Pläne für die Filetstücke der Altstadt

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Die Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises will die Altstadt verlassen, die Wertstoffsammelstelle gegenüber soll folgen.

Wasserburg - Wegweisende Entscheidungen für die Entwicklung der Altstadt stehen in den nächsten Jahren an: Die Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises will rausziehen nach Staudham.

Und auch die Wertstoffsammelstelle der Stadt soll das Zentrum verlassen. Doch weiteren Planungen - etwa einer Außenverlagerung des Bauhofes - erteilt Bürgermeister Michael Kölbl eine Absage.

Bei den Haushaltsberatungen hatte CSU-Fraktionssprecher Hans Köck mit Nachdruck eine Beschleunigung der Stadtentwicklung in der Altstadt gefordert. Die Flächen am städtischen Bauhof mit Wertstoffsammelanlage stellen nach seiner Überzeugung "eine der besten Lagen in der Stadt dar, viel zu schade für die jetzige Nutzung". Auf diesem "Filetstück" sollte stattdessen Platz geschaffen werden für neue attraktive Wohn- und Gewerbekonzepte in der Innschleife.

"Es gibt einen Beschluss für eine Auslagerung der Wertstoff-Sammelstelle", betont auch Kölbl. Dieser Auszug aus der Altstadt mache Sinn. Schließlich leide der jetzige Standort unter beengten Platzverhältnissen, gebe es keine ausreichenden Stellflächen für die an- und abfahrenden Autos. Ein geeigneter Standort außerhalb des Zentrums sei jedoch noch nicht gefunden worden, bedauert er.

"Keine Notwendigkeit" sieht der Bürgermeister dagegen für die ebenfalls von der CSU geforderte Auslagerung des Bauhofes. "Meiner Meinung nach ist es nur von Vorteil, wenn ein Bauhof zentral liegt", findet Kölbl. Die vielen städtischen Feste seien ein Beispiel dafür, wie wichtig kurze Wege und schnelle Reaktionsmöglichkeiten für die Mitarbeiter seien. Das sieht Köck anders: "Ein Bauhof kann überall angesiedelt werden. Er muss nicht ausgerechnet auf wertvollen Flächen mitten im Zentrum liegen", findet er.

Die CSU-Fraktion wünscht deshalb, "dass der Bürgermeister früh genug das Interesse der Stadt" an den Flächen der Staatlichen Straßenmeisterei anmeldet, falls diese Wasserburg einmal verlassen sollte. Konkrete Planungen hierfür gibt es jedoch noch nicht, so dass ein Auszug der Staatlichen Straßenmeisterei, die seit 2004 zum Zuständigkeisbereich von Ebersberg gehört, noch eine reine Spekulation darstellt.

Kölbl appelliert in diesem Zusammenhang für Zurückhaltung: Eine mögliche Verlegung aus Wasserburg sei nicht wünschenswert. Schließlich würden die Bundesstraßen 15 und 304 die Stadt tangieren, seien hier zahlreiche bedeutende Staatsstraßen als Tore zur Stadt zu betreuen. Der Winterdienst, aufgrund der topografischen Lage von Wasserburg mit vielen Steigungen ein wichtiger Service für die Verkehrssicherheit, sei schlagkräftiger, wenn er vor Ort Präsenz zeige. "Ich möchte die staatliche Straßenmeisterei deshalb aufgrund ihrer wichtigen Versorgungsfunktion so lange wie möglich in der Stadt halten", erläutert Kölbl.

In die Überlegungen für eine Aussiedlung des Bauhofes und des Wertstoffhofes auf das Areal der Staatlichen Straßenmeisterei werde er sich deshalb derzeit nicht einschalten, betont der Bürgermeister . "Ich mache nicht den Totengräber der Staatlichen Wasserburger Straßenmeisterei."

Köck teilt die Befürchtung des Bürgermeisters, durch frühzeitiges Bekunden des städtischen Interesses an den Flächen könne der Auszug eventuell beschleunigt werden, nicht. "Doch natürlich ist es dem Bürgermeister überlassen, in der ihm als geeignet erscheinenden Form und zu dem ihm richtig erscheinenden Zeitpunkt zu reagieren". Außerdem stehe fest: "Ein solch bedeutendes Projekt der Stadtentwicklung lässt sich nur von einem an einem Strang ziehenden Stadtrat in die Tat umsetzen."

Bereits heuer kommt es in direkter Nachbarschaft zu Wertstoffsammelstelle und Bauhof jedoch schon zum ersten Auszug einer öffentlichen Einrichtung: Die Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises möchte im Spätsommer nach Staudham umziehen. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt, befinden sich die Vertragsverhandlungen für den neuen Standort in der Endphase. In das Gebäude möchte auch der Wasserburger TÜV einziehen. "Eine endgültige Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen", betont Leiter Rene Dumas. Wünschenswert wäre der Auszug aus dem Burgerfeld, wo der TÜV unter beengten Verhältnissen leidet, in das Gewerbegebiet nach Staudham auf jeden Fall, so Dumas. Bereits verlassen hat Auto Eder das Burgerfeld - an die Stadtgrenze, aber auf Eiselfinger Seite.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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