Regional und ungespritzt: das zieht

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Zur Kaffeezeit gab es schon keine mehr von den Apfelkiachaln der Reitmehringer Gartlerinnen. Foto Rieger

Wasserburg - Wofür braucht man 40 Kilo Äpfel, 60 Eier und sechs Kilo Mehl sowie noch ein paar andere Zutaten? Natürlich für die berühmten Apfelkiachal am Wasserburger Obstmarkt.

Die waren am Samstag gleich von Beginn an gefragt: Fast nicht enden wollte die Schlange vor dem Kiachal-Stand hinter der Frauenkirche. Aber auch an anderen Ständen waren die Liebhaber unterwegs. Schon eine halbe Stunde nach der Eröffnung war der halbe Zentner angebotener Nüsse an einem Stand verkauft, der Obstmarkt lief auf Hochtouren.

Die beiden Vorstände der ausrichtenden Gartenbauvereine der Stadt und Reitmehring, Anton Kölbl und Jürgen Scheller, waren jedenfalls bezüglich des allgemeinen Interesses für die Veranstaltung, die nunmehr bereits zum 14. Male regionale Obsterzeugnisse für die Region anbot, mehr als zufrieden.

Schöner Herbsttag für die Gartler

Kölbl, der mit zahlreichen Helfern für den Spielebereich, den Luftballonwettbewerb und den Verkauf beim Pflanzenflohmarkt sowie den Produkten der Streuobstwiese verantwortlich war, freute sich zudem über das ideale Wetter. Das habe sicher für den erhöhten Andrang gesorgt. Offensichtlich hätten die Gartenbauvereine da einen guten Draht zum Petrus. Nur ein einziges Mal sei die Veranstaltung in der Vergangenheit verregnet gewesen, so erinnert sich der Vereinsvorsitzende.

Die Reitmehringer versorgten derweil die Anwesenden durchgehend mit frisch gepresstem Apfelsaft in verschiedenen Varianten sowie mit Kaffee und Kuchen, gut 20 davon standen zur Auswahl. Renner aber waren doch die frisch herausgebackenen Apfelkiachal, für die man sich gerne in die Schlange einreihte. So verwunderte es auch nicht, dass von den 40 Kilo dafür verwendeten Boskop-Äpfel nach gut drei Stunden nichts mehr übrig war.

Auch an den anderen Ständen gab es zu dieser Zeit kaum mehr etwas zu kaufen, Vorstand Scheller sah sich sogar noch genötigt, schnell Nachschub aus dem eigenen Garten zu holen.

Wer mehr über Obst und heimischen Anbau erfahren wollte, hatte im Gartenfachberater des Landratsamtes, Lorenz Stein, einen kompetenten Ansprechpartner. Stein hatte eine Reihe eher unbekannter Apfelsorten mit dabei, aber auch Sanddorn, Germanische Mispeln, Kornelkirschen und Quitten. Hier durfte man schon auch mal kosten, was zumindest beim Sanddorn zu mancher unerwartet sauren Geschmackserkenntnis führte.

Gelegenheit für günstige Pflanzen

Günstig seinen heimischen Garten bestücken konnte, wer den Pflanzenflohmarkt nutzte. Ob Salbei, Lilien oder Sträucher, vielfältige Wünsche wurden erfüllt. Für 20 Euro konnte man schon ein paar Kisten Pflanzen mit nach Hause nehmen.

Begeistert waren aber auch die Kinder an den Spielstationen. Hämmern, treffen, fühlen oder Koordinationsgeschick in einem Durchlauf machten besonders Spaß. Zum Schluss hieß es dann am Glücksrad noch, die heiß ersehnte Nummer "1" zu erdrehen, um gleich einen Süßigkeiten-Korb als Hauptgewinn zu bekommen. Letztlich drängten sich die Kleinen dann noch um den Tisch, an dem die Ballone auf die Reise geschickt wurden.

Fazit einer gelungenen Veranstaltung, die einst vom Amt für Landwirtschaft und Forsten angeregt wurde: Mehr Produkte konnten verkauft werden als sonst. Der Bedarf an ungespritztem Obst aus der Region scheint vorhanden. Vielleicht finden sich auch noch mehr Anbieter für das nächste Jahr, das jedenfalls wünschte sich Anton Kölbl.

kr/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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