Küstenorte in Cornwall und Wales. Rund 1300 Arbeitsstunden und Material im Wert von mehr als 4000 Euro hat er in sein Modell investiert und das Schiff dafür mit 38 einzelnen Funktionen, wie einem Radarsystem oder einem elektrisch steuerbaren Ladekran ausgestattet.

Die Wasserburger Modellbauer haben sich fest vorgenommen, die Ausstellung auch künftig weiter in einem regelmäßigen Turnus von drei oder vier Jahren zu organisieren und den Besuchern so die Möglichkeit zu geben, an ihrer Leidenschaft für die Tüftelei teilzunehmen sowie Nachwuchs für ihr lehrreiches Hobby anzuwerben.

reg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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