Bei Organik geht noch was

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Noch liegt der gesamte gesammelte Restabfall auf einem Haufen. Für die Analyse wurde er in 27 Fraktionen getrennt.

Wasserburg - Nach einer Analyse ist klar, was im Wasserburger Müll landet. Bei der Mülltrennung gibt es noch viel Potential für Verbesserung.

Das Ergebnis der von der Stadt in Auftrag gegebenen Restmüllanalyse ist eindeutig: Knapp die Hälfte des Restabfalls sind organische Abfälle und diese sind zu 80 Prozent Küchenabfälle. Nun sollen Vorschläge erarbeitet werden, was bei dieser "Baustelle" getan werden kann, um diese Abfälle zu reduzieren.

Die Ergebnisse der Restmüllanalyse präsentierte im Umweltausschuss die Biologin Petra Hoeß. Die Mitarbeiterin eines Umweltbüros in Würzburg hatte in Wasserburg im Mai an drei Tagen im Stadtzentrum, im Burgerfeld als Stadtbereich mit Ein- und Zweifamilienhäusern und in der Innhöhe als Bereich mit Wohnanlagen aus dem Restmüll Stichproben gezogen. Ziel der Untersuchung vor dem Hintergrund des novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes war, die aktuelle Zusammensetzung des Abfalls zu ermitteln. Von besonderem Interesse war, was von diesem Restmüll noch besser herausgezogen werden kann, ob es Potenziale bei Organik, Verpackungen und Leichtverpackungen oder für eine Wertstofftonne gibt.

Morgens vor der regulären Abfuhr wurden die Müllproben eingesammelt, bei der Firma Zosseder sortiert und der Restabfall in 27 Fraktionen getrennt. Die Analyse des Restmülls war ein klares Ergebnis. 44,6 Prozent des Großmülls (größer als vier Zentimeter) ist Organik samt verpackten Lebensmitteln, 15,8 Prozent sind Hygieneartikel wie Windeln oder Hygienepapier, fünf Prozent Kunststoffe, 3,6 Prozent Textilien , 2,9 Prozent Verbunde, 1,8 Prozent Glas, 1,1 Prozent Metall, nicht mehr verwertbare sonstige Rohstoffe machen 8,6 Prozent aus und der Mittel- und Feinmüll (kleiner als vier Zentimenter) machen 10,7 Prozent aus.

Von rund 1180 Tonnen Restabfall pro Jahr aus Haushalten und Geschäften, ohne Großgewerbe oder öffentliche Einrichtungen, sind maximal theoretisch 65 Prozent potenziell verwertbar. Größten Anteil haben die organischen Abfälle mit 47 Prozent der Restabfallmenge.

Die verschiedenen Wertstoffanteile im Restabfall gleichen sich in den Sammelgebieten. Zwischen 51,1 bei der Wohnanlage und 40,4 Prozent bei den Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Anteil Organik, zwischen 14,9 Prozent in der Altstadt und 7,3 Prozent bei den Ein- und Zweifamilienhäusern der Anteil der Verpackungen gesamt, für die Stadt gesamt machen Leichtverpackungen 6,2 Prozent aus, sonstige Wertstoffe 6,7 Prozent, zu vernachlässigen sind stoffgleiche Nichtverpackungen.

Auch Vergleichszahlen der Restmüllanalyse aus dem Jahr 1997 hatte Petra Hoeß mitgebracht, also bevor die Müllverwiegung eingeführt wurde. Im Jahr hat jeder Einwohner jetzt 28,7 Kilo weniger organischen Abfall im Restmüll, 2,6 Kilo weniger Behälterglas und 4,8 Kilo weniger sonstige Wertstoffe wie Metall, Holz oder Elektroschrott.

Und: Im Vergleich mit fünf anderen bayerischen Städten ist Wasserburg beim Sammeln von Glas, Metall, Leichtverpackungen und Papier und Kartonagen eher unter dem Durchschnitt, beim Bioabfall aber überdurchschnittlich und so bescheinigt das Umweltbüro der Stadt: "Den Bürgern der Stadt ist ein hohes Abfallbewusstsein zu bescheinigen. Das System mit gewichtsbezogener Abfallgebühr bestimmt das Trennverhalten und erzielt sehr gute Resultate im Bringsystem für alle trockenen Wertstoffe, aber nicht bei der Organik".

Dass das Wiegesystem eine klare Wirkung zeige, hielten auch die Mitglieder im Umweltausschuss nochmal fest. Der Arbeitsauftrag ist klar. Dass es kein einfacher ist, zeigte die kurz Diskussion. Fleischabfälle zum Beispiel dürfen nicht in der Biotonne entsorgt werden, das ist Restmüll.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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