Ein Glasdach am Haken

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Den Weg durch die Luft wählten gestern die Konstrukteure des neuen Glas-Schiebedaches für das Gebäude am Brucktor.

Wasserburg - Ein über der Stadt kreisender Hubschrauber ist immer Auslöser für einen Blick nach oben. Mehr als einen Blick dürfte manch Wasserburger gestern Mittag riskiert haben, hingen doch an dem Hubschrauber immer wieder größere Teile.

Der Hubschrauber brachte den letzten Teil der Außenhülle des sanierten Brucktorensembles, das Glasdach für das Pensionat II - das Glasschiebedach, genauer gesagt. "Die Idee mit dem Hubschrauber ist eher aus Galgenhumor geboren worden", lacht Tobias Hutterer, dessen Firma das Dach erdacht, gebaut und montiert hat. Der Transport des Glasdaches auf das Pensionat II wäre mittels Kran erstens sehr teuer und zweitens sehr umständlich gewesen, "wir hätten den Kran in einen Nachbarvorgarten stellen müssen - und das tut man nicht", so Hutterer. Zufällig kam der Kontakt zu genau der Hubschrauberfirma zustande, die vor Jahren schon die Spitze auf die Frauenkirche setzte.

Bei der Planung der Brucktorsanierung wurde für das Dach des Pensionates II ein drei mal drei Meter großer Dachausschnitt vorgesehen, zur besseren Beleuchtung der Dachgeschosswohnung, die damit auch einen höheren Nutzwert hat. Dieser Ausschnitt sollte aber abzudecken sein. Eine Schweizer Firma bot ein Glaslammellenlösung an, die sich aber als zu teuer und aufwendig erwies.

Außerdem war Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel an einer Lösung auch für andere Wasserburger Gebäude interessiert: "Mir schwebte etwas vor, das zur Dachlandschaft der Altstadt passt und das vielleicht auch in anderen Gebäuden als Überdachung eines Atriumhofes verwendet weren kann", so Förtsch-Menzel.

"Das können wir auch - und besser" sei seine Überlegung bei der Anfrage gewesen, so Hutterer. Schließlich seien in der Firma alle notwendigen Gewerke, gleich ob Glas-, Leichtmetall- oder Stahlbau oder Spenglerei vertreten. Also machte man sich ans Werk, kombinierte bewährte Normteile neu, so dass das Ergebnis auch bezahlbar blieb.

Die Frage sei gewesen, wie man das etwa 800 Kilo schwere Glasdach ohne Probleme komplett zur Seite bewegt, so Techniker Christoph Zellner. Außerdem sollte die Konstruktion auch bei Schnee funkionieren. Herausgekommen ist letztendlich ein verschiebbares Glasdach mit einem geschlossenen Schienensystem und einem gekapselten Antrieb, ähnlich wie bei Rolltoranlagen. Das sei nicht sehr wartungsintensiv, haltbar, temperaturunanfällig und mit Sonnenschutz zu kombinieren. Das Metallgestell steht auf dem Dach, bis 15 Grad Dachneigung und bis etwa 50 Quadratmeter Größe seien mit dieser Konstruktion möglich, so Hutterer.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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